# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 8 — Gleichwie der erſte Anfang ihres Lebens und alle mit dieſem und dem Fortgang deſſelben verknüpften Umſtände ausſchließlich von Seiner all⸗ wiſſenden Vorſehung abgehangen, alſo daß Nichts ſo gering und Nichts ſo groß iſt, das Seine allmächtige Hand nicht von Ewigkeit her bereitet hätte, alſo daß Alle Hinderniſſe ihrer Seligkeit beſieget und alle Wider⸗ wärtigkeiten in Vortheile für ſie verwandelt werden müſſen: So ſieht ſein Auge, das niemals untergeht, auf die Gerechten auch in ihrem Sterben. Wenn ſie ſelbſt nichts mehr ſehen können, wenn Thränen des Schmerzes und der Traurigkeit die Augen der Anweſenden verdunkeln: ſo ſieht das helle leuchtende Angeſicht dort oben Gnade und Seligkeit bringend auf ſie herab, und kennet allein die rechte Zeit und Stunde und die Art und Weiſe ihres Ausgangs aus der Welt. Ei du frommer und getreuer Knecht, du biſt über Wenigem getreu geweſen, ſpricht Gott der Herrlich⸗ keit zu ihnen, — ich will Dich über viel ſetzen, gehe ein zu Deines Her⸗ ren Freude. IV. Wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, das er hat, — ſind die letzten Worte unſers Textes, oder wie ſie im 8. Capitel des Ev. St. Lucä lautet: von dem wird genommen auch, das er meinet zu haben. So Jemand einen Thurm bauen will, der ſitze zuvor und überſchlage die Koſten, ob er es habe hinauszuführen. Selig ſind, die das Wort der Verheißung hören und behalten und bringen Frucht in Geduld; wer aber weichen wird, an dem wird meine Seele keinen Gefallen haben, ſpricht der Herr. Wo der rechtfertigende Glaube nicht als Schrein des Worts durch deſſen Kraft vorhanden iſt, da findet man auch das nicht, was durch die Predigt vom Glauben ihm gegeben wird. So übel ſind alle diejeni⸗ gen daran, welche entweder das Evangelium gar nicht wollen, oder deren Herzen, wenn ſie der Gnadenmittel ſich gebrauchen, doch zu einem un⸗ tüchtigen Acker werden, wiewohl ſie gern ſich dafür ſchätzen, es ſei Alles recht bei ihnen. Entweder wird der heilige Same durch Feſthalten des Irrthums wie der Vorurtheile und die Gewohnheit des Sündigens zer⸗ treten, durch herrſchende Fleiſchesſicherheit, die von den Geiſtern der Hölle gleich einem Taumelkelch bereitet iſt, verzehret; oder die Kreuzes⸗ ſcheu und eigene Liebe läßt ihn nicht wurzeln, weil Chriſtus voller Schmach am Holze hängt, ſondern vielmehr verdorren; oder die wuchernden Dor⸗ nen der aus Mangel an Wachſamkeit wieder mit aufgehenden eiteln Be⸗ gierden erſticken das junge Leben des Keimes, das ſelbſt die Hitze der Anfechtung nicht hatte zerſtören können, verſenken es in's Verderben, und es gehört mit zu dem grauenvollen Fluch der Sünde, daß der in ihr gefangene Menſch ſich ſelbſt von dem nicht zu befreien vermag, was ihm ſchon hier durch des Geſetzes Wirkungen nur quälende Unruhe verurſacht, weil es als thörichter, ſchädlicher Strick der Luſt und Sclaverei ſich ihm erweiſt. V. Ein Jeglicher, meine Lieben, der von göttlicher Hülfe hat wiſſen können oder weiß, ohne daß die Finſterniß in ihm dem Lichte der Welt beharrlich weichet, der folglich auch nicht mit Werken und Worten in der Kraft des Gebers dazu beiträgt, daß des Lichtes Gnadengeſchenk Anderen