# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S362 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 362 — Heidenmiſſion. Bericht der Miſſionscommiſſion der evangeliſch⸗lutheriſchen Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St. für die Zeit vom Juli 1854 bis October 1857. Seit der letzten allgemeinen Synodal⸗Verſammlung, zu St. Louis im Jahre 1854 gehalten, haben wir auf mehr denn drei Jahre unſerer Wirk⸗ ſamkeit unter den Heiden zurückzublicken. Bei dieſem Rückblick haben wir zuerſt große Urſache, dem HErrn zu danken, daß Er uns noch fort und fort als Seine Werkzeuge zum Heidendienſte behält und anerkennt, daß Er uns auch Kraft gegeben hat, durch unſere Miſſionen den Heiden das Evan⸗ gelium zu predigen und ihnen das Heil in Chriſto anzubieten. Zum Zweiten geziemt es ſich uns, uns zu prüfen, ob wir das Unſrige nach Gottes Willen gethan haben, um unſer Amt unter den Heiden auszurichten. Da können wir nicht anders, als dem HErrn klagen, daß der rechte Miſ⸗ ſionseifer, unter den Heiden von Chriſto zu zeugen, für ſie zu beten und zu geben, noch gering und ſelten iſt, daß vielmehr die Schwäche, ja der Mangel des Glaubens in dieſer Zeit ſich auch in unſerer Wirkſamkeit unter den Heiden abſpiegelt. Was endlich den bisherigen Erfolg unſerer Be⸗ mühungen betrifft, ſo entſpricht derſelbe ebenfalls dem Grade des Glaubens, von dem getragen wir bisher das Werk getrieben haben. Es iſt der hoch⸗ würdigen Synode noch in ſchmerzlichem Gedächtniß, wie es im Frühjahr 1854 dem Satan gelang, ein ganzes, blühendes Miſſionsfeld, welches wir in Shebahyonk hatten, völlig zu verwüſten. Die früher ſo hoffnungsvoll ſcheinenden Chriſten daſelbſt verleugneten plötzlich ſämmtlich Chriſtum und Sein Wort, und die dortige Gemeinde war aufgehoben; noch bis heute iſt Keiner von dieſen muthwilligen Sündern umgekehrt. Das Gericht Gottes, Seine ſchwere Hand liegt auf ihnen, noch ſind ihre Herzen verſtockt. Menſchlicher Weiſe war uns auch für Bethanien bange; doch hat der HErr bisher einen gänzlichen Abfall von Gottes Wort gnädig abgewandt; des Leides aber haben wir auch in Bethanien mehr denn der Freude erfahren. Unſer Miſſionar Mießler hat, wie die ehrwürdigen Brüder wiſſen, von Zeit zu Zeit im „Lutheraner“ ſeinen großen Kummer über den geringen Fort⸗, ja oftmals Rückſchritt der Indianer Bethaniens im Glauben nieder⸗ gelegt. Es ſind nicht allein die unausgeſetzten und aufs Feinſte angelegten Verführungen, Einflüſterungen und Ohrenbläſereien der Methodiſten, nicht allein die laxen Grundſätze der um Bethanien angeſiedelten amerikaniſchen Farmer und Handelsleute, von denen unſere Indianer ſtets behelligt werden, ſondern wir müſſen es leider geſtehen, hauptſächlich iſt's der eigene Leichtſinn und die Lauigkeit der Geſinnung, welche ſich der Indianer, bei Weitem dem größten Theile nach, bemeiſtert hat, ſo daß man ſich nur ſchwer der Hoffnung hingeben kann, daß, abgeſehen von den neugetauften Kindlein, einige Seelen unter ihnen ſeien, mit denen es zu einer gründlichen Erkenntniß von Chriſto und demnach zu einem ehrlichen Glauben an Ihn und zu einer auf⸗ richtigen Gottesliebe gekommen iſt. Nicht allein mit dem Behalten des Wortes Gottes, ſondern auch mit der Luſt zu hören ſtand es in den letzten Zeiten, inſonderheit bei den Männern und Familienhäuptern, leider ſehr traurig. Vermahnungen, Buße zu thun und ſich zu Chriſto zu bekehren, wurden wohl angenommen, aber nicht beherzigt, und wie gehört, ſo auch wieder vergeſſen. Im Miſſionsberichte von 1854 konnten wir rüh⸗ men, daß ein Anfang zur Feier des heiligen Abendmahls gemacht ſei;