# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Januar 1857_S6 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 6 Ueber die Wirkung der Sacramente. schriftgemäße sei: so laßt uns das theuer vererbte Kleinod reiner Lehre auch in diesem Stück treulich bewahren, den gefährlichen Irrthum fliehen, von der erkannten Wahrheit nicht einen Finger breit weichen und den Gegnern nimmermehr zugestehen, daß sie in diesem Stück lutherisch lehren und lutherisch seien. So heißt es aber im VII. Art. der Apologie „von den Sacramenten und ihrem rechten Brauch“: „Denn dazu sind die äußerlichen Zeichen eingesetzt, daß dadurch bewegt werden die Herzen, nämlich durchs Wort und äußerliche Zeichen zugleich, daß sie gläuben, wenn wir getauft werden, wenn wir des HErrn Leib empfahen, daß Gott uns wahrlich gnädig sein will durch Christum, wie Paulus sagt: der Glaub ist aus dem Gehöre. Wie aber das Wort in die Ohren gehet, also ist das äußerliche Zeichen für die Augen gestellet, als inwendig das Herz zu reizen und zu bewegen zum Glauben. Denn das Wort und äußerliche Zeichen wirken einerlei im Herzen, wie Augustinus ein fein Wort geredt hat. Das Sacrament, sagt er, ist ein sichtlich Wort. — Denn das äußerliche Zeichen ist ein Gemälde, dadurch dasselbige bedeutet wird, das durchs Wort gepredigt wird, darum richtet beides einerlei aus.“ Und in den Schmalkaldischen Artikeln Theil III, Art. 4: „Wir wöllen nu wieder zum Evangelio kommen, welches gibt nicht einerlei Weise Rath und Hilfe wider die Sünde; denn Gott ist überschwänglich reich in seiner Gnade. Erstlich durchs mündliche Wort, darin gepredigt wird Vergebung der Sünde in aller Welt, welches ist das eigentliche Amt des Evangelii. Zum andern durch die Taufe. Zum dritten durchs heilige Sacrament des Altars. Zum vierten durch die Kraft der Schlüssel, und auch durch gegenseitig Gespräch und Trost der Brüder, Matth. 18, 20. wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen“ ꝛc. — Desgleichen Art. 5: „Die Taufe ist nichts anders denn Gottes Wort im Wasser, durch seine Einsetzung befohlen, oder wie St. Paulus sagt Eph. 5, 26: das Wasserbad im Wort; wie auch Augustinus sagt: kömmt das Wort zum Element, so wirds ein Sacrament.“ — Hier wird also den Sacramenten und dem Wort des Evangeliums ganz ein und dieselbe Wirkung zugeschrieben, und daß dies die reine biblische Wahrheit sei, ist aus Röm. 1, 16. im Vergleich mit Marc. 16, 16., Tit. 3, 5., 1 Petr. 3, 21. unzweifelig gewiß, denn wie in der ersteren Stelle dem Evangelio die Kraft beigelegt wird, selig zu machen, so in den letzteren dem Sacrament der heil. Taufe. Und demgemäß haben denn auch auf Grund dieser klaren Stellen heil. Schrift und in Uebereinstimmung mit unseren theueren schriftgemäßen Bekenntnissen unsere treuen Lehrväter einmüthiglich gehalten, daß alle Gnadenmittel einerlei Wirkung haben. So schreibt z. B. Chemnitz in seinem Examen Conc. Trident. Pars II, Loc. I. „von den Sacramenten im Allgemeinen“: