# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Dezember 1856_S376 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 376 Berichtigung. für welche Missionsgesellschaft er seine Beiträge bestimmen wolle. Doch auch dieser Vorschlag erschien Vielen bedenklich, daher man noch immer zu keinem festen Entschlusse gekommen ist. Vorläufig erbietet sich der „Sonntagsbote“, Beiträge für Leipzig anzunehmen. Vor noch nicht 20 Jahren untersagte die Weimarer Kirchenbehörde ihren Pfarrern die Theilnahme am Missionswesen, und noch lange nachher hat man sich mit allen Kräften gegen die Mission gewehrt und gemeint, man könne das Land gegen diese Schwärmerei (so sah man's an) absperren. Es ist nicht gelungen; allgemein und öffentlich erkennt man nun auch hier zu Lande an, daß den Heiden die Heilsbotschaft zu bringen, Christenpflicht sei; ja die Kirche als solche erhebt ihre Stimme und ist nicht mehr zufrieden mit Heidenmission überhaupt, sondern will sie auf ihrem Grunde, d. i. auf dem Grunde des Bekenntnisses erbaut wissen. Daß sie das jetzt auch in Weimar öffentlich und angesichts der Behörden thut, die die Bekenntnißfrage als etwas den Frieden störendes in den Hintergrund drängen möchten, das ist ein erfreuliches Zeugniß, wie mächtig der Zug zu einem gründlichen und festen Kirchenbau, zu Wahrheit und Entschiedenheit durch unsere Zeit geht; und wie klein auch die kirchliche Partei in Weimar noch sein mag, sie steht auf dem Boden des Rechts und schreitet vor auf dem Wege des Sieges. (Eingesandt.) Berichtigung. Schreiber dieses findet im November⸗Hefte d. J. von „Lehre und Wehre“ eine Mittheilung aus dem „Freimund,“ über das gegenseitige Verhältniß der lutherischen und reformirten Gemeinde des Consistorii Stade in Hannover. Seine genaue Kenntniß der beiden ausdrücklich genannten Orte, Lehe und Ringstedt, setzt ihn in den Stand, jene Mittheilungen zu berichtigen, und gerechte Pietät macht es ihm zur Pflicht. Den „Freimund“ in Deutschland mögen diejenigen zur Rede stellen, welche es angeht; „Lehre und Wehre“ kann sich nur freuen, bessere Botschaft zu bringen. Daß die lutherische und reformirte Gemeinde in Lehe denselben Kirchen⸗ und Schulvorstand haben, der reformirte Pastor bei Gelegenheit den Vorsitz führe bei allen Kirchen⸗ und Schulangelegenheiten, auch der lutherischen Gemeinde; daß der reformirte Pastor bei der Communion dem lutherischen assistire und den Kelch reiche; daß derselbe bei der Confirmation assistire — alles dies ist einfach unwahr. Es soll zwar nicht behauptet werden, daß in jener Gegend die kirchlichen Verhältnisse tadellos seien; doch eben so ferne sei es, zuzulassen, daß daselbst das Bewußtsein confessionellen Unterschiedes in so erschrecklichem Grade geschwunden sei. — Hier in der neuen und geliebten Heimath, wo durch Gottes Gnade von vorn herein auf dem unverdeckten Grunde der Väter konnte aufgebaut werden, fällt ja ein schweres Stück der Arbeit ganz hinweg, nämlich den Schutt des verflossenen abtrünnigen Jahrhunderts hinwegzuräumen. Darum dürfen wir nicht vergessen, daß auch für die treuesten Streiter drüben es nicht so gar leicht ist, bei geschichtlich gegebenen Zuständen die rechte Scheidung zu treffen.