# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S22 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 22 — dies und jenes macht den Unterſchied aus zwiſchen uns und dem Papſt⸗ thum, wie der ungeiſtlich gelehrte und ungelehrte Pöbel meint, ſondern in der Lehre von der Rechtfertigung liegt der Unterſchied. Dieſen kann man nicht recht glauben und treiben, ohne den Papſt zu haſſen und zu be⸗ kämpfen, als den rechten Antichriſt. Ich ſchließe mit dem Wunſche Lu⸗ thers, den er bei der Abreiſe von Schmalkalden ſeinen Mitkämpfern zu⸗ rückließ: Gott erfülle Euch mit dem Haß des Papſtes. Amen. Bericht. Indem ich der Ehrw. Synode den durch die Conſtitution geforderten Bericht abſtatte, muß ich zuerſt die ſchweren Verluſte erwähnen, welche wir auch diesmal nach des Herrn unerforſchlichem Rathſchluß zu beklagen haben. Ich brauche nur die theuren Namen der treuen, ſo liebwerthen Brüder Biewend und Kalb zu nennen, um bei uns allen den tiefen Schmerz über ihren ſo großen Verluſt zu erneuen. Ach der Herr wolle doch ein Aufſehen haben auf unſere Noth, und mit ſeinen Schlägen inne halten, damit wir bei dem ſo drückenden Mangel an Arbeitern nicht ver⸗ zagen, wenn der Herr, wie bisher ſo oft geſchehen, gerade diejenigen aus unſerer Mitte abruft, die durch ihre Gaben, wie durch die Treue, womit ſie ſie für den Dienſt der Kirche verwandten, uns für das Werk ſo ſehr nothwendig erſchienen, welches der Herr uns anvertrauet hat. Doch was ſollen wir ſagen? Sein herrlicher Name ſei gelobt in allem ſeinem Thun. Wenn wir ſeinen Rath hiebei auch nicht erkennen können, ſo wiſſen wir doch, daß ſeine Wege, wie Er ſelbſt eitel Güte und Wahrheit ſind, auch Alles zum Heil derer mitwirken muß, die Ihn lieben. Er gebe nur in Gnaden, daß wir durch ſolche ſchwere Verluſte zu rechter Selbſterkenntniß und wahrer Buße geführt werden, und den Undank gegen ſein Evange⸗ lium mit herzlicher Reue und Leid beklagen, der etwa ſolche harte Liebes⸗ ſchläge nothwendig macht. Größer aber iſt unſer Schmerz, wenn wir auch ein anderes, gleichfalls mit trefflichen Gaben geziertes Glied nicht mehr in unſerer Mitte ſehen, das leider vom Teufel in Fleiſchesluſt ſich hatte verſtricken laſſen, und in Folge deſſen ſein Amt ſogleich niedergelegt hat, aber wie wir zu Gott hoffen, zu wahrer Buße zurückgekehrt iſt. Ein Vierter iſt leider noch tiefer, nämlich in falſche Lehre gefallen, und hat ſich der Buffalo⸗Synode angeſchloſſen. Der Herr wolle ihm ſeine Augen öffnen, daß er bei Zeiten ſeinen Fall erkenne, und umkehre. Noch zwei andere haben ihr Amt niedergelegt. Unſer theurer Röbbelen hat leider ſeiner Geſundheit wegen nach Deutſchland mit ſeiner Familie zurückkehren müſſen. Gewiß wird auch ferner die thätige Liebe unſerer Gemeinden ſeiner Nothdurft zu Hülfe kommen. Möge es doch dem barmherzigen Gott gefallen, dieſen theuren Mann wieder geſund zu machen, und der Kirche von neuem zu ſchenken! Auch aus der Zahl unſerer Brüder, welche an der Schule arbeiten, hat der Herr drei treue Gehülfen abgerufen, die Herren Koch, Matthies und v. Wedell. Während wir den Abgeſchiedenen Glück wünſchen, daß ſie nun aus aller Trübſal erlöſet und zur ewigen Freude eingegangen ſind, ſo iſt doch für uns ihr Abſchied um ſo ſchmerzlicher, je ſchwieriger unſere