# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1860_S4 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 4 — nen nahmen ihn nicht auf; der gekreuzigte Chriſtus war, wie Heiden fernerhin eine Thorheit, ſo den Juden ein Aergerniß; denen aber, welche dafür Sein auserwähltes, heiliges Volk wurden, wie viele aus den Natio⸗ nen der Erde Ihn aufnahmen und an ſeinen Gnade bringenden Namen glaubten, eine Gotteskraft und göttliche Weisheit. Er gab ihnen als der Eingeborne Fug und Macht, Gottes Kinder zu werden. Es iſt aber ein Gericht, daß das Licht in die Welt gekommen iſt, und die Menſchen liebten die Finſterniß mehr, als das Licht; denn wer es hat — im Worte, deſſen Predigt auf den einigen Chriſtus gehet, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, das er hat. Laſſet uns den troſtreichen und ſchreckensvollen Inhalt dieſes Aus⸗ ſpruchs des Erlöſers in heutiger Stunde betrachten, und Gott den Herrn dadurch heiligen in unſern Herzen zum geſegneten Beginn unſerer Tage⸗ werke, wozu wir gegenwärtig verſammelt ſind. Wir flehen ihn darum an in ſtillem, andächtigen Gebet. Text: Matth. 13, 12. Um zu dem rechten Verſtändniß der verleſenen Worte zu gelangen, geliebte Freunde in Chriſto dem Herrn, haben wir vor Allem den Zuſam⸗ menhang nachzuſehen, in welchem ſie geredet worden ſind. Der Herr Jeſus hatte zu dem Volk im Gleichniß von dem viererlei Acker geſprochen; und als Ihn Seine Jünger fragten, warum Er ſolches thue, hatte Er geantwortet: Euch iſt gegeben, daß ihr das Geheimniß des Himmelreichs vernehmet, dieſen aber iſt es nicht gegeben. Nach den Evangelien St. Marci und Lucä ſetzt Er unter Anderem noch hinzu: So ſehet nun darauf, was und wie ihr höret. Und dann ſagt Er: Denn wer da hat, dem wird gegeben, daß er die Fülle habe; wer aber nicht hat, von dem wird auch genommen, das er hat. Mit derſelben merkwürdigen Redeweiſe ſchließt Er Sein Gleichniß von den anvertrauten Pfunden, welches inſonderheit wichtig iſt für Alle, welche berufen werden, Dienſte eines anbefohlnen Amtes in der Kirche des Herrn zu leiſten, und auch zu gewiſſen Zeiten und an gewiſſen Orten mit einander zuſammen zu kommen. Laſſet uns nun zuvörderſt fragen, welches das Gnadenpfund ſei, von dem in unſerm Texte die Rede iſt; zweitens, wer es habe — womit wir zugleich verbinden, wozu und wie er es habe; drittens, was ihm weiterhin gegeben werde; viertens, wer nicht habe; und endlich fünftens, was dieſem genommen werde. Du aber, o Heiland der Welt, erleuchte unſre Augen, daß ſie nicht im Tod entſchlafen; thue uns kund den Weg zum Leben, auf welchem die Thoren nicht irren mögen, und gieße aus Deinen Geiſt auf die Durſtigen, daß ihr Friede ſei, wie ein Waſſerſtrom, und ihre Gerechtigkeit, wie die Meereswellen, daß ſie große Luſt haben zu Deinen Geboten. Laß uns ſchauen Dein Antlitz und ſatt werden, wenn wir erwachen nach Deinem Bilde, ewiglich. Amen. I. Alle Gnade, liebe Freunde und Brüder, die uns von Gott dem Herrn zu Theil wird, iſt doch in das Wort Chriſti gefaſſet, welches das Evange⸗ lium iſt von unſrer Seligkeit. Das iſt der göttliche Same, welcher auf dem