# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S392 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 392 — jene ſich von ihrer Gemeinſchaft losſagten, ſie mochten bereits gebannt ſein oder nicht, und eine ſolche eben aufſuchten, bei welcher ſie nicht bloß Auf⸗ nahme, ſondern eine dem lutheriſchen Bekenntniß gemäße Praxis fanden, die von den Buffaloern wiederum als independentiſtiſch und demokratiſch bezeichnet ward. Die Verſündigungen alſo, deren ſie uns zeihen und welche ſie mit vollem Rechte als praktiſche Folgen unſerer Lehre anſehen, beſtehn in nichts Anderem, als daß wir denen, die von uns ſolche Prediger und die Verwal⸗ tung der Gnadenmittel begehrten, welche ſie bei den Gegnern nicht finden konnten, dieſelben nicht verweigerten. Muß nicht alſo zuvor erſt feſtgeſtellt werden, welche die betreffende rechte Lehre ſei, ehe Gericht gehalten werden kann darüber, ob das Unrecht geweſen, was wir an Glaubensgenoſſen um der Lehre und des Bekenntniſſes willen gethan, nach welchem ihre und unſere Seelen hierbei in Gefahr kommen mußten, wenn wir die ihnen ſchuldige hülfreiche Hand nicht geboten hätten? — Dazu kommt, daß wir überhaupt die Zumuthung, der Buffaloer Excommunicationen Gültigkeit anzuerkennen, entſchieden ablehnen müſſen, da wir bereits die denſelben zum Grund gelegte, mit den ſymboliſchen Büchern unverträgliche Lehre und die daraus fließen⸗ den Gräuel von ganzem Herzen verabſcheuen, ja darauf feſt beſtehen, daß der Bann, wie er dort geführt werde, allein ſchon hinreichend gerechte Urſache gebe, von einer Kirche, die ſich mit ſolchem beharrlichen Mißbrauch des gött⸗ lichen Namens in Lehre und Leben beflecke, auszugehn. Er trifft gerade und wird gedroht vorzugsweiſe den dagegen Proteſtirenden; Ausnahmen ſind entweder, beſonders wenn aus früherer Zeit, nur zu bezweifeln, oder bewei⸗ ſen nichts als die Furcht, den Einfluß von Gegenſätzen um ſo ſtärker hervor⸗ zurufen. Wenn und ſo lange mit demſelben jene, durch welche er geſchieht, freilich geduldet würden, zumal ſie noch die Sacramente dem Weſen nach empfangen könnten: ſo würde es für ſie gerathener ſein, laut des 8. Artikels der Augsburgiſchen Confeſſion in ihrem bisherigen Verband zu bleiben, um fort und fort die Wahrheit mit Wort und That zu ehren. Da hier die erſtere Vorausſetzung aber nicht Statt findet: ſo iſt es nicht bloß keine Sünde, ſondern vielmehr Gottes Befehl, zu weichen von denen, die da Zertrennung und Aergerniß anrichten neben der Lehre, die ſie gelernt haben, Röm. 16, 15. Es folgt alſo aus dem Allen, wie aus dem Obigen, mit unbeſtreitbarem Recht, daß unſre Gegner zunächſt nichts Anderes zu thun haben, als ſich zu einem Colloquium über die Lehre mit uns zu ſtellen. Was nun den Vorſchlag eines allgemeinen Kirchengerichts ſelbſt betrifft: ſo iſt dasſelbe für's Erſte in ſeinem Fundament der Lehre von den drei Ständen, welche die Synode von Buffalo ihm unter⸗ breitet, nach unſern ſymboliſchen Schriften ein ſchreiender Widerſpruch gegen das Evangelium, welches rein und lauter zwiſchen Untergebenen und In⸗ habern einer Gewalt im Reich der Gnade keinen Unterſchied anerkennt, ſon⸗ dern für das Reich der Natur und des Geſetzes. Der Grabauiſche Beweis von der Göttlichkeit ſeines bezweckten Inſtituts gründet ſich nämlich auf Einſetzungen, S. 11. ff., welche allerdings von Gott durch Sein Wort geſtiftet ſind, die jedoch nur inſoweit ſich einander angehn, als der Haus⸗ und obrigkeitliche Stand beſtimmt ſind, durch das Amt der Predigt zu dem Himmelreich und Schoß der Chriſtenheit gefordert und darin den Perſonen nach geheiligt zu werden, deren Gebiete aber ſonſt zu ſcheiden ſind, wie Erde und Himmel, zeitliches und das ewige Leben. Irdiſcher Stand und Weſen regiert den Leib, Stadt und Haus, — geiſtliches Regiment d. i., als die alleinigen Elemente desſelben, Wort und Mund des Glaubens, der ganzen