# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S67 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 67 — rechtgläubigen Prediger, wir haben die Sacramente nach der Einſetzung Chriſti, wir haben Schulen für unſere Kinder, die mögen ſpäter zu ihrer Zeit auch ſehen, wie ſie das alles bekommen. Solche Geſinnung iſt im höchſten Grade traurig. Der Zweck, den Gott mit einem Menſchen in dieſer Welt hat, iſt, daß er den Nutzen anderer ſuchen ſoll. Wenn es das nicht wäre, ſo würde Gott die Menſchen, ſobald ſie Chriſten geworden ſind, von der Welt in ſeinen Himmel nehmen. Aber nein, er läßt ſie hier, und zwar deswegen, damit ſie der Welt zum Segen ſeien. Und eine ganze Synode läßt er deswegen ent⸗ ſtehen und erhält ſie, damit ſie ein Sauerteig werde. Nicht nur ſoll ſie alſo für ihre Glieder ſorgen, ſondern auch für ihre Nachkommen. Wir ſollen darum mit allem Fleiß Sorge tragen für unſere Anſtalten, damit das Wort, welches wir haben, auch auf unſere Kinder vererbt werde. Dieſer Kainsſinn: Was haben wir um die zu ſorgen, wenn wir nur Prediger haben und ver⸗ ſorgt ſind, iſt eben ein widerchriſtlicher Sinn, und wir Prediger ſollen allen Ernſt daran wenden, ihn auszutreiben. Ein jeglicher Chriſt hat die Pflicht, dafür zu ſorgen, daß die, welche nach ihm kommen, das Wort Gottes rein überkommen, wie er die Pflicht hat, dafür zu ſorgen, daß er es ſelbſt habe, und wenn eine ganze Synode dieſe Sorge gar aufgibt, hört ſie auf, eine chriſt⸗ liche Synode zu ſein. In Amerika iſt dagegen viel geſündigt worden, zum Theil auch aus verkehrten Anſichten. Faſt alle Synoden haben ſehr faul und zum Theil gar nicht für Erziehung und Ausbildung von Predigern und Schullehrern geſorgt. Es wurden hier ein paar Zeugniſſe aus dem vorigen Jahrhundert verleſen, welche uns noch mehr veranlaſſen müſſen, Sorge für Erhaltung und Vererbung der reinen Lehre zu tragen, weil man, wie aus dieſen Zeugniſſen hervorgeht, ſchon damals voll Hoffnung für die Kirche nach dieſem Welttheil geblickt hat. Dr. Freſenius ſagt nämlich in der Vorrede zum 20. Theil ſeiner Paſtoralſammlungen v. J. 1756, worin Nachrichten von den lutheriſchen Gemeinden in Pennſylvanien enthalten ſind, Folgendes: „Laſſet uns für die beſſere Pflanzung und Ausbreitung des Weinberges Gottes in Amerika bitten. Laßt uns ſeinen Bau auf alle mögliche Weiſe befördern helfen. Laſſet uns bedenken, daß vielleicht dieſer entlegene Welt⸗ theil mit der Zeit, wenn Gott die europäiſchen Chriſten we⸗ gen ihrer großen Undankbarkeit mit ſchweren Strafgerichten heimſuchet, eine Gegend der Zuflucht und der Rettung für die wenigen Gläubigen werden könne.“ Ferner ſpricht ſich Diakonus Uhrlandt in Gera im Jahre 1784 in ſeiner Schrift: „Ueber die Zeichen un⸗ ſerer Zeit“, nachdem er von der Entziehung der rechten Chriſtuslehre geredet hat, ſo aus: „So gegründet dieſe Furcht iſt, die durch Erwägung vieler tau⸗ ſend anderer Umſtände, die da ſind und die ich kenne, aber unmöglich anführen kann, noch mehr Gewicht bekommt, ſo darf uns doch für die Kirche JEſu Chriſti ſelbſt nicht bange ſein; die ſoll und wird bleiben, wenn ſie auch, da die Erde groß iſt, ſich außer Europa wieder bauen ſollte. Und hierzu, wie ich das ſchon vor acht Jahren in einer Druckſchrift geäußert habe, laſſen