# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S21 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 21 — ruf, kräftiglich die Gnade Gottes in Chriſto zu bezeugen. Sonderlich wolle Gott Gnade geben zu unſern Anſtalten, daß von dort nur treue Herolde des Evangeliums ausgehen. Wenn Luther der Hauptlehrer bleibt und immer mehr wird, ſo wirds unter Gottes Segen an ſolchen nicht fehlen. Ich kann dieſen Punkt nicht ſchließen, ohne die Ehrw. Synode, wie früher ſo auch jetzt an die Pflicht zu erinnern, ſich mit Treue des armen zerſtreuten Deutſchen namentlich hier im Weſten anzunehmen und durch eigentliche Reiſeprediger, Evangeliſten, oder wie man ſie nennen will, für ſie zu ſorgen. Dem Herrn ſei Dank, es iſt ja nun ein kleiner Verſuch in Minneſota, Jowa und Californien gemacht. Ob aber die Sache nicht einer weitern Beſprechung bedürfte, und namentlich dabei Bezug genom⸗ men werden ſollte, auf die allerdings leider immer noch vorkommende Praxis, jeder einzelnen kleinen Gemeinde einen Paſtor auf ihr Verlan⸗ gen zu geben, wenn nur einer vorhanden iſt, überlaſſe ich dem Ermeſſen der Ehrw. Synode. Was nun den dritten Punkt betrifft, worauf Chemnitz hinweiſet, daß wir auch tapfer, ernſt und nachdrücklich kämpfen ſollen, und vor einer gewiſſen Weichlichkeit warnt, ſo glaube ich, daß unſer ärgſter Feind uns das Zeugniß ausſtellen muß, daß wir den Kampf nicht geſcheut haben. Auch glaube ich, daß es nirgends bei der Polemik an dem gehörenden Ernſt und Nachdruck gefehlt hat. Gott wolle uns einen tapfern Muth erhalten, und die rechte Weiſe des Kampfes immer mehr lernen laſſen. Bis jetzt hat ſich der Kampf ja meiſtens gegen diejenigen gewendet, die unter dem Namen Lutheriſch geradezu darauf ausgehen, eigentlich Luthe⸗ riſche Lehre und Wehre zu zerſtören, was ihnen bei der grenzenloſen Un⸗ wiſſenheit, die jetzt allenthalben herrſcht, und bei der unverſchämten Frech⸗ heit, womit ſie Römiſchen oder Reformirten Glimmer für wirkliches echtes Gold aus dem lutheriſchen Schacht ausbieten, meiſtens zu gut gelingt. Aber wir ſollten unſern Erbfeind nicht vergeſſen. Die römiſche Hure iſt von Neuem ſchön geſchminkt und geputzt wieder auf die Gaſſe getreten, und ſucht mit hohen und ſchönen Reden das Volk von Neuem in ſeine buhleriſchen Netze zu ziehen, und o der Schmach, Lutheriſch genannte Profeſſoren und Prediger beeilen ſich, die Schleppe zu küſſen, den Anti⸗ chriſtlichen Greuel und Schmuck mit Schönpfläſterchen zu verdecken und dem Volk die Furcht und das Grauen zu benehmen, die es noch vor dieſer Ausgeburt der Hölle hat. Wer muß ſich nicht wundern, erſchrecken und ſchämen, wenn man ſieht, mit welchem Eifer, mit welcher Gewandtheit und Siegesgewißheit die römiſche Kirche gegen den „Proteſtantismus“ auftritt, und wie erbärmlich ſelbſt Lutheraner in Verlegenheit kommen, wenn der „Proteſtantismus“ von den Römiſchen angegriffen wird? Gel. Br., wir wiſſen und bekennen alle miteinander, daß der Papſt der rechte Antichriſt, und das Papſtthum zu Rom vom Teufel geſtiftet iſt. Je mehr der gnädige und barmherzige Herr uns einführt in die Lehre von der Rechtfertigung, deſto mehr wird auch ſicherlich der Haß gegen den ſich regen, der unter der Larve einer beſondern Heiligkeit und Frömmig⸗ keit, als eine rechte Creatur des Satans das echt diaboliſche Werk betreibt, Gottes Gnade und Barmherzigkeit zu verdecken, und dem armen verlor⸗ nen Sünder ſein Heil ungewiß zu machen, allen wahren Troſt zu nehmen, und ſo viel an ihm iſt, in das ewige Verderben zu ſtürzen. Denn nicht