# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S61 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 61 — die praktiſch gebildeten den Einfluß ausüben, daß dieſe zu fleißigem Studium angetrieben werden und bei aller praktiſchen Gewandtheit und Fertigkeit doch vor Verachtung der edlen Wiſſenſchaft bewahrt bleiben. Zwar iſt es nicht zu läugnen, daß mit dem Zuſammenleben beiderlei Zöglinge auch die Gefahr eintreten wird, daß Hochmuth auf der einen und Neid auf der andern Seite mancherlei Reibungen verurſachen kön⸗ nen; allein der große Nutzen und Segen überſteigt doch ſolcherlei Schä⸗ den bei weitem. Uebrigens iſt wohl zu bedenken, daß ja ſolche Schäden nicht aus der Vereinigung, ſondern aus dem ſündlichen Fleiſch und Blut entſpringen, ſowie daß man denſelben, ſobald ſie ſich zeigen, mit den ge⸗ eigneten Heilmitteln entgegentreten kann. 6. Bei einer Vereinigung würde unſere theologiſche Facultät in ganz anderer und einflußreicherer Weiſe nach außen hin wirken können, z. B. was die Veröffentlichung von Zeitſchriften, das Abfaſſen theologiſcher Bedenken und das Abgeben einer Stimme über Zeit⸗ fragen betrifft u. dgl. Dieſer Punkt wurde folgendermaßen erläutert: Eine theologiſche Facultät einer Synode hat den Beruf, im Namen der Synode die Lehre öffentlich zu führen; ferner über Zeitfragen, die ja unmöglich alle vor der Synode verhandelt werden können, durch die Organe der Synode (d. i. ihre kirchlichen Zeitſchriften) ein öffentliches und officielles Urtheil abzugeben; da iſt es denn von großer Wichtigkeit, daß wir unſere Kräfte und Gaben, die Gott uns gegeben, ſammeln und unſere Facultät mög⸗ lichſt ſtark machen. Eine theologiſche Facultät hat auch oft in den ſchwie⸗ rigſten Fällen theologiſche Bedenken abzugeben, welche nicht als von einer Privatperſon ausgeſprochene Entſcheide, ſondern als im Namen der Synode ausgegangene officielle Schreiben anzuſehen ſind; da nimmt ſich's nun nicht nur höchſt ſonderbar aus, wenn ſolche Schreiben bloß von einer einzelnen Perſon unterzeichnet ſind, ſondern es iſt auch ſchwer für einen Einzelnen, ſolche wichtige Entſcheidungen allein auf ſich zu neh⸗ men, daher ihm durchaus ein oder mehrere Collegen zur Seite ſtehen ſollten. 7. Daß unſere beiden theologiſchen Seminare vereinigt werden, iſt auch in ökonomiſcher Hinſicht vortheilhaft. Bei dieſem Punkte wurde nachgewieſen, daß durch die Vereinigung viele Ausgaben erſpart werden, und zwar theils der Synode, theils den Zöglingen. Das Nähere ſiehe in der „Denkſchrift.“ Als Reſultat ſprach das Committee am Schluſſe ſeiner Vorlage fol⸗ gendes aus: Zwar würde nun nach dem Allen das Zweckmäßigſte ſein und wo⸗ von man den meiſten Segen erwarten könnte, wenn alle unſere Anſtalten örtlich und organiſch vereinigt würden; da aber dem unüberwindliche Schwierigkeiten entgegenſtehen, ſo ſollte die Sy⸗ node wenigſtens dafür Schritte thun, daß die beiden Prediger⸗ Seminare vereinigt würden, und daß deshalb das Prediger⸗Se⸗ minar nebſt Proſeminar von Fort Wayne nach St. Louis, dage⸗ gen aber das Gymnaſium von St. Louis nach Fort Wayne ver⸗ pflanzt und Alles gethan würde, was zu einer ſolchen durchgrei⸗ fenden Veränderung nöthig wäre, z. B. hinſichtlich der Gebäu⸗ lichkeiten und des Lehrerperſonals.