# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 20 — ſind, 39 noch in dieſem Jahre in dasſelbe werden berufen werden. Unſere lieben Herrn Profeſſoren hat der treue Gott in dieſer Zeit geſund erhalten, daß ſie ungeſtört ihr Amt ausrichten konnten und mit aller Treue ausge⸗ richtet haben. Nur hat das Seminar einen großen Verluſt dadurch erlitten, daß Herr Prof. Schmidt im Herbſt 1876 von der ehrw. Norwegiſchen Synode, von der er angeſtellt worden war, an ihr in Madiſon, Wis., neuerrichtetes praktiſches Seminar berufen worden iſt. Nach Abberufung des Herrn Prof. Schmidt mußte in unſerem Seminar der engliſche Unterricht, namentlich die Beurtheilung der in engliſcher Sprache ausgearbeiteten Predigten, ganz unterbleiben. Auch andere Collegien konnten nicht ſo fortgeführt werden, wie ſie von Prof. Schmidt gehalten worden waren. Die Anſtellung eines engliſchen Profeſſors iſt daher durchaus nothwendig und zwar, wenn mög⸗ lich, ſofort, damit derſelbe zu Anfang des nächſten neuen Studienjahres ſei⸗ nen Unterricht beginne. Auch ſollte noch ein Profeſſor für die ſyſtematiſche Theologie angeſtellt werden, der bei Lebzeiten des Herrn Prof. Dr. Walther ſich in dieſes Amt einarbeite. Gerade das theoretiſche Seminar, welches am meiſten mit Lehrkräften ausgerüſtet ſein ſollte, hat deren am wenigſten, und dieſe Wenigen ſind noch außerdem mit vieler und ſchwerer Arbeit für Syno⸗ dalzwecke überladen. Was erſtlich die engliſche Profeſſur betrifft, ſo iſt es nicht ſchwer, ſich davon zu überzeugen, daß dieſelbe in unſerem Seminar unerläßlich nöthig iſt. Wir leben in einem Lande, in welchem die engliſche Sprache die vor⸗ herrſchende iſt. Unſere Studenten ſollten alſo nicht allein in deutſcher, ſon⸗ dern auch in engliſcher Sprache predigen können. Die rechtgläubige Kirche hier in Amerika ſollte ein Predigerſeminar haben, in welchem ausſchließlich vermittelſt der engliſchen Sprache unterrichtet würde, damit wir Prediger be⸗ kämen, die in ſprachlicher Hinſicht den beſten engliſchen Predigern ebenbürtig wären und denſelben weder im Denken noch im Beweisführen nach engliſcher Dialektik im geringſten nachſtänden. So lange aber kein ſolches Seminar vorhanden iſt, müſſen wir Sorge tragen, daß dieſes Ziel, wenn auch nur an⸗ nähernd, in unſerem deutſchen Seminar erreicht werde. Immer zahlreicher werden auch ſolche deutſche Gemeinden, die als Bedingung an den von ihnen zu berufenden Prediger die Forderung ſtellen, daß er auch engliſch müſſe pre⸗ digen können. Wir ſind alſo genöthigt, dafür zu ſorgen, daß unſere Pre⸗ diger im Stande ſind, auch in engliſcher Sprache zu predigen. Beſchloſſen, daß die engliſche Profeſſur in unſerem Seminar durch einen für dieſelbe ſich eignenden Profeſſor wieder beſetzt werde. Da die baldige Anſtellung eines engliſchen Profeſſors ein dringendes Bedürfnis iſt, und die Allgemeine Synode für außerordentliche Fälle ſich das Recht vorbehalten hat, wenn ſie in Sitzung iſt, Wahlen zur Beſetzung von Lehrerſtellen für ihre Anſtalten ſelbſt zu vollziehen (vergl. „Nachträge zum Synodal⸗Handbuch“ S. 4): Beſchloſſen, daß die Synode bei ihrer gegenwärtigen Verſammlung einen engliſchen Profeſſor erwähle.