# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 24 — ausbleiben. Beſonders wichtig und erfreulich war mir's, zu bemerken, daß der Katechismusunterricht in der Kirche an vielen Orten wohl getrie⸗ ben, und auch im Ganzen wohl beſucht ward. Mehrere der Brüder ver⸗ banden Katechismuspredigten mit dem Examen. An manchen Orten ſtieß das Examen vielfach auf örtliche Schwierigkeiten. Bei einigen freilich iſt noch immer die Faulheit der Gemeinde, und wohl eben ſo die Muthloſigkeit des Predigers zu beklagen. Für alle will ich die Bemer⸗ kung aus meinem vorigen Bericht wiederholen: „Wollen wir in der Er⸗ kenntniß recht gegründete Gemeinden haben, ſo muß nach dem Vorbilde Luthers und der lutheriſchen Kirche überhaupt in der Blüthezeit, mit rech⸗ tem Ernſt und genauer Sorgfalt unter Flehen und Seufzen zu dem, der das Gedeihen gibt, der Katechismus getrieben werden.“ Von dem Zuſtande der Gemeinden häufige Berichte zu geben, hat ſeine Schwierigkeit. Das Gute wächſt langſam, das Beſte recht eigent⸗ lich im Verborgenen; das Böſe freilich ſchneller, bricht aber eben ſo wenig gleich hervor, zumal, wo eine gottſelige Zucht im Ganzen die Gemeinden durchdringt. Das muß man aber doch im Ganzen zum Lobe des Herrn ſagen, daß die Theilnahme an Gemeinde⸗ und Synodalangelegenheiten, wie Zucht und Ordnung im Allgemeinen zunimmt, obgleich ja immer noch viel zu wünſchen und zu arbeiten übrig bleibt. Indeſſen muß doch auch die Befürchtung ausgeſprochen werden, daß von der andern Seite der ir⸗ diſche Sinn und das Sicheinlaſſen in das materielle Treiben dieſes Lan⸗ des, oder ſoll ich ſagen: dieſer Zeit überhaupt hie und da mehr in die Gemeinden einzureißen droht, je mehr im Ganzen der Wohlſtand zunimmt, und die Ausſicht auf Weiterkommen im Irdiſchen ſich eröffnet. Der Herr ſchenke uns allen rechte Wachſamkeit und Behutſamkeit, und mache beſon⸗ ders uns Prediger immer mehr geſchickt, durch ernſtes liebevolles Warnen und Ermahnen, wie durch Anpreiſung der ewigen himmliſchen Schätze, die in Chriſto Jeſu uns erworben, und durchs Evangelium dem Glauben geſchenkt ſind, dieſer Gefahr Einhalt zu thun. Irdiſcher Sinn kann ſchon da zur Herrſchaft gekommen ſein, wo noch Alles äußerlich unter der Decke gemeiner Zucht und Ordnung ſeinen gewohnten Gang geht. Daß der Mißbrauch chriſtlicher Freiheit von der einen Seite, eine falſche geſetzliche Strenge von der andern Seite oft hervorruft, iſt natürlich, und erfordert dies eine erhöhte Weisheit und Vorſicht in Amt und Wandel bei Predi⸗ gern und bei allen, welchen es mit der Gottſeligkeit ein Ernſt iſt. Es iſt nicht leicht ohne Gefahr zwiſchen dieſen Klippen hindurch zu ſegeln. Mit der Gottesdienſtordnung ſieht es im Ganzen noch ebenſo man⸗ gelhaft aus, wie früher. Nun wiſſen wir ja freilich — vorausgeſetzt, daß, wie bei uns, nur rechtgläubige Agenden im Brauch ſind, — daß dies kein weſentliches Stück iſt, aber es iſt doch zu beklagen, daß noch immer ſo ein buntes Durcheinander bei uns vorkommt. Eben weil die Liturgie an ſich ein Mittelding iſt, die Lehre von der chriſtlichen Freiheit aber, Gott ſei Dank, allenthalben bei uns im Schwange geht, und auch dieſe Freiheit ſelbſt in allen Gemeinden wohl bewahrt bleibt, ſo ſollten um ſo mehr die Gemeinden ſich zu einer gleichmäßigen Liturgie verſtehen, um die Einigkeit im Geiſt auch äußerlich hervortreten zu laſſen. Es iſt zum Erſtaunen, mit welcher Zähigkeit oft die größten Geſchmackswidrigkeiten in dieſem Stücke feſtgehalten werden. Gott beſſer's. Unſere Lehranſtalten ſind, Gott ſei gelobt, mit einem reichlichen Zu⸗