# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S108 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 108 — Unterſtützung altersſchwacher Paſtoren. Von Herrn Paſtor Brohm war ein dies betreffender Antrag eingegan⸗ gen. Die Vorcommittee hatte denſelben günſtig begutachtet. — Beide Schrif⸗ ten wurden verleſen und noch folgende mündliche Bemerkungen dazu gemacht: Scheint es auch, als ſei etwas dagegen zu ſagen, daß die Synode als ſolche eine derartige Anſtalt errichte, indem ja die Prediger in ihrem Alter nicht etwa das Gnadenbrod von der Gemeinde empfangen ſollen, ſondern aus ſchuldiger Pflicht zu erhalten ſind, ſo iſt doch zu bedenken, daß nicht jedesmal der Geiz, ſondern wirkliches Unvermögen kleiner und armer Gemeinden die Urſache iſt, wenn altersſchwache Prediger nicht die Verpflegung finden, die ihnen ge⸗ bührte. Zudem iſt die Synode eine Anzahl Gemeinden, die in Gemeinſchaft miteinander ſtehen und unter einander Glieder ſind. Da ſoll denn Einer für Alle, und Alle für Einen ſorgen. Wenn altersſchwache Prediger ihre letzten Tage „mit Seufzen“ zubringen und dabei ihr Thränenbrod eſſen müſſen, weil ſie verlaſſen werden, ſo gereicht das der Synode zu keinem Segen. Dagegen ſteht die Verheißung feſt: „Und wer dieſer Geringſten einen nur mit einem Becher kalten Waſſers tränket in eines Jüngers Namen: wahrlich, ich ſage euch, es wird ihm nicht unbelohnet bleiben“, Matth. 10, 42., und abermal: „Ich bin hungrig geweſen und ihr habt mich geſpeiſet ꝛc. Wahrlich, ich ſage euch: Was ihr gethan habt Einem unter dieſen meinen geringſten Brüdern, das habt ihr mir gethan“, Matth. 25. Wenn Chriſtus ſelber altersſchwach zu uns käme, gewiß würden wir alles thun, ihn aufs allerbeſte zu verpflegen. Nun aber kehrt er wirklich alſo bei uns ein in ſeinen betagten Dienern. Darum laßt uns doch Schritte thun, daß der gemachte Vorſchlag ſobald als möglich in's Werk geſetzt werde. — Dazu ſoll uns erſtens bewegen die Liebe zu den altersſchwachen Paſtoren, ſodann aber auch die rechte Sorge für die Gemeinden, damit ſie keinen Schaden leiden. Im alten Vaterlande iſt es von jeher ſo geweſen, daß eine Kaſſe pro emerito geführt wurde, oder ihm war die Hälfte des jährlichen Einkommens zugeſprochen. Der Antichriſt ſorgt ſogar für ſeine Creaturen, Mönche, Nonnen und anderes Geſchmeiß — und wir ſollten uns nicht der „Nothdurft der Heiligen“ annehmen? Hierauf wurde beſchloſſen: 1) eine Committee zu ernennen, die dieſe Angelegenheit in die Hand nehme; 2) Glieder dieſer Committee ſollen ſein die Herrn Paſtoren Bünger und Brohm und der Allgemeine Caſſirer, Herr Schuricht; 3) die gegenwärtige Krankenkaſſe für Paſtoren ſei hinfort eine unter Leitung der Synode ſtehende Caſſe und werde fortan auch auf Emeritirte ausgedehnt; 4) der Allgemeine Präſes und die Diſtricts⸗Präſides ſollen darüber verfügen, wer zu unterſtützen und wer als Emeritirter anzu⸗ ſehen ſei.