# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S364 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 364 — dann vermahnte er aufs Dringendſte und Herzlichſte in einer Gemeinde⸗ Verſammlung die rothen Brüder und erhielt von ihnen das Verſprechen, daß ſie künftig Gottes Wort fleißig hören und demſelben gehorſamen woll⸗ ten. Er dagegen verſprach ihnen, daß die Synode es ſich ferner angelegen ſein laſſen werde, für die Wohlfahrt und das Gedeihen der Gemeinde in Be⸗ thanien zu wirken, inſonderheit dadurch, daß auf die Einrichtung einer engliſchen Schule mehr Fleiß verwandt würde, als bisher, wozu dann wohl noch ein beſonderer Schullehrer nach Bethanien berufen werden möge. Im Ueberſchauen des Ganzen mußte des Präſes der Synode ſowohl als ſeine Begleiter bekennen, daß die Synode im Vergleich zu den großen Mitteln, die in Bethanien allezeit zur Aufrechterhaltung der Station verwandt wor⸗ den ſind, gegenwärtig noch wenig Frucht ſehen könne. Der Hauptmangel aber ſcheint, abgeſehen von der Leichtfertigkeit der Indianer, in der Gebun⸗ denheit der Predigt, die noch immer durch Vermittelung eines (Gott ſei Dank) treuen Dolmetſchers geſchieht, und in der Unvollkommenheit der Schule zu liegen, und beiden Mängeln ſollte dadurch abgeholfen werden, daß ein tüchtiger Mann berufen würde, der ſich ganz der Schule widmete, wodurch der Miſſionar mehr Zeit gewönne, die Sprache zu ſtudiren und ſeine Predigten in der Indianerſprache auszuarbeiten. Der zu berufende Schul⸗ lehrer möchte ſich nicht allein in den Lehrſtunden der Kinder annehmen, ſon⸗ dern auch außer denſelben bei ihren Spielen, kleinen Garten⸗ und Feld⸗ arbeiten und ſonſtigen Beſchäftigungen betheiligen. Bei einer ſolchen väter⸗ lichen Erziehung und Leitung der Jugend würden wir auch die Alten gewin⸗ nen, und aus der Jugend allmählich einen wohlunterrichteten und wohl⸗ erzogenen Stamm der Gemeinde bilden. Wenden wir nun unſern Blick über Bethaniens Grenzen hinaus, ſo können wir Gott Lob! ſagen, daß der HErr uns ſtatt des in Shebahyonk ver⸗ lorenen ein neues größeres Miſſionsfeld in Minneſota eröffnet hat. Schon auf der letzten allgemeinen Synodalverſammlung in St. Louis rich⸗ teten wir unſern Blick auf Minneſota und wünſchten, daß der HErr uns dort eine Thür aufthun möchte. Zu dem Ende beſchloß der Präſes der Miſſionscommiſſion, mit dem Miſſionar Mießler im Auguſt vorigen Jahres die Chippewa⸗Indianer Minneſota's zu beſuchen, um ihre Situation und Verhältniſſe kennen zu lernen. Es wäre überflüſſig, die Einzelnheiten dieſer Reiſe näher auseinander zu ſetzen, da dieſelben im „Lutheraner“ des vorigen Jahrgangs niedergelegt ſind; nur ſo viel wiederholen wir hier, daß wir ein nach Unterricht und chriſtlichem Leben jammerndes Volk fanden, welches freilich in tiefſter Verderbniß des Heidenthums lebt, aber doch ſein eigenes Elend fühlt. Es ließ uns nicht, wir hätten ihm denn verſprochen, bald einen Miſſionar zu ſenden. — Obwohl es nun nicht wenig Schwierig⸗ keiten machte, einen Mann innerhalb unſerer Synode zu finden, der außer den ſonſt erforderlichen Eigenſchaften auch Luſt und Energie genug hätte, eine Miſſionsſtation in Minneſota zu gründen, ſo erweckte uns doch Gott endlich im Frühling dieſes Jahres in dem Paſtor Clöter zu Saginaw einen Mann, der der Noth der Heiden in Minneſota ſich erbarmte, und ſich zum Miſſionsdienſte unter ihnen bereit erklärte. Die Miſſionscommiſſion ließ ſich ſogleich die Ausrüſtung dieſes Bruders angelegen ſein, damit er noch im Monat Mai nach Minneſota überſiedeln könnte. Die Gemeinde in Saginaw ließ ihren lieben Paſtor Clöter in Frieden zum Miſſionsdienſte ziehen, und ſo hat denn Miſſionar Clöter in Gottes Namen, ſeine Familie mit ſich neh⸗ mend, den erſten Anfang ſeiner Miſſionsthätigkeit gemacht und zwar am oberen Miſſiſſippi in der Nähe des Gull⸗Lake, Poſt⸗Office