# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Dezember 1856_S372 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 372 Zeugniß eines Alten gegen das Licenziren. — Eine Erklärung in Betreff ꝛc. die da sein anzeigen, was für eine Ordnung zu Beruf der Prediger solle gehalten werden." (A. a. O. Vol. I. P. 2. p. 449.) Zeugniß eines Alten gegen das Licenziren. Können diejenigen, welche bei angestellter Prüfung zur Verwaltung des heil. Predigtamtes nicht gehörig vorbereitet erfunden werden, nichts desto weniger zu diesem Amte zugelassen werden; unter der Bedingung nehmlich, daß sie heilig versprechen, fleißig fortzustudiren? Auf diese Frage antwortet der alte dänische Theolog Dr. Caspar Erasmus Brochmand (gest. 1652): „Keineswegs. Denn erstens Paulus läßt nicht zu, daß Jemand zum heiligen Predigtamt geweiht werde, er sei denn sowohl lehrhaftig, als mächtig, den Widersprechern das Maul zu stopfen, 1 Tim. 3, 2., Tit. 1, 9. Zum andern erinnert der Geist Gottes ausdrücklich, daß sich derjenige fremder Sünden theilhaftig macht, welcher einer nicht hinreichend passenden Person die Hände auflegt, 1 Tim. 5, 22. Zum dritten, die Erfahrung bezeugt nur zu häufig, daß diejenigen, welche ohne Bildung (rudes) zum heiligen Amt zugelassen worden sind, in ihrer Ungebildetheit bleiben, mögen sie immerhin Fleiß im Lernen versprochen haben. Zum vierten, was werden wir Gott antworten, wenn viele von den Zuhörern verloren gehen, ehe der Pastor das gelernt hat, was er anderen einflößen soll? Ezech. 33, 1—8." (System. th. art. de min. f. 875.) Die Gründe, welche der alte treue Lehrer für seine Verneinung obiger Frage angiebt, dürften wohl ihre Anwendung auf das hier noch immer so oft befolgte Licenzsystem auch finden. (Aus dem Preuß.⸗luth. „Kirchenblatt" vom 1. Sept. 1856.) Eine Erklärung in Betreff der Lehre von der Kirche. Es ist im Kirchenblatt Nr. 10 von der Pastoralconferenz in Cöln Nachricht gegeben und zugleich berichtet worden, daß einer der versammelten Pastoren den Uebrigen in der Lehre von der Kirche widersprochen habe, später aber von seinem Widerspruch zurückgekommen sei. Dem Wunsche des Herrn Herausgebers, Näheres hierüber zu hören, entspreche ich sowohl aus dem herzlichen Verlangen, der Wahrheit öffentlich Zeugniß zu geben, als auch in dem Gedanken, manchem Bruder, dem es in diesem Punkte der Lehre ähnlich geht, wie mir, zur Warnung zu dienen. In dem Streit, der heut' zu Tag so vielfach die Kirche bewegt, nehmlich ob man unter dem Leibe Christi oder der wahren Kirche nur die sogenannte unsichtbare Kirche, d. h. die wahrhaft Gläubigen und Bekehrten zu denken