# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Dezember 1856_S359 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. 359 wirst noch dabei (d. i. bei der Buße) zugleich fühlen einen erschrecklichen Kampf des Gesetzes, der Natur, der Gewohnheit oder langen Gebrauchs und endlich der ganzen Welt, so diesem Glauben und Vertrauen der Seligkeit widerstrebet. Darum können wir denselben mit unsern Kräften nicht machen, es ist kein selbsterworbener Glaube, sondern, wie Paulus saget, es ist Gottes Gabe und kommt nicht aus uns selbst." Unzweideutig fallen hier göttliches und menschliches freies Wirken zusammen, wie könnte sonst von einem vorsätzlichen Sündigen, um dessenwillen die Gnade weicht, die Rede sein? unzweideutig wird hier von einer widerstehlichen Gnade, da sie schon angefangen hat den Sünder zu Gott zu zieh'n, gelehrt, die Stelle ist die trefflichste Erklärung von dem, was Phil. 2, 12 fg. ausgesprochen wird: „Schaffet, daß ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern; denn Gott ist's, der in euch wirket beides das Wollen und das Vollbringen nach Seinem Wohlgefallen." Unzweideutig wird hier Gottes Mitwirkung bei der Sünde als zum Guten gerichtet mit bezeichnenden Worten hingestellt. Benutzen wir nun aber diesen inhaltsvollen Wink und wenden ihn auf den Fall der ersten Menschen an, wie Gott von Ewigkeit erkannt, daß solcher durch Seine Gnade, (abgesehen davon, daß er gar nicht hätte vor sich gehen können, wenn Gott den Menschen aus der Reihe determinirter Wesen nicht enthoben hätte), die Bedingung einer weit vollkommnern Offenbarung Seiner Macht, Weisheit und Liebe sein würde, als ohne ihn, wenn er unbeschadet der menschlichen Freiheit verhindert worden, eintreten könnte, und Er demselben, so wie Er ihn voraussah, das Dasein zu verleih'n beschloß: so werden nur wir urtheilen müssen, daß das Böse in Seinem Willen gegründet, und dieser dennoch nie auf das Böse, sondern auf das Gute gerichtet sei. Die Selbstbeschränkung desselben, um den Menschen seiner Entscheidung zu überlassen, zeiget Luther nicht undeutlich an, wenn er gegen Erasmus S. 57 meint, die Ursache der Uebertretung Adams sei gewesen, „weil Gottes Geist nicht immer anhielt und nachdrückte den Gehorsam ihm zu geben, sondern ihn vielmehr auf sich selbst stehen ließ." Hat demnach in dem Moment des eignen Entschlusses an diesem der Allgegenwärtige wohl zwar natürlich, aber nicht geistlich in dem Verstande mitgewirket, daß Er der Grund, jener die nothwendige Folge gewesen sei, vielmehr der menschliche Geist ihn aus sich hervorgebracht, und wird darum die Schuld, daß er böse ward, so doch die Natur und Art des Wollenden ursprünglich gut gewesen, dem Menschen im Gewissen zugerechnet — (Vgl. S. 84: „Nicht daß Gott die Bosheit in ihm geschaffen hätte — — wiewohl nun Gott die Sünde nicht machet" ꝛc. ꝛc. S. 86: „Derhalben darf man nicht denken, daß — Gott — also in uns wirke, daß Er von Neuem Böses in uns schaffe ꝛc. ꝛc. Wer es aber verstehen will, der muß es also vernehmen, daß Gott in uns d. i. durch uns Böses wirket: nicht daß die Schuld Gottes sei, sondern an uns ist der Fehl — wiewohl er des Bösen nach Seiner Weisheit wohl braucht zu Seiner Ehre und zu unserm Heil" ꝛc. ꝛc. wo bei dem Allen niemals aus der