# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S56 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 56 — wurden die Worte beſprochen: „Einigkeit in der rein lutheriſchen Lehre.“ Es wurde geſagt: Es heißt nicht: Einigkeit in der rein chriſtlichen Lehre, ſondern: Einigkeit in der rein lutheriſchen Lehre. Damit ſoll geſagt werden: Gott hat uns erkennen laſſen, daß Luther der Reformator der chriſt⸗ lichen Kirche ſei, daß er nicht ein halbes, ſondern das ewige Evangelium gepredigt habe, daß ſeine Lehre nichts anderes ſei, als das wieder an das Licht gebrachte reine, ſeligmachende Wort Gottes. — Unſere Feinde ſagen: Mit der Einigkeit der Miſſouri⸗Synode iſt es nicht weit her. Jetzt ſind die Miſſourier noch alle unter einem Hut; aber wer weiß, wie lange das dauert. Es ſind jetzt ſchon verſchiedene Geiſter unter ihnen. Allein wir entgegnen dieſen unſeren Feinden: Es iſt wahr, wir erkennen die Gefahren an, die unſerer Einigkeit drohen; aber hier iſt unter der Einigkeit in der rein luthe⸗ riſchen Lehre nichts zu verſtehen, als daß alle ſich einmüthig bekennen zu den ſämmtlichen Symbolen der lutheriſchen Kirche, daß auch unſerer Lehre gemäß in der Kirche gelehrt, daß keine falſche Lehre unter uns geduldet wird. Wir wiſſen: Wir ſind nicht ſicher davor, daß nicht auch unlutheriſche Geiſter unter uns ſind. Wer kann das wiſſen? Im Gegentheil: Gottes Wort warnt die Kirche: „Auch aus euch ſelbſt werden aufſtehen Männer, die da verkehrte Lehren reden, die Jünger an ſich zu ziehen.“ Aber dem ſei, wie ihm wolle. Eine reine Kirche verdient dieſen Namen deswegen, weil diejenigen, die nicht des Geiſtes der Kirche ſind, ſich ducken müſſen. Erſt wenn das auf⸗ hört, hört die Kirche auf, eine reine zu ſein. Und zwar betrifft das Lehre und Leben. Solange eine Kirche ſo ſteht, daß die, die nicht ihres Geiſtes ſind, ſich ducken müſſen, können noch ſo viele falſche Geiſter in ihr ſein und murren, das macht ſie nicht falſch. Ja, die Kirche kann hier auf Erden nicht anders ſein. Da ſind immer die non-sancti admixti (die Nichtheiligen bei⸗ gemiſcht), wie es im lateiniſchen Text der Augsburgiſchen Confeſſion heißt. Die reine lutheriſche Kirche ſind nur die, die ſich treu zu der Lehre der ſym⸗ boliſchen Bücher halten. Die anderen ſind ihr nur beigemiſcht. Wenn aber aus dem Beigemiſchten ein Beſtandtheil wird, dann hört die lutheriſche Kirche auf, eine reine Kirche zu ſein. Wir laſſen uns daher nicht bange machen, wenn unſere Feinde ſagen, daß unter uns ſolche ſind, die nicht mit uns ſtimmen. Was ſie uns ſagen, wiſſen wir ſelbſt; denn Gottes Wort ſagt uns, daß die Kirche nicht ohne falſche Geiſter bleibe; aber ſolange uns Gott in ſeiner Gnade und in der lebendigen Erkenntniß ſeiner Wahrheit erhält, ſollen dieſe falſchen Geiſter nicht unter uns aufkommen. Sie müſſen ſich entweder ducken, oder, wenn ſie offenbar geworden ſind, hinaus. Wir leiden es nicht, daß einer eine Lehre öffentlich vorbringe, die wider das Bekenntniß unſerer Kirche iſt. Lieber ſterben, lieber die Synode in Millionen Fragmente zerſchlagen laſſen, als die Einheit der reinen Lehre verlieren. Haben wir die nicht mehr, ſo haben wir kein Recht zu beſtehen, ſo ſind wir nichts. Mit unſerer Heilig⸗ keit können wir nicht prangen, auch nicht mit unſerer Ordnung, Organiſation der Aemter u. dergl. Haben wir die reine Lehre nicht mehr, ſo ſind wir geiſt⸗