# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 32 — Freundſchaftsbande in Anſchlag bringen, die uns gegenſeitig verknüpfen, ſo darf ich wohl ſagen, die höchſten, heiligſten Beziehungen meines ganzen Lebens und Daſeins verbinden mich der Miſſouriſynode ganz zu Eins; in ihr ſehe ich meine eigentliche Glaubens- und Geiſtesgemeinſchaft auf Erden, die ich um ſo höher anſchlagen muß, je einſamer und verlaſſener wir Miſſourier uns hier in Deutſchland ſehen müſſen. Dazu kommt, daß die ganze Hälfte meines Lebens⸗ berufs, die Thätigkeit für meine hieſige Anſtalt, nur der Miſſouriſynode gilt. Seit Jahren habe ich es daher als ein Ideal meiner Wünſche und Hoffnungen angeſehen, vor meinem Ende noch einmal nach America kommen und meine theuren Brüder, meine vielen alten Schüler drüben ſehen und mich mit ihnen allen freuen zu dürfen. Es ſollte mir das, ſo däuchte mir, ein Vorſchmack des ewigen himmliſchen Freudenſabbaths ſein. Und nun bietet ſich mir die herrliche Gelegenheit dar; Ihre Liebe will mir alle Reiſekoſten erſetzen; Ihre Jubelfeier ſcheint ein Fall, bei dem ich faſt nicht ſcheine fehlen zu dürfen, ohne mich an dem Dank, den ich auch dem HErrn, und der Liebe, die ich Ihnen und den Brüdern ſchulde, zu verſündigen. So hat es ſchon ſeit vorigem November in mir hinüber und herüber gewogt. Ich habe geſucht, recht ernſt⸗ lich alles eignen Willens in der Sache mich zu entſchlagen, des HErrn Willen zu erkennen. Immer mehr ſcheint ſich mir der letztere aber in folgen⸗ den zwei Hinderniſſen, auf deren Bewältigung ich ſeit Monaten wartete, zu offenbaren.“ Im Folgenden beſchreibt nun der theure Mann 1. die auf ihm liegenden Pflichten in Betreff ſeines Paſtorats, ſeines Proſeminars, ſeines Miſſionsblattes und ſeiner ausgedehnten Correſpondenz, für welches alles kein Vertreter in Deutſchland zu haben ſei. „Kurz“, ſchreibt er, „ich ſtecke da nach allen Seiten, wie eine Triebfeder in einem Uhrwerk; wie ſoll es werden, wenn ich auf einige Monate da ſollte ſo ganz herausgeriſſen werden?“ Hier⸗ auf bezieht er ſich zum 2. auf ſeine angegriffene Geſundheit, die, obgleich ſie ihm in gewohnter Ordnung unausgeſetzte Arbeit erlaube, ihm doch gerade das Reiſen nicht geſtatte, was ihn regelmäßig völlig leiblich ruinire. Eine Reiſe nach America ſei daher für ihn „ein Riſico auf Leben und Tod“. „So iſt alſo“, fährt er fort, „für mich die Frage: Darf ich durch eine Reiſe, die mir ſolches Wagniß bringt, mich der Möglichkeit ausſetzen, meinen ganzen, bisher ſo reich geſegneten Beruf und Wirkungskreis ſo ſchwer zu gefährden, vielleicht ganz zu vernichten? Wäre es unmittelbar Berufspflicht, ſo gälte es ja freudig das Leben zu wagen. Aber ſo, wie die Sachen ſtehen, ſcheint es jetzt für mich die umgekehrte heilige Pflicht, meine abnehmenden Kräfte mög⸗ lichſt zu ſparen und zu ſchonen, um mich, ſo lang der HErr will, meinem Arbeitsfeld zu erhalten. Das iſt die Erwägung, die nach ernſteſter Prüfung vor dem Angeſicht des HErrn mir den Ausſchlag gegeben hat, und, wie ich meine, hat geben müſſen: da eine Reiſe nach America eine ſchwere Ver⸗ ſäumniß meiner gegenwärtigen Berufspflichten, ſowie ein Wagniß auf Leben und Geſundheit für mich iſt, ſo kann ich ſie nicht unternehmen, es ſei denn, daß ich ein beſtimmtes göttliches Gebot und Beruf dafür hätte.“ Als weniger