# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S67 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 67 — die erſte Anlage der Station freilich größere Summen erfordert hat, ſchreibt der Miſſionar Clöter, daß der jetzige Beſtand der Miſſion mit wenigen hun- dert Dollars jährlich erhalten werden könne, ſo lange nichts Beſonders vorkomme, da viele für den Haushalt nothwendigen Producte auf der Farm ſelbſt gezogen werden. Dabei hofft der Miſſionar auch, daß er in der ruhi⸗ gen Winterzeit einen ziemlichen Fortſchritt in der Indianerſprache werde machen können. Die unterzeichnete Miſſions⸗Commiſſion ſchlägt der hochwürdigen Synode ehrerbietigſt vor, über das fernere Fortbeſtehen der Station Gabi⸗ tawigama einen Beſchluß zu faſſen und räth dazu, daß man dem Paſtor Clöter wo möglich noch einen zweiten Miſſionar beigebe, der ihm in innern und äußern Angelegenheiten kräftig beiſtehe. Die Station eingehen zu laſſen, dazu können wir nicht rathen. Sollte es nicht möglich und thunlich ſein, dem Miſſionar Clöter einen zweiten Miſſionar zu Hülfe zu ſenden, ſo möge man die Station unter ſeiner Leitung allein fortbeſtehen laſſen, bis Gott uns entweder in dem herangereiften Heinrich Crämer eine tüchtige Hülfe gewährt oder ſonſt einen tüchtigen Mann ſchafft. Die beiden Indianerknaben Paulus und Philipp, welche vor einigen Jahren von Bethanien nach Fort Wayne geſandt wurden, um dort zum Lehramte unter ihrem eigenen Volke vorbereitet zu werden, machten beide mehrere Jahre hindurch ſehr gute Fortſchritte. Der eine von ihnen, Paulus, iſt leider entlaufen und treibt ſich in der Gegend von Detroit und St. Clair bei fremden Indianern umher, indem er allem Nachgehen des Miſſionar Mießler, um ihn zur Buße und zum gottſeligen Leben zurückzuführen, ausweicht. Der andere Knabe, Philipp, macht ſeinen Lehrern viele Freude und ſchreitet tüchtig fort. Der deutſchen Sprache iſt er vollkommen mächtig, ſo daß er fertig deutſch lieſt und ſchreibt, auch deutſch denkt. Die Uebung in der Indianiſchen Sprache hat er neulich bei einem längeren Beſuche, den er ſeiner Mutter in Bethanien abſtat⸗ tete, auch wieder erneuert, ging aber darauf gern und willig in ſeine Fort Wayner Verhältniſſe zurück. Kehren wir nun zum Anfang unſeres Berichts zurück, ſo können wir nicht unterlaſſen, Gott dem HErrn zu danken, daß Er uns in dem letzten dreijährigen Zeitraum gewürdigt hat, ſein Werk unter den Heiden dieſes Landes zu treiben. Sind uns doch die Indianer Amerika's ſonderlich ans Herz gewachſen und unter ihnen ſonderlich wieder die Chippeway's, die uns zunächſt wohnen. Von Erfolgen, die äußerlich ſichtbar wären, können wir nach dem Geſagten nicht reden, vielmehr müſſen wir fürch⸗ ten, daß die Bethanier zurückgekommen ſind. Böſe Einflüſſe der ſie rings umgebenden Weißen haben dazu mitgeholfen; doch ſind noch liebliche Elemente unter ihnen vorhanden, die gepflegt werden ſollten. So vergoß zum Beiſpiel, als Miſſionar Mießler bei einer ſeiner Beſuchsreiſen, die er in dem neuen Iſabella County unter den von ihm fortgezogenen In⸗ dianern machte, eine Wittwe Rebecca Freudenthränen, als er in ihre Hütte trat und dieſe Freudenthränen galten nicht ſeiner Perſon, ſondern dem Worte Gottes, das er ihr brachte. Auch früher ſchon hat Miſſionar Mießler von einigen ſeiner Indianer gehört, als von ihrem Aufbruch nach Iſabella County die Rede war, daß es ihnen lieb ſein würde, wenn er ſelbſt mit ihnen zöge. — Von den Chippeway⸗Indianern Minneſo⸗ ta's haben wir oben ſagen müſſen, daß ſie noch mehr als die Bethanier