# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Dezember 1856_S358 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 358 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. ten und verborgnen Willen näher bestimmt, indem er distinguirt „zwischen Gott, wie Er gepredigt und offenbaret ist, und zwischen Gott, wie Er verborgen ist, das ist, zwischen Gottes Wort und Gott selbst.“ Vgl. insonderheit hierzu seine Worte zu 1 Mos. 26, 9 (Th. II. S. 478 fg.) „Es thut Gott viel Dinges, das Er uns durch Sein Wort nicht zeiget; Er will auch viel Dinges, das Er uns durch's Wort nicht zeiget, daß Er's will. Also will Er den Tod des Sünders nicht nach dem Willen, den Er durch's Wort offenbaret hat; Er will aber nach dem verborgenen, unforschlichen Willen. Nun sollen wir das Wort ansehen, und den unerforschlichen Willen stehen lassen, davon uns Nichts befohlen ist —. Was aber der Wille schaffet, wie, wohin, wie fern der Wille gehet, das gebühret uns schlecht nicht zu fragen, zu forschen, zu suchen oder zu wissen, sondern nur mit aller Furcht und mit Zittern anzubeten.“ Besonnen stellt er endlich beide Glieder der Frage neben einander: „So Gott nicht will den Tod des Sünders, so ist unsere Schuld, daß wir umkommen oder verderben —. Warum aber die göttliche Majestät den Mangel unsers Willens nicht wegnimmt oder ändert in allen Menschen, so doch der Wille nicht in unserer Gewalt oder Macht ist; oder warum Gott das unserm Willen Schuld gibt, so doch der Mensch den Willen nicht kann noch vermag, wegzulegen: das soll Niemand forschen noch fragen. Und wenn du lange fragest, so findest du doch das nimmermehr, wie Paulus zu den Röm. am 9. sagt: Wer bist du aber, der du wollest Gott antworten?“ Er hatte es dem heiligen Apostel abgelernt, mit diesem hohen, schwierigen Gegenstande als Meister umzugehen, und einen kläglich unerfahrenen Widersacher, der Ruhm an ihm erjagen und mit allerberedtesten Worten gleißender Menschenweisheit die ganze römisch⸗semipelagianische Richtung vertreten wollte, durch den Glauben, der das Wasser vor allem Anderen aus dem Felsen schlägt, gegenüberzustehn. Die Auflösung gibt er selbst zu 1 Mos. 50 (Th. III. S. 467 fgg.) „Denn wiewohl Gott Gnade und Vergebung verheißen hat, wie Augustinus saget, hat Er doch das nicht verheißen, daß du ebenso gewiß nach dem Falle werdest wieder kommen — es stehet nicht in unserer Macht, die Gnade zu ergreifen, und du weißt nicht, ob du auch Vergebung, so dir angeboten wird, annehmen könntest. Darum soll man Gott fürchten, welcher beidem, der Vermessenheit und auch der Verzweiflung, feind ist. — Wirst du aber dich auf Gottes Güte und Gnade verlassen, wissentlich und vorsätzlich Seine Gebote übertreten dürfen, ist große Gefahr dabei, daß dich die Sünde gar unterdrücken möchte, ehe daß du die Vergebung in Seinem Sohne empfangest. — Darum muß man das merken und wohl behalten, daß Gott zu der Sünde keinen Gefallen hat, und daß Er auch Nichts thue um der Sünde willen. — Denn wiewohl Gott dieser Sünde der Brüder Josephs dazu gebrauchet, daß dadurch vielen Leuten ist geholfen worden, — ist doch Gefahr dabei, daß diejenigen, so gar ohne Furcht sind, vom Tode möchten übereilet werden und in die Hölle fahren, ehe denn sie Zuflucht haben können zu der Barmherzigkeit Gottes. — — Du