# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S5 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 5 — Acker dieſer Welt ausgeſtreuet wird, von dem der Herr Jeſus uns warnend zuruft: Wer Ohren hat zu hören, der höre! Das iſt auch der anvertraute Centner, damit wir handeln und wuchern ſollen zum ewigen Leben, nicht für uns allein, ſondern ebenſo für den Nächſten. Es iſt die theure, gute Beilage der heiligen, chriſtlichen, ſeligmachenden Lehre, das köſtliche Vor⸗ bild der heilſamen Worte vom Glauben, der da gewiſſe Zuverſicht und Hoff⸗ nung zugleich iſt, und von der Liebe in Chriſto Jeſu — Seiner Gemeinde auf Erden übergeben, daß es in ihr und von ihr aus kräftig ſei; nur zu behüten möglich durch den in und mit demſelben zeugenden heil. Geiſt, der als Pfand der beigelegten himmliſchen Verheißung in der Kirche wohnet und ſie ebendamit zur Bewahrung der heilſamen Lehre und ihrer Reinigkeit an⸗ treibet. Außer ihm könnte nur noch die Rede ſein bei den Heiden als Heiden von dem Fünklein des Wiſſens um den unſichtbaren Schöpfer und ſeine Gerechtigkeit, bezeuget in dem Innerſten ihrer Herzen; bei den Juden als ſolchen von dem dreifachen Geſetze Moſis, dem Zuchtmeiſter auf Chriſtum, weil niemand Anderes da iſt, der es erfüllet. II. Wer aber hat ſolches Gnadenpfund? Auch dies iſt aus dem Vorher⸗ gehenden klar — die Jünger Jeſu Chriſti, das ſind Seine Gläubigen; denn dem Glauben iſt alle Verheißung gegeben; darum wird der Gerechte ſeines Glaubens leben, weil das Evangelium eine Kraft Gottes iſt, die da ſelig macht die Glaubenden. Iſt aber daſſelbe dem Glauben gegeben, wie es ihn allein auch wirket: ſo hat der Gläubige damit zugleich alle verheißenen Güter, die ohne den Glauben nicht auf Erden ſind, Vergebung der Sünden im Wort und Sacrament, ein dadurch mitgetheiltes Leben aus Gott in der Liebe, welche als die Summa und Erfüllung des Geſetzes und Band der Vollkommenheit, des Menſchen mit Gott, wie untereinander ſelbſt verknüpft und alle chriſtliche Tugend im Dienſt des Nächſten umfaßt, durch den heil. Geiſt im Herzen ausgegoſſen iſt, und die Seligkeit in der Hoffnung, welche das Zukünftige bereits als Vorſchmack empfindet. Wenn der Glaube zu verſchwinden droht, wenn die Liebe erkaltet, und die Hoffnung der Sicher⸗ heit des Fleiſches je mehr und mehr weichet, wird der jüngſte Tag nicht fern mehr ſein. Von dieſen Seinen Jüngern allen gelten die Worte ihres göttlichen Meiſters im hohenprieſterlichen Gebet: Gleichwie Du mich geſandt haſt, Vater, in die Welt, ſo ſende ich ſie auch in dieſe Welt. Die Sendung Chriſti, welchen der Vater hat verſiegelt, geſchah, daß die Welt durch Ihn ſelig werde; und daran iſt erſchienen die Liebe Gottes gegen uns, daß der ewige Sohn als Heiland ſich ſelbſt hat für uns dargegeben. Was Er gethan und gelehret, das kommt in ihrer Maße allen ſeinen Jüngern zu; ſie ſind Geſandte Chriſti auf der Erde, gleichwie Er vom Vater geſalbet und geſendet war, und heißen Chriſten um der Salbung willen Seines Geiſtes. Gleichwie Er iſt, ſo ſind auch ſie in dieſer Welt; wer da ſagt, daß er in Ihm bleibe, der ſoll auch wandeln, gleichwie er gewandelt hat. Nun kön⸗ nen Sie zwar nicht die Sünde tilgen und Gerechtigkeit bringen, wohl aber in Ihm an dem Nächſten jene heilige Liebe üben durch Wort und Werk, daß, ſoviel an ihnen iſt und ſie mitarbeiten können zur Ehre Gottes durch