# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1872_S30 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 30 — Paſtorat der lutheriſchen Gemeinden in Dresden und Planitz im König⸗ reich Sachſen erhielt, welche ſich in ihrem Gewiſſen genöthigt ſahen, ſich von der ſächſiſchen Landeskirche zu trennen, nachdem dieſelbe durch ihre höchſten Vertretungen die eingedrungene unirte Praxis als zu Recht be⸗ ſtehend beſtätigt, den alten Religionseid abgeſchafft und eine neue unio⸗ niſtiſche Verpflichtung auf die kirchlichen Bekenntniſſe eingeführt hatte, und da Hr. Paſtor Ruhland zu der Ueberzeugung kam, daß dieſer Ruf ein gött⸗ licher ſei, und er demſelben daher mit Zuſtimmung ſeiner vormaligen Gemeinde gefolgt iſt, auch bereits am 16. März d. J. ſeine Reiſe nach dem alten Vaterlande angetreten hat, ſo war es nicht nur demſelben unmöglich geweſen, die begonnene Denkſchrift fortzuſetzen und zu voll⸗ enden, ſondern es konnte auch bei der Kürze der Zeit keine andere Perſon gewonnen werden, welche im Stande geweſen wäre, das angefangene Werk zum Abſchluß zu bringen. — Sei mir bei dieſer Gelegenheit die Bemerkung erlaubt, daß ich zwar allerdings unſeren theueren ſächſiſchen Glaubensbrüdern die von mir erbetene Vermittelung zur Erlangung eines Predigers aus unſerer Mitte, nach Berathung mit der St. Louis Diſtricts⸗Paſtoralconferenz, nicht verſagen zu können geglaubt, daß ich jedoch in dieſer Sache keineswegs, wie die Blätter hüben und drüben gemeldet haben, als Allgemeiner Präſes im Namen der Synode, die mich dazu ja nicht bevollmächtigt hatte, ſondern als eine Privatperſon, lediglich als Bruder für mir ſo theuere Brüder im alten Vater⸗ land, gehandelt habe, indem ich es nun der Ehrw. Synode überlaſſe, ob ſie gewillt iſt, ſich über dieſe allerdings überaus wichtige Sache auszuſprechen, und, ob Gott will, die mit uns in voller Einigkeit des Glaubens und Be⸗ kenntniſſes ſtehenden jenſeitigen Brüder in ihrer höchſt ſchwierigen, bedrängten und mit großer Verantwortlichkeit verbundenen Lage durch ihr Zeugniß zu ſtärken, oder ihnen auch vielleicht durch eine, wenn auch geringe, materielle Unterſtützung brüderlich beizuſpringen. Wie die Ehrw. Synode aus der letzten Nummer des „Lutheraners“ erſehen hat, ſind ihr für ihre gegenwärtigen Verhandlungen eine Reihe leiten⸗ der Sätze vorgelegt über die Frage: „Welche Aufgabe haben wir zu löſen, damit der Segen, welchen Gott in den letzten 25 Jah⸗ ren über uns ausgeſchüttet hat, von uns nicht verſchüttet, ſondern auf unſere Nachkommen vererbt werde?“ Es ſind dieſe Sätze auf meine Bitte von dem Vicepräſes der Allgemeinen Synode, Hrn. Paſtor Brohm, entworfen worden, und wolle nun die Ehrw. Synode darüber entſcheiden, ob dieſelben unſeren diesmaligen Beſprechungen als der Haupt⸗ gegenſtand zu Grunde gelegt werden ſollen. Außer den bereits genannten Gegenſtänden werden wir uns noch mit mehreren Vorlagen der in den letzten Tagen, der Anordnung unſerer Synode gemäß, hier verſammelt geweſenen Synodal⸗Vorcommittee zu beſchäftigen haben. Hierbei ſei es mir geſtattet, nur noch zwei Vorſchläge vor die Ehrw. Synode zu bringen. Da die Sache der Schule von ſo unberechenbarem Einfluß auf die Sache der Kirche iſt, und