# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 44 — manche alte Agenden ſagen, das Gewiſſen „ruhſam“ gemacht werde, wurde als Erläuterung hinzugefügt: Man denke ſich Gott als einen rei⸗ chen Mann, der ſtellt auf mich eine Anweiſung auf eine Million aus. Wenn Gott unterzeichnet hat, ſo iſt die Summe mein Eigenthum; denn die Anweiſung lautet auf meinen Namen. Aber die Anweiſung muß mir gebracht werden, damit ich's weiß und des Geſchenks gewiß und froh werde. Gott hat nun unterzeichnet durch die Auferweckung ſeines Soh⸗ nes; allein ich habe die Anweiſung noch nicht. Darum hat der Herr Chriſtus das Predigtamt eingeſetzt, d. h. die Ordnung gemacht, daß das Evangelium verkündigt werde, durch dieſe Botſchaft wird mir die Mil⸗ lion Goldgülden gebracht. Das Wort des Evangeliums iſt eine Ankündigung von dem, was Gott längſt gethan hat, darum bringt's den Schatz der Vergebung; der Ausſteller der Anweiſung hat den Mann reich gemacht, obwohl er's noch nicht weiß, durch die Verkündigung erfährt er's, wird ihm aber auch der Reichthum zugetheilt. Weil die Kirche u. a. auch die Abſolutions⸗For⸗ mel gebraucht: „Ich verkündige dir die Vergebung,“ ſo meinen Viele, es wäre die Abſolution eine leere Verkündigung. Die Formel: „Ich verkündige dir die Vergebung,“ iſt ganz richtig, gut und köſtlich, da ſie jedoch leicht im Sinne reformirter Irrlehre verſtanden werden könnte, brauchen wir ſie nicht allein. Weil die Ankündigung wirklich Vergebung iſt, darum ſagen wir: „Ich vergebe dir deine Sünden.“ Das Wort Chriſti: Gehet hin in alle Welt u. ſ. w., iſt daſſelbe, als jenes: Welchen ihr die Sünden erlaſſet u. ſ. w.; in letzterem Wort iſt nur angezeigt, welche Bedeutung, Kraft und Wirkung das Evange⸗ lium habe; nicht ein neues Amt neben und außer dem Amt des Evangelii iſt dadurch aufgerichtet, ſondern nur gelehrt worden, daß das Amt des Evangelii nichts anderes ſei, als das Amt der Vergebung der Sünden. Ein Bedenken gegen obige Auseinanderſetzungen wurde folgen⸗ dermaßen ausgeſprochen: Wenn ich an Chriſtum glaube, habe ich Ver⸗ gebung der Sünden, und kann mir daher die Abſolution gar nichts brin⸗ gen, was ich nicht ſchon habe. Durch Wort und Taufe iſt mir die Ver⸗ gebung zugeeignet, ich habe ſie alſo beſtändig und unverrückt; darum kann mir die Abſolution nur eine Erinnerung ſein an das, was ich ſchon habe. Wenn ich das vergeſſe, ſo ſagt mir die Abſolution: Bedenke, was du haſt. Als Petrus auf dem Meer wandelte, ging alles gut, ſo lange er ſich des Wortes Chriſti erinnerte: „Komm her;“ da er aber beim Anblick des Ungeſtüms dies Wort vergaß und anhub zu ſinken, ſtreckte Chriſtus die Hand nach ihm aus, daß er nicht unterſänke. Die Hand, die Petrum herauszog, iſt uns die Abſolution, die uns tröſtet, wenn uns die Gnadenſonne der einmal geſchehenen Vergebung mit Wol⸗ ken der Anfechtung bedeckt iſt. Die Abſolution iſt alſo nur der Troſt gegen Anfechtung, Zweifel und Muthloſigkeit. Dagegen wurde erinnert, der Redende verſtehe ohne Zweifel Abſo⸗ lution im engeren Sinne; wir aber reden im Allgemeinen von dem Evan⸗ gelio als der Abſolution. Ferner wurde entgegnet: Was da eben geſagt worden iſt, beruht, wenn man die Worte nimmt, wie ſie lauten, doch wohl auf einer irrigen Vorſtellung. Die Gnade, die wir bekommen, ſtecken wir nicht ein, wie man ein Stück Brod in die Taſche ſteckt, ſo daß man ſagen könnte: Was ich bereits eingeſteckt habe, kann mir nicht mehr ge⸗