# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Dezember 1856_S380 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 380 Vermischte kirchliche Nachrichten. diese Vereinigung gerade jetzt um so mehr noth thut, als der Kampf in unserer Kirche von Tag zu Tag innigere Vereinigung solcher erheischt, welche aufrichtige Liebe und Treue, wenn oft auch in Schwachheit, zu den Symbolen unserer Kirche kundgeben.“ (Wir bemerken hierzu zunächst für unsere Person, daß wir diese Ermahnung mit herzlichem Danke aufnehmen, jedoch auch den lieben Brüdern zu bedenken geben, daß wir nur Einen Weg zu wahrem Frieden kennen, und dieser ist Einigung in der Lehre. So lange die reine evangelische lutherische Lehre, die wir der Buffalo⸗Synode gegenüber vertreten, von derselben verdammt, verlästert und verdreht wird, ist kein Friede möglich, und gibt auch dieselbe dieses Verfahren auf, so kann unsere Synode sich auch um des Gewissens willen nicht dazu verstehen, darüber Buße zu thun, daß sie in der Zeit, in welcher die Buffalo⸗Synode unsere lutherische Lehre verdammte, diejenigen annahm, welche sich um der Lehre willen von derselben trennten. So lange auch solche „Blicke“ in die Missouri⸗Synode gethan werden, wie in den jetzt laufenden Nummern des „Informatorium,“ wobei selbst solche Stücke von einem ehemaligen Schreiber unserer Synode verrätherisch veröffentlicht werden, welche demselben officiell anvertraut waren und welche von der Synode, weil dieselbe sie nicht billigte, unterdrückt wurden; so lange überhaupt die Buffalo⸗Synode die unsrige hämisch anzugreifen fortfährt: so lange kann unsere Synode um ihrer Selbstvertheidigung willen auch nicht schweigen. Sollte aber vor der Hand zwar eine Einigung in der Lehre unmöglich sein, aber von Seiten der Buffalo⸗Synode die Verdammung unserer Lehre aufgegeben und, was in der Vergangenheit um deswillen von unserer Seite geschehen, auf sich beruhen gelassen und so die Hand zur Versöhnung, die wir bieten, angenommen werden: so würden wir uns dazu für heilig verpflichtet ansehen, trotz der noch nicht ausgeglichenen Lehrdifferenz ein brüderliches Verhältniß zwischen uns und denen von der Buffalo⸗Synode zu wahren.) Der „Missionary“ von Pittsburg kann sich noch immer nicht mit dem von der „Allgemeinen Conferenz“ befolgten Grundsatz versöhnen, nur solchen in ihrem Kreise Sitz und Stimme zuzugestehen, welche sich ohne Vorbehalt zur Unveränderten Augsburgischen Confession bekennen. In einem Referat über die Verhandlungen der genannten Conferenz, das der „Missionary“ in der Nummer vom 23. Oct. gibt, macht derselbe am Schlusse den Vorschlag, daß im October des nächsten Jahres, in der Woche vor Abhaltung der Generalsynode in Reading, Pa., eine allgemeine Conferenz abgehalten werden möge, „welche allen Predigern und Gliedern der lutherischen Kirche, die daran Theil zu nehmen wünschen, offen stehe.“ Der „Missionary“ überlegt nicht, daß er hiermit eigentlich demselben Grundsatz folgt, den er verwirft, denn nur diejenigen sind Prediger und Glieder der luth. Kirche, welche sich mindestens ohne Vorbehalt zu dem Grundbekenntnisse dieser Kirche bekennen. Wahrscheinlich ist der Sinn, daß alle eingeladen sein sollen, welche sich lutherisch nennen. Die Wittenberg⸗Synode, versammelt gewesen am 5. September, hat folgenden Beschluß gefaßt: „Daß wir in Betracht der Wichtigkeit der Platform⸗Bewegung und der herzlichen Aufnahme, welche dieselbe unter den Laien gefunden, die Platform unseren Gemeinden zur Annahme empfehlen.“ Zugleich spricht die Synode ihre Freude darüber aus, daß die Platform durch die englische Synode von Ohio, die Olive Branch Synode von Indiana, die nördliche Synode von demselben Staate und die Kentucky Synode adoptirt, von der Miami Synode die Augsburgische Confession im Sinne der Platform angenommen und von der Pittsburg Synode ihr ein solcher Einfluß gestattet worden, daß dieselbe nun vor dem Eindringen des „Symbolismus“ gesichert sei. Die „Evangelische Gemeinschaft,“ deren Organ der in Cleveland erscheinende „Christliche Botschafter“ ist, scheint auch mehr und mehr zu dem Bewußtsein zu erwachen, daß sie einer Reformation bedürfe. In dem genannten Blatte werden in einem durch viele Nummern hindurchgehenden Artikel eine große Anzahl von Gebrechen gerügt, an denen das Ministerium dieser Gemeinschaft leidet. Von den sogenannten Localpredigern heißt es darin in der Nummer vom 5. Nov.: „Solche sind treue Mithelfer im Weinberge des Herrn.. Nur Schade, daß die Zahl derselben verhältnißmäßig so gering ist!“ Von