# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Dezember 1856_S377 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Aus und über Süd⸗Australien. 377 Bei dieser Gelegenheit möge schließlich noch bemerkt werden, daß die Abschaffung des Hannoverschen Landes⸗Katechismus bereits beschlossen ist. Welcher ältere an dessen Stelle treten wird, ist noch nicht entschieden, vielleicht der alte Lüneburgische. (Aus P. Ehlers Kirchenblatt.) Aus und über Süd⸗Australien sind wiederum Mittheilungen zu machen, welche für die Leser des Kirchenblatts nicht ohne Interesse sein dürften. Zunächst ist es die um Michaeli v. J. erfolgte Anstellung von drei neuen Pastoren unsers Bekenntnisses, welche in einem Schreiben aus Lyndoch⸗Valley vom 28. Jan. 1855 gemeldet wird. Darin heißt es also: „P. Fritzsche ist Prediger in Lobethal, P. Meyer, früherer Missionar, ist in Bethanien. In Blumberg ist P. Hensel, in Hahndorf P. Strempel und hier bei uns in Hoffnungsthal ist P. Oster, Sohn des P. Oster früher in Posen. Letztere drei sind die vom P. Fritzsche ausgebildeten und seit Michaelis in die Aemter getreten. Wofür wir Gott zu loben haben, so daß wir jetzt 5 lutherische Prediger haben, die das Bekenntniß der lutherischen Kirche fest und treu halten und vertheidigen. Die Fehde mit P. Kavel ist als entschieden beigelegt, nämlich wir sind völlig separirt.“ — In Beziehung auf die inneren Zustände werden die früheren Mittheilungen gleichfalls und durchaus bestätigt. Darüber ließ sich kürzlich eine gewichtige Stimme in einem Schreiben vom 25. Februar d. J. also vernehmen: „Gern möchte ich Ihnen in Beziehung auf die lutherische Kirche in Süd⸗Australien Einiges mittheilen, doch will es mir die Zeit jetzt nicht erlauben. — Nur so viel muß ich bemerken, daß wenn meinen Glaubensbrüdern in Preußen ihr und ihrer Kinder Seelenheil am Herzen liegt, sie sich nicht einfallen lassen mögen, hierher auszuwandern. Wohlhabenheit, bürgerliche wie kirchliche Freiheit, was unsere lutherischen Christen zur Buße leiten sollte, das führt zum Abfall, wenn gleich bei Manchem nicht gerade zum Abfall von der Kirche, doch von Christo. Viele von den alten Lutheranern, die in den Verfolgungsjahren in Preußen treue Jünger und Nachfolger des HErrn gewesen, sind hier Weltkinder geworden. Weltliche Vergnügungen und Lustbarkeiten, die Befriedigung sündlicher Begierden, früher mit Ernst verabscheut und geflohen, die sollen jetzt keine Sünde mehr sein; ja man legt sich recht darauf, Dinge zu ersinnen und in Ausübung zu bringen, um nur den Frommen zu Trotz und der Gottseligkeit zu Schaden zu handeln. Und nun erst die Jugend, die von jener Noth nichts erfahren hat, die läßt sich nun erst gar nicht bringen unter das sanfte Joch Christi. Der HErr erbarme sich unser!“ — Nun, der HErr erbarme sich unser Aller, die seinen Namen bekennen; Er heile die Brüche Zions und schaffe, daß wir hier und Jene dort — ihm dienen mögen in Heiligkeit und Gerechtigkeit, die ihm wohlgefällig sind! Friede und Barmherzigkeit sei über den Israel Gottes! — R.