# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S66 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 66 — Die Station Gabitawigama in Minneſota betreffend, ſo hat der Miſſionar Clöter zwei Jahre lang, nämlich bis zum September des Jahres 1859 mit Hülfe des Jünglings Heinrich Crämer daſelbſt gewirkt, ſo gut es unter den obwaltenden Verhältniſſen möglich war; von da an bis jetzt ſtand er ganz allein. Er ſelbſt hat in längeren Berichten, die im Lutheraner veröffentlicht ſind, der hochwürdigen Synode eine Anſchauung von ſeiner jetzigen Wirkſamkeit gegeben, woraus zu erſehen iſt, daß dieſelbe bis jetzt durchaus nur noch eine vorbereitende genannt werden konnte. Sichtbare Erfolge ſind noch nicht erzielt und wenn ſchon das Alleinſtehen des Miſſionar Mießler in Bethanien ſchmerzlich bedauert werden mußte, ſo hatte Miſſionar Clöter es bei ſeiner anfänglichen Unbekanntſchaft mit der Indianerſprache noch bitterer zu empfinden, daß er keinen Mitarbeiter hatte, denn auch von den beiden jungen Männern, welche ſich im Jahre 1858 in Milwaukee entſchloſſen, ihm in landwirthſchaftlicher Hinſicht zu Hülfe zu ziehen, mußte der eine als untauglich entlaſſen werden, und der andere, Namens Declos, wurde durch Familien⸗Rückſichten nach kurzer Zeit bewo⸗ gen, die Station wieder zu verlaſſen. Auch der junge Dollmetſcher des Miſſionar Clöter, Heinrich Crämer, mußte ſeiner weiteren wiſſenſchaftlichen Ausbildung wegen nach Fort⸗Wayne heimkehren, ſo daß ſeit Jahresfriſt alle äußeren und inneren Geſchäfte, die auf der Station vorkamen, auf den Schultern Eines Mannes lagen. Die Wirkſamkeit des Miſſionars war lediglich auf Hausbeſuche bei einzelnen Familien beſchränkt, deren er dann und wann habhaft werden konnte. Wie ſehr das Chippeway Volk in Min⸗ neſota durch Saufen und ſchändliches, unzüchtiges Leben heruntergekommen iſt, davon geben alle Berichte des Miſſionars die traurigſte Kunde. Er ſelbſt hatte am Ende des vorigen Jahres einen Ruf als Paſtor an eine deutſche Gemeinde, den er jedoch ausſchlug, weil er es für ſeine von Gott gewollte Aufgabe erkannte, ferner bei ſeinen Indianern auszuharren. „Wie ſollte es möglich ſein,“ ſo iſt ſeine Ueberzeugung, „eine Frucht bei ihnen zu erlangen, wenn wir nicht „länger bei ihnen ausharren wollten, als wir bisher gethan? Von den „alten Indianern läßt ſich freilich nicht viel mehr erwarten, doch müſſen „wir uns an dieſelben zunächſt wenden, um das kommende Geſchlecht zu „gewinnen. Die Indianer liegen im tiefſten moraliſchen und demzufolge „auch leiblichen Elende darnieder und ihre geiſtliche Abgeſtumpftheit machte „bisher alle Verſuche, auf ſie einzuwirken, fruchtlos; doch wer kann dem „Geiſte Gottes Gränzen und Zeit ſetzen? Wer weiß, ob ſich nicht dieſe „Todtengebeine doch auch noch einmal regen werden? Ob wir als die „Werkzeuge dazu beſtimmt ſind, daß durch unſern Dienſt dies geſchehen ſoll, „wiſſen wir freilich nicht, ich gebe mich auch durchaus keinen Hoffnungen „in Bezug auf unſere Miſſion hin, ich weiß nicht, wie es noch mit den In⸗ „dianern und unſerer Miſſion ausſchlagen werde — aber ich habe mich „entſchloſſen, noch länger bei dieſen Indianern zu bleiben.“ So lauten die Worte des Miſſionar Clöter aus ſeinen neueſten Briefen. Der äußere Zuſtand der Miſſionsſtation Gabitawigama iſt, daß wir einen Claim⸗Anſpruch auf 160 Acker Land, am oberen Miſſiſſippi gelegen, erworben haben. Auf denſelben ſind einige Acker Holzland geklärt und darauf die Miſſionsgebäude errichtet, natürlich bloße Blockgebäude; eine herrliche Prairie ſchließt ſich an das geklärte Land an, worauf Futter genug für die beiden Pferde und das Rindvieh gemacht werden kann. Nachdem