# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 9 — in die Augen leuchte, der alſo ſelbſt, indem er es nicht treulich anwendet, nur zu haben ſcheint; von dem wird das, was er hat, aber nicht hat, wie er's haben ſoll, und darum auch nur meinet zu haben, vollends ge⸗ nommen werden, ſo daß dem armen Menſchen zuletzt gar nichts mehr übrig bleibet. Er wird dahin gegeben, zu thun, was nicht tauget; ſeine äußeren Verhältniſſe werden ſo geſtaltet und verändert, daß immer mehr Hinderniſſe der Gottſeligkeit für ihn daraus entſtehn, er durch Ver⸗ wickelung derſelben immer unfähiger wird, ein Gefäß zu ſein zur Ehre, Gott zum Eigenthum geheiligt und dem Herrn des Hauſes Seiner Kirche bräuchlich, d. i. zu allem guten Werk bereitet. Ihr unverſtändiges Herz, das ſich der Lauterkeit des Worts verſchloß, wird durch ein anderes, fal⸗ ſches Evangelium oder erdichtete Mährlein in Bosheit und Schalkheit verblendet und für die Gnadenmittel gleichſam als durch Brandmale ab⸗ geſtumpft und unempfindlich gemacht. Auch wenn es ſolche ſind, die immerdar lernen, können ſie nimmer doch zur Erkenntniß der Wahrheit kommen, weil ſie Menſchen ſind von zerrütteten Sinnen und als Lügen⸗ redner in Gleißnerei erfunden werden. Der Leuchter wird von ſeiner Stätte geſtoßen, und an die verlaſſene Stelle treten Satansſchulen oder eine neue Macht des Götzendienſtes. Was iſt das Ende? Ein jeg⸗ licher Baum, der nicht gute Früchte bringet, wird abgehauen und in's Feuer geworfen. Der Herr des unnützen Knechts wird kommen an einem Tage, des er ſich nicht verſiehet, und zu der Stunde, die er nicht meinet, und wird ihn zerſcheitern und ſeinen Lohn ihm geben in der äußerſten Finſterniß voll Heulens und Zähnklappens. Nichts bleibt ihm von dem, was er auf dieſer Erde gehabt hat, auch ſein Gedächtniß wird von derſelben ausgerottet; nichts bleibt ihm, als ſeine Sünde — dieſe allein iſt ſein eigen, alles Andere war nur anvertrautes Gut, das der Menſch meinte zu haben, aber er war ein Haushalter, darüber geſetzt; nichts bleibt ihm, als ſeine Sünde, dieſe folgt ihm über das Grab hinaus, ſie begleitet ihn vor Gottes Gericht, in die Hölle, an den Ort der Qual und ihrer nie verlöſchenden Flamme. Am Markt des Lebens müßig ſtehn für den Weinberg Gottes oder die erſte Liebe verlaſſen iſt Verrath am Heili⸗ gen und Schiffbruch leiden an der zukünftigen Seligkeit. — Herr Jeſu, wir bitten Dich, bleibe Du bei uns, denn es will Abend werden und der Tag dieſer Weltzeit hat ſich geneiget, auf daß, wenn die Dunkelheit ſich wendet und die ewig aufgehende Morgenröthe leuchtet, wir bei Dir uns finden, und unſre Freude Niemand von uns nehmen kann. Amen. Am Nachmittag begannen nun die Sitzungen, deren im Ganzen 18 gehalten wurden, und währten von halb neun bis halb zwölf Uhr Vormittags und von halb drei bis halb ſechs Uhr Nachmittags. Jede derſelben wurde mit einem liturgiſchen Gottesdienſt eröffnet, welcher eine Lection aus der Apoſtelgeſchichte nach der Altenburger Bibel in ſich ſchloß. Nachdem die erſte Sitzung mit dem Geſange: „Komm heiliger Geiſt, Herre Gott," und einem herzlichen Gebet vom Präſes eröffnet worden war, wurden nach beſtehender Ordnung zunächſt die ſtehenden Synodal⸗ glieder aus den letztjährigen Namensverzeichniſſen der Diſtrictsſynodal⸗ berichte mit Namen aufgerufen, die abweſenden Synodalen notirt und