# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 31 — namentlich in dieſem Lande der Sammlung und Gründung, mitten unter ſchwärmeriſchen, die Jugend verachtenden Secten auch unſere Gemeinſchaft in Gefahr ſteht, in dieſer Sache ihre hohe Pflicht zu verkennen und zu verab⸗ ſäumen, ſo ſchlage ich als ein Mittel der Förderung dieſer hochheiligen Sache neben den Paſtoralpredigten auch das Halten von Schulpredigten vor, ſo oft unſere Synode oder deren Diſtricte ſich verſammeln. Zum andern aber drängt es mich, der Ehrw. Synode auch dieſes zu empfehlen, daß ſie eine dazu geeignete Perſon damit beauftrage, eine Art „Synodal⸗Handbuch“ anzu⸗ fertigen, in welchem alle noch gültigen Synodalbeſchlüſſe, alle Inſtructionen für ihre Beamten, alle Conſtitutionen ihrer Anſtalten, und dergleichen, ge⸗ ſammelt und überſichtlich zuſammengeſtellt werden ſollten, mit Beigabe eines genauen und vollſtändigen alphabetiſchen Regiſters. Es dürfte ein ſolches „Synodal-Handbuch“ einem keineswegs nur eingebildeten Bedürfniß um ſo mehr entſprechen, als leider manche von unſerer Synode gemachte gute, ſich durch die Erfahrung bewährt habende Beſtimmungen, ohne Zweifel vielfach aus Unkenntniß, theils ſowohl von Synodalbeamten, als von Synodal⸗ gemeinden und einzelnen Synodalgliedern mißachtet worden, theils doch zu einem todten Buchſtaben geworden ſind. So traurig es um eine kirch⸗ liche Gemeinſchaft ſteht, welche ihre Glieder mit menſchlichen, wenn auch noch ſo guten, Ordnungen, anſtatt mit dem Evangelio, regieren will, ſo iſt es doch auch weder dem Worte Gottes, noch der Praxis der rechten Kirche aller Zeiten gemäß, im Vertrauen auf den in einer kirchlichen Gemeinſchaft lebenden und ſich frei bethätigenden evangeliſchen Geiſt jede äußerliche Ordnung als un⸗ nöthig, ja wohl als unevangeliſch und ſchädlich abzuweiſen. Sowohl der mittlere als der öſtliche Diſtrict beauftragte mich, die Herren Paſtoren Harms in Hermannsburg und Brunn in Steeden ſchriftlich ein⸗ zuladen und zu bitten, uns die große Freude ihrer Gegenwart bei Gelegenheit unſerer diesjährigen Verſammlung zu ſchenken, indem ſich zugleich alle die⸗ jenigen, welche hiefür ſtimmten, dazu verpflichteten, dafür zu ſorgen, daß jenen um unſere Synode ſo hochverdienten Männern die Reiſekoſten erſtattet würden. Zwar bin ich nun dieſem Auftrage mit großer Freude nachgekommen; beide verehrte Männer haben aber leider die Einladung ausſchlagen zu müſſen ge⸗ glaubt. Hr. Paſtor Harms erklärte in kurzen an mich gerichteten freund⸗ lichen Zeilen, daß es ihm ſein doppeltes Amt als Prediger und Leiter der Miſſionsanſtalt ſchlechterdings nicht erlaube, eine ſo viel Zeit erfordernde Reiſe zu unternehmen. Hr. Paſtor Brunn aber ſchreibt u. a. Folgendes: „Wenn ich diesmal drei Wochen habe vergehen laſſen, ehe ich Ihr Schreiben beant⸗ worte, ſo iſt das ein Zeichen, woraus Sie auf den großen Kampf ſchließen können, der in mir gewogt hat, und deſſen Entſcheidung ich erſt abwarten mußte, ehe ich Ihnen ſchreiben konnte. Einen wirklich tiefen Kampf, gleich dem Kampf um eine wichtige Lebensfrage, hat es mir gekoſtet, um mich über Ihre Einladung, zur Synode und Jubelfeier nach St. Louis zu kommen, zu entſcheiden. Wollte ich auch gar nicht die ſo tiefen innigen Liebes⸗ und