# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S368 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 368 — Rüge der Nachläſſigkeit vieler Gemeinden im Beitragen zu den Synodalbedürfniſſen. Die Synode ſah ſich veranlaßt, die Nachläſſigkeit und Trägheit vieler Gemeinden im Beitragen zu den Bedürfniſſen der Synode überhaupt und unſerer beiden Lehranſtalten inſonderheit ernſtlich zu rügen. — Es wurde wiederholt bemerkt, daß die Schuld gewiß auch zum Theil auf die betreffen⸗ den Prediger falle, indem ſie ihre Gemeinden nicht ernſtlich und fleißig genug dazu ermahnten und anleiteten. Mehrere Deputirte ſprachen ſich dahin aus, daß ſie es auch als ihre Pflicht erkenneten, ihren Predigern in der Ermahnung ihrer Gemeinden bei⸗ zuſtehen, damit es beſſer werde. Einer derſelben meinte, daß die Gemeinden wohl nicht wüßten, wie ſehr es mangele, und daß ſie daher mit dem wirk⸗ lichen Bedarf beſſer bekannt gemacht werden ſollten. Der Präſes erwiederte, es laſſe ſich bei den vielen und mancherlei Be⸗ dürfniſſen die Summe des Bedarfs ſo genau nicht beſtimmen. Wem aber das Gedeihen der Kirche am Herzen liege, der könne wohl wiſſen und erfah⸗ ren, wie groß der Mangel überall ſei. Es ſei eine Schande, wie wenig manche Gemeinden beitrügen. Während einige Gemeinden faſt über Ver⸗ mögen thäten, ſteckten andere in ſtinkendem Geize und zeigten eine unverant⸗ wortliche Gleichgültigkeit gegen das Heil und Gedeihen der Kirche. Dieſe ihre große Undankbarkeit gegen das ihnen ſo reichlich, lauter und rein dar⸗ gebotene Wort und Sacrament werde Gott ſicherlich damit ſtrafen, daß er ihnen dasſelbe wiederum entzöge, wenn ſie nicht bei Zeiten Buße thäten. Die Gemeinden ſollten bedenken: Wer kärglich ſäe, der werde auch kärglich ernten; wer aber ſäe im Segen, der werde auch ernten im Segen. Einer der berathenden Paſtoren klagte, wie ſchwer es namentlich für einen ſolchen Prediger ſei, deſſen Gemeinde ſich nicht der Synode angeſchloſ⸗ ſen und zwar eben darum nicht angeſchloſſen habe, damit ſie nicht verpflichtet ſei, zu den Synodalbedürfniſſen beizu⸗ tragen, dieſe dennoch mit Ernſt dazu anzuhalten. Ihm wurde erwiedert: eine ſolche Gemeinde verdiene gar keinen Prediger aus unſrer Synode. — Aber man müſſe auch die Leute dazu anleiten und ſie ans Geben gewöhnen. Der Prediger müſſe ſich nur die Mühe nicht verdrießen laſſen, ſeine Leute auch einzeln, namentlich in ihren Häuſern, auf dieſen Gegenſtand aufmerkſam zu machen, und ſie zum Geben ermuntern. Das werde nicht ohne Frucht bleiben. Freilich müſſe das allzeit im Auge behalten werden, daß es ſich nicht um das Gold und Silber handle, denn des habe der HErr genug, und auch Wege genug, uns ſolches, wieviel wir bedürfen, zuzuwenden, ſondern um die Frucht des Evangelii. An dem, was das Evangelium nicht herausbringe und was nicht auf dem Grunde des liebe⸗ thätigen Glaubens wachſe, liege der Synode weniger als nichts. Auf die wiederholte Bemerkung, daß es doch gut ſein dürfte, wenn von Zeit zu Zeit eine Ueberſicht des Bedarfs veröffentlicht würde, indem die Ge⸗ meinden dadurch doch an die vorhandenen großen und vielfältigen Bedürf⸗ niſſe erinnert und zu fleißiger und reichlicher Beiſteuer ermahnt würden, wobei auch auf einen ähnlichen Wunſch und Beſchluß der mittleren Diſtricts⸗ ſynode (ſiehe 2. Synodal⸗Bericht des mittleren Diſtricts Seite 28) hingewie⸗ ſen wurde, beſchloß die Synode: daß ihr allgemeiner Caſſirer hiermit erſucht werde, halbjährlich oder doch wenigſtens jedes Jahr eine tabellariſche Ueber⸗ ſicht des Bedarfs der allgemeinen Synodalcaſſe, wobei auch die Bedürfniſſe der Miſſion zu berückſichtigen, als Beilage zum „Lutheraner“ zu veröffentlichen.