# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S356 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 356 — Die Synode ſtimmte auch der Auseinanderſetzung und Beantwortung des zweiten Punktes im Referat bei, daß nämlich nach dem Urtheil der öſtlichen Diſtrictsſynode kein wirklicher Widerſpruch ſtattfinde, wenn Joh. Gerhard ſage, Paulus ſei ohne Predigt bekehrt worden; Luther hingegen ſage, Paulus ſei durch Chriſti Wort als eine Predigt des Geſetzes und Evangeliums bekehrt worden; und beſchloß, daß auch Dieſes nebſt Obigem den Antragſtellern gemeldet werde. Die Synode mußte es übrigens tadeln, daß die Antragſteller mit ihren Bedenken gegen die Rechtgläubigkeit eines doch ſo allgemein anerkannt recht⸗ gläubigen Lehrers unſerer Kirche ſogleich an die Oeffentlichkeit hervorgetreten ſeien, ſtatt ſie erſt dem Herausgeber des „Lutheraner“, der ſie durch Auf⸗ nahme des betreffenden Aufſatzes veranlaßt, mitzutheilen und ihn um die gewünſchte Auskunft und Belehrung zu erſuchen, was die Synode ihnen für künftige ähnliche Fälle anempfehlen wolle. Delegation der norwegiſchen Synode; Errichtung einer norwegiſchen theologiſchen Profeſſur im Concordia⸗College zu St. Louis. Unſere Synode hatte die Freude, mit der Synode der „Norwegiſchen evang.-lutheriſchen Kirche in Amerika“, die bis jetzt ihr Hauptarbeitsfeld in Wisconſin und Jowa hat, in eine nähere brüderliche Gemeinſchaft und Verbindung treten zu können. Herr Paſtor Otteſen und Herr Paſtor Koren, Erſterer als Delegat von jener Synode und Letzterer als deſſen Begleiter, waren in unſerer Mitte erſchienen, um zu einer ſolchen freundſchaftlichen Beziehung zwiſchen beiden Synoden uns die Bruderhand zu reichen. Paſtor Otteſen war zugleich von dem Kirchenrath jener Synode beauftragt und bevollmächtigt, dem Directo⸗ rium des Concordia⸗College in St. Louis den Antrag zu machen, eine norwegiſche theologiſche Profeſſur in dieſer Lehranſtalt zu errichten, bis ſie einen hinreichenden Fonds geſammelt, eine eigene norwegiſche Lehranſtalt in ihrer Mitte gründen zu können. Die Synode ging auf dieſen Antrag der norwegiſchen Brüder mit Freuden ein; und nach näherer Rückſprache mit Paſtor Otteſen wurden fol⸗ gende im beigefügten Protokoll enthaltenen Punkte als gegenſeitige Ueberein⸗ kunft feſtgeſtellt. (cf. Beilage F. im Anhang.) Die beiden norwegiſchen Brüder ſprachen ihre Freude und ihren Dank aus über die brüderliche Aufnahme, die ſie unter uns gefunden, und über die Bereitwilligkeit, womit die Synode ihrem Antrage zur Errichtung einer ſolchen norwegiſchen theologiſchen Profeſſur entgegengekommen ſei. Die Synode fühlte ſich ihrerſeits gedrungen, den norwegiſchen Brüdern ihre aufrichtige Freude darüber auszudrücken, daß ſie uns mit ihrem brüder⸗ lichen Vertrauen entgegengekommen ſeien; daß wir uns daher vielmehr ihnen zu herzlichem Danke verpflichtet fühlten, und daß wir mit ihnen Gott bitten wollten, Er wolle uns mit ihnen, auf dem Grunde des Einen Glaubens und Bekenntniſſes, zum gemeinſamen Wirken immer inniger verbinden. Zu Delegaten von unſerer Synode an die am zweiten Freitag im October 1859 in Coon Prairie, Wisc., ſich verſammelnde norwegiſche Synode wurden Paſtor Fürbringer und Profeſſor Biewend ernannt. — Die Synode beſchloß endlich noch, an die norwegiſche Prediger⸗Conferenz auf deren Zuſchrift ein Antwortſchreiben ergehen zu laſſen. (cf. Beilage G im Anhang.)