# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S27 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 27 — geleiſtet wird, immerhin ein Großes zu nennen, obſchon zugegeben werden muß, daß gewiſſen Anforderungen damit kein Genüge geſchieht. Das iſt namentlich der Fall in Bezug auf unſere Gemeinden im Oſten. Noch vor einem Jahrzehnd ſtellte man die Anforderungen weniger hoch, weil die eng⸗ liſchen Diſtrictsſchulen zu jener Zeit noch nicht ſo viel Verlockendes boten, wie das heutiges Tages der Fall iſt. Wir mußten es erleben, daß eine ganze Anzahl von Gemeindeſchulen außerhalb unſeres Synodalverbandes zu Grunde gingen, einfach darum, weil ſie keine Lehrer hatten, die den an ſie ge⸗ ſtellten Forderungen betreffs des Engliſchen entſprechen konnten. Wollen wir unſere Schulen, namentlich im Oſten, nicht von den engliſchen Diſtricts⸗ ſchulen verſchlingen laſſen, ſo müſſen wir für's Engliſche ganz beſonders tüchtige Lehrer haben. Die erſte Generation ließ es ſich noch gefallen, daß ihre Kinder im Engliſchen keine vollkommene Ausbildung erhielten; aber dies nun heranwachſende Geſchlecht verlangt, daß ſeine Sprößlinge in unſern Schulen richtig engliſch leſen und ſchreiben lernen, kurz, eine durchaus cor⸗ recte Ausdrucksweiſe ſich aneignen. Wie kann nun dieſen Anforderungen ein Genüge geſchehen? Nun und nimmer durch unſer Lehrerſeminar, ſo lange es durch Verhältniſſe gebunden iſt, die es nicht geſtatten, ſolchen An⸗ forderungen Entſprechendes zu leiſten, ſelbſt wenn unſere lieben Profeſſoren im Stande wären, bei ihren Schülern eine noch höhere Ausbildung im Eng⸗ liſchen zu erreichen, als bisher. Um das Geforderte leiſten zu können, wäre ein dreijähriger Seminarcurſus nöthig, und für die geſchaffene Zeit auch eine eigene engliſche Profeſſur. Auch ſollte eine mehr als gewöhnliche Vorbildung, als Bedingung der Aufnahme in die Anſtalt, gefordert werden. Von Letzterem iſt indeß, wenn wir die Anſtalt nicht ſchwer ſchädigen wollen, noch einſtweilen abzuſehen. Man kann auch davon abſehen und trotzdem den geſtellten Anforderungen entſprechen, wenn ein dreijähriger Seminarcurſus eingerichtet und für denſelben eine eigene engliſche Profeſſur gegründet wird. Denn deß wird man ſich für's Erſte noch nicht erwehren können, auch ſolche junge begabte Leute in die Anſtalt aufzunehmen, die zur Zeit ihres Eintritts kaum einen Satz orthographiſch richtig ſchreiben können, will man ſich nicht gleich von vorneherein die Quellen verſtopfen, die unſer Seminar mit ihrem Segen erfüllen. Sobald der Knabe ſeine Confirmation hinter ſich hat, wird deſſen Aufnahme in unſer Seminar begehrt. Woher ſollen Eltern aus Landgemeinden eine höhere Vorbildung für ihre Kinder nehmen? Es bietet ſich ihnen keine Gelegenheit dafür. Den Paſtoren ſolcher Gemeinden fehlt es meiſt an der nöthigen Zeit, hätten ſie auch ſonſt Luſt und Liebe dazu. Unzufrieden damit, daß ihre Kinder behufs der Vorbildung ſich noch längere Zeit gedulden ſollen, ſtecken ſie dieſelben — wenn auch, nach ihrer Meinung, nur einſtweilen — in ein Geſchäft, und die Kinder ſind in den meiſten Fällen für uns verloren. Nun vollends erſt, was muſikaliſche Vorbildung betrifft! Da iſt es der Regel nach rein unmöglich, daß dieſe ihnen zu Theil werden kann. Mit Dieſem allen müſſen wir rechnen. Nun bedenke man, welche [SCAN: In „Landgemeinden" (Z. „Woher ſollen Eltern aus Landgemeinden …") ſind die mittleren Sorten „ein" beſchädigt bzw. nicht ausgedruckt; das Wort iſt nach dem Zuſammenhang als „Landgemeinden" geleſen. Druckſchaden, kein Scanfehler.]