# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 18 — hitze des Geſetzes ausgedorrte Herz ſo begierig einſog, nach und nach eine loſe Speiſe wird. Die Erfahrung lehrt aber auch, welch eine ent⸗ ſetzliche Dürre Gott nach ſeinem gerechten Gericht über ein Land ſendet, welches dieſes himmliſchen, lebendig und fruchtbarmachenden Gnadenre⸗ gens nicht geachtet. Was ſoll ich hinweiſen auf dieſe ſchrecklichen Ge⸗ richte, die nach Jeruſalems Fall kein Volk ſchrecklicher und mit mehr Recht getroffen haben, als das unſere? Wir wenigſtens fühlen ſie, wir ſeufzen darunter in dieſem fremden Lande. Ach, wollte Gott, wir ließen uns weiſe machen, und kauften, da Gott aus über⸗ großem Erbarmen uns den Markt wieder vor die Thür ge⸗ ſetzt. Wenn Gott nicht müde wird, in ſeinem heiligen Worte immer von Neuem, und auf ſo mannigfaltige Weiſe uns ſeine Gunſt, Gnade, Freundſchaft und Liebe anzupreiſen, und uns derſelben ſo vielfach und nachdrücklich zu verſichern, ſo ſollten wir ja leicht zu dem Schluß kommen, daß es ein ſchweres, und nur für den allmächtigen Gott zu ermöglichen⸗ des Ding ſein muß, eines erwachten Sünders Herz zu der feſten und un⸗ erſchütterlichen Ueberzeugung zu bringen, daß es Gott in Wahrheit ein rechter Ernſt ſei mit ſeiner Erlöſung und Seligmachung, und daß wir uns zu ihm als unſerm lieben Vater in Chriſto alles Gute verſehen ſol⸗ len und dürfen für Zeit und Ewigkeit. Da ſollten wir doch auch nicht müde werden, zu hören, zu lernen, das Gelernte in dem Herzen zu erwägen, und in die rechte Uebung zu bringen; namentlich da, wenn wir nur ein wenig auf uns achten wollen, wir täglich hundertmal erfahren können, wie auch das geringſte Lüftlein der Anfechtung, das uns unter die Naſe weht, das Gnadenlicht auszublaſen droht. Denn es iſt ja mit Worten nicht auszuſprechen, wie feſt das Mißtrauen gegen Gottes Barmherzig⸗ keit in Chriſto unſerm Herzen eingewurzelt iſt. Und doch ſollen wir die Anklagen des Teufels, den Fluch des Geſetzes, das Zeugniß unſers Ge⸗ wiſſens, die Schrecken des Todes und des gerechten und ewigen Gerich⸗ tes im feſten Glauben überwinden, und der Gnade Gottes in Chriſto uns rühmen, wenn Gott ſelbſt in ſeinem unwandelbaren Geſetz, unſer Herz und Gewiſſen, Gefühl und Erfahrung uns Leben und Seligkeit ab⸗ und Tod und Verdammniß zuſpricht! Glauben wir nicht, ſo bleiben wir nicht. Und nun Gott erbarm's! wie leicht und ſchnell wird dieſer Artikel von den Meiſten ausgelernt, der doch nimmermehr auszulernen iſt, und uns alle zu ſteten Schülern behalten will. Wenn nun gleich für alle, ſo iſt doch beſonders für uns, die Gott ins Lehramt eingeſetzt hat, dieſe Warnung Chemnitzens von überaus großem Gewicht, und gebe Gott, daß ſie mit ihrem ganzen Gewicht uns aufs Herz falle, daß wir allezeit mit großem Ernſt und unverrückt es im Auge behalten, wozu wir berufen, welch ſeliges, aber auch welch ſchweres, wichtiges und verantwortliches Amt wir überkommen haben, damit wir durch fleißiges Lernen uns zum Lehren geſchickt machen. Denn von Natur wiſſen wir ja nichts von Gottes Gnade, lernen ſie ja kaum glau⸗ ben bei dem unabläſſigen Unterricht des heiligen Geiſtes. Könnten wir es verantworten, wenn wir die Zeit nicht gewiſſenhaft auskauften! Gott ſei gelobt und geprieſen, der uns wohl allen wenigſtens ſo weit die Augen geöffnet hat, daß wir ſehen, was es mit unſerer Amtsthätigkeit auf ſich hat, der auch durch die Verhältniſſe ſchon, wohinein er uns verſetzt, vä⸗ terlich dafür geſorgt hat, daß uns die Sündfluth der ſchalen, meiſtens