# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S63 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 63 — wurde gleichfalls erörtert, die Löſung deſſelben aber endlich einem Com⸗ mittee übergeben, deren Bericht lautete, wie folgt: I. Nach dem zweiten Synodalbericht der Ehrw. Synode vom Jahre 1848 p. 16 ſind die Bedingungen, unter welchen das Fort Wayner Se⸗ minar laut der Schenkungsurkunde d. d. 8. September 1847 der Synode „als alleiniges Eigenthum in beſter Form“ übergeben wor⸗ den iſt, dieſe: „1. daß es für immer der luth. Kirche diene und nur ihr Prediger und Hirten erziehe; 2. daß als alleiniges Lehrmittel in dem Seminar die deutſche Sprache angenommen ſei und unverbrüchlich bleibe; 3. daß das Seminar bleibe, was es iſt, nämlich eine Anſtalt, die zum Zwecke hat, eine zwar möglichſt gründliche, aber auch möglichſt ſchleunige Ausrüſtung von Predigern und Seelſorgern für die zahlloſen verlaſſenen deutſchen Glaubensgenoſſen und für neuein⸗ wandernde Gemeinden unſeres Stammes und Bekenntniſſes zu ermöglichen. — Es ſoll keine theologiſche Anſtalt im gewöhnlichen deutſchen Sinne, ſondern eine Pflanzſchule von Predigern und Seelſorgern ſein, deren Studium eine ſtrenge Vorbereitung auf das heil. Amt ſelbſt iſt.“ Hieraus glauben wir klar zu erkennen, daß die Ehrw. Synode durch⸗ aus nicht weder gegen den Wortlaut, noch gegen den Sinn der Schen⸗ kungsurkunde handelt, wenn ſie die Anſtalt zwar nach St. Louis verlegt, aber den urſprünglichen Charakter ihr wahrt. Wir ſchlagen daher vor 1. daß Herrn Pfarrer Löhe zu ſeiner Kenntnißnahme der projectirten Aenderung ein Exemplar des diesjährigen Synodalberichts vom Secretär der Synode zugeſendet werde, und 2. daß ein Schreiben an die Gemeinde in Fort Wayne ergehe mit der Bitte, die von ihr bisher mit ſo viel Liebe gepflegte Anſtalt mit Freuden nach St. Louis ziehen zu laſſen und dem nach Fort Wayne zu verlegenden Gymnaſium ihre pflegende Liebe zuzu⸗ wenden. II. Was nun die Gemeinden zu St. Louis und Altenburg, Mo., und ihr Verhältniß zum Concordia⸗Collegium anbelangt, ſo ſehen wir aus der im vierten Synodalbericht von 1850 p. 16 und 17 abgedruckten Uebergabe⸗Urkunde, daß die Verlegung des Gymnaſiums nach Fort Wayne und die Trennung deſſelben von dem Predigerſeminar keiner der von den betreffenden Gemeinden geſtellten Bedingungen zuwiderläuft, als etwa der sub 3 enthaltenen, welche lautet: „Daß die Anſtalt bleibe, was ſie gegenwärtig iſt, nämlich ein Gymnaſium in den das Studium der Theologie vorbereitenden Wiſſenſchaften und zur Bildung von Lehrern für höhere und niedere Schulen in Verbindung mit einem theologiſchen Seminar, in welchem die der wiſſenſchaftlichen Theologie ſich widmenden Zöglinge ihre letzte Ausbildung erhalten.“