# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 36 — Gott iſt der Richter, der hat den Apoſteln nicht das Richteramt, ſondern die Gnadenexecution befohlen, diejenigen loszuſprechen, die es begehren.“ Zu b. und c., Hauspoſtille am XIX. p. Trin.: „Wenn Du von Deinem Seelſorger begehreſt, daß er dich abſolvire, und er ſpricht: Ich an Gottes Statt verkündige dir durch Chriſtum Vergebung aller deiner Sünden u. ſ. w.“ „Danket aber Gott, daß er ſolche Macht, Sünde zu vergeben, dem Menſchen gegeben hat.“ Anmerkung: Hier nennt zwar Luther die Abſolution eine Ver⸗ kündigung der Vergebung der Sünden, aber eine ſolche, die Vergebung der Sünden wirklich mittheilt. 5. Die Wirkung der Abſolution a., gründet ſich nicht auf des Men⸗ ſchen Reue, Beichte und Genugthuung, b., die Abſolution fordert aber Glauben, wirkt und ſtärkt denſelben, c., ohne Glauben iſt ſie dem Menſchen nichts nütze, d., wiewohl ſie darum kein Fehlſchlüſſel iſt. Zu a. Hauspoſtille Quasimodog.: „Im Papſtthum hat man gepredigt: wer Vergebung der Sünden begehrt, der ſoll ſeine Sünde bedenken und ihm ſelbſt eine Reue und Leid ſchöpfen. Auf ſolche Reue hat man danach Vergebung der Sünden gegründet. Nun kann es geſchehen, daß ſolche Weiſe aus dem Exempel der Alten genommen ſei, die eben wie wir keinem die Abſolution haben wollen ſprechen, er bekenne ſich denn für einen Sünder und ſtelle ſich, daß man ſehe, daß ihm die Sünde leid ſei. Solches iſt recht und ſoll alſo ſein. Aber daß man wollte ſagen, ſolche Reue und Leid verdiene, daß die Sünden darum ſollen vergeben werden, das iſt falſch und unrecht. Denn die Reue iſt kein Verdienſt, ſondern es iſt die Sünde, im Herzen recht gefühlet, und der Sünden Kraft und Regiment. Da muß man Vergebung der Sünde und die Gnade nicht auf bauen.“ Zu b. Hauspoſtille Quasimodog.: „Der Glaube iſt allein, der ſolches Wort kann faſſen. Und das Herz iſt allein das rechte Käſtlein dazu, darein es ſich läßt ſchließen, daß es alſo klar und gewiß iſt, daß wir allein durch den Glauben müſſen gerecht werden. Es muß ja Reue und Leid da ſein, denn ſonſt kannſt du der Sünden nicht von Herzen feind werden, wirſt auch nimmermehr von Herzen begehren, daß ſie dir ſoll vergeben werden. Das iſt aber der rechte Weg, daß du dich daher findeſt, da mein Wort iſt, und daſſelbe höreſt und mit Glauben annehmeſt, damit wirſt du von Sünden ledig.“ Hauspoſtille Mariae Magdal.: „Die Abſolution iſt ein göttlich Wort, darin einem jeden inſonderheit die Sünden vergeben und losge⸗ ſprochen werden, dadurch der Glaube geſtärket und beweget wird.“ Zu c. Vom Sacrament der Buße: „Wo aber der Glaube nicht iſt, hilft nichts, obgleich Chriſtus und Gott ſelbſt das Urtheil ſpräche. Denn Gott kann Niemandem geben, der es nicht haben will. Der will es aber nicht haben, der nicht glaubt, daß es ihm gegeben ſei und thut dem Worte Gottes eine große Unehre.“ Zu d. Von den Schlüſſeln: „Sprichſt du aber, wie die Rot⸗ tengeiſter und Sophiſten auch thun: hören doch viele der Schlüſſel Bin⸗ den und Löſen, kehren ſich dennoch nicht daran und bleiben ungebunden