# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S87 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 87 — denſelben vielleicht gerade von dem Gegenſtande predigen läßt, wodurch der oder jener Menſch aufgeweckt werden könnte. Da iſt er nun eilig dabei, den Menſchen gerade von dem Beſuche dieſes Gottesdienſtes abzuhalten, und der Menſch läßt ſich leicht abhalten und verſieht ſo die Stunde ſeiner Heimſuchung. Wie mancher wird in der Ewigkeit von Gott hören: An dieſem Sonntage hatte ich den Prediger getrieben, dieſes und dieſes zu handeln, was dir zu deinem Heile hätte dienen können, wodurch du hätteſt können aufgeweckt werden, aber du haſt dem Teufel und deinem trägen Fleiſch gefolgt und biſt weggeblieben. — Das ſollen die Deputirten doch zu Herzen nehmen und auch ihren Gemeinden vorhalten. Ferner heißt es unter dem, was die Gemeinden zur Erhaltung des Se⸗ gens zu thun haben: „Die Gemeinden ſollen auch chriſtliche Gemeindeſchulen errichten und fördern.“ Das iſt unter uns ja eine ausgemachte Sache, daß wir unſere Kinder nicht in die öffentlichen Schulen ſchicken, ſondern Gemeinde⸗ ſchulen haben. Auch eine bloße Sonntagsſchule befriedigt unſere Bedürfniſſe nicht, iſt nur ein armſeliger Behelf. Unſere Gemeindeſchulen ſind die Baum⸗ ſchulen der Kirche, aus welchen die jungen Bäumchen, nachdem ſie wohl heran⸗ gewachſen ſind, in den Obſtgarten der Kirche verpflanzt werden. Je beſſer unſere Gemeindeſchulen, um ſo beſſer wird auch der Zuſtand unſerer Gemein⸗ den ſein. Keine Gemeinde ſoll die Laſten ſcheuen, welche mit Errichtung einer Gemeindeſchule verbunden ſind. Doch nicht allein errichten ſoll man Gemeindeſchulen, ſondern auch fördern; thun wir dies nicht, ſo dürfen wir uns nicht wundern, wenn manche Eltern, welche Gemeindeglieder ſind, ihre Kinder aus der Gemeindeſchule nehmen und ſie in die öffentlichen Schulen ſchicken. Auch in den Gegenſtänden, welche nur zu dieſem zeitlichen Leben gehören, ſollen Gemeinden ihre Schule zu heben befliſſen ſein. Die Gemein⸗ den haben ja die Mittel von Gott empfangen, ihre Schulen zu heben; obwohl anfänglich bei ihrer Ankunft in dieſem Lande arm, ſind doch viele nun zu Wohlhabenheit gelangt. Wozu? Haben ſie dieſelbe dazu, ihren Kindern große Schätze zu hinterlaſſen? Nein, gewiß nicht, ſondern vor allem dazu, auch ihren Kindern die himmliſchen Schätze zu behalten. Unſere Gemeinde⸗ glieder ſollten nicht unwillig werden, daß ſie ihre Schul⸗Taxen dennoch be⸗ zahlen müſſen, denn der Staat muß ja auch Schulen haben. Hiebei wurde bemerkt, daß die Schule Sache der ganzen Gemeinde ſei, nicht allein derjenigen, welche ſchulpflichtige Kinder haben. Auch diejenigen, welche keine Kinder haben oder deren Kinder ſchon erwachſen ſind, ſollen doch gern mithelfen. Als ein ſchweres Hinderniß für das Gedeihen der Schule, beſonders auf dem Lande, bezeichnete man die allzuhäufigen Verſäumniſſe. Unſere Schule, hieß es ferner, iſt nach der reinen Lehre unſer höchſter Schatz, den wir haben. Der größte Jammer in den amerikaniſchen Kirchen iſt neben der falſchen Lehre, daß ſie keine Gemeindeſchulen haben, ihre Kinder in die Staatsſchulen ſchicken, und die Gemeindeſchulen haben eingehen laſſen. Anfänglich war das frei⸗ lich noch nicht ſo ſchlimm, als nun; weil anfänglich noch mehr religiöſer