# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S351 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 351 — Herr Paſtor Schieferdecker bemerkte hierauf. Indem er mit erſchüttertem Herzen von der Synodalgemeinſchaft Abſchied nehme, verſichere er die Synode, daß er während der ganzen Zeit in ſeinem Herzen gerungen habe zu erkennen, ob wirklich die Hoffnung, die er hege, klare Glaubensartikel umſtoße. Nur ſein Gewiſſen habe ihn gehindert, in das Urtheil der Synode einzuſtimmen. Sollte es nach Gottes Willen bei ihm dahin kommen, daß er das, was er jetzt geglaubt habe feſthalten zu müſſen, für Irrthum erkenne, ſo hoffe er, daß die Synode ihm die Aufnahme und Rückkehr in ihre Gemeinſchaft nicht verſagen werde. Präſes: Das wolle der gnädige und barmherzige Gott und Vater um JEſu Chriſti willen Ihnen verleihen durch Sein Wort und Heiligen Geiſt! Amen. Beantragt und beſchloſſen: Daß wir die Nachmittagsſitzung beginnen mit Abſingung der Litanei auf unſeren Knieen, um Gott unſere große Noth vorzutragen, unſere Sün⸗ den zu bekennen und ihn um ſeine Hülfe anzurufen. Hinſichtlich Herrn Paſtor Grubers beſchloß die Synode, eine Commiſ⸗ ſion zu ernennen, die mit demſelben über dieſe Angelegenheit weiter mündlich verhandeln und über das Ergebniß dieſer Unterhandlung an die Weſtliche Diſtrictsſynode Bericht erſtatte. (Siehe „Lutheraner“, No. 12, Jahrg. 14.) Unſer Handel mit der Buffalo⸗Synode; — inſonderheit wegen Er⸗ richtung eines allgemeinen Schiedsgerichts. Ein anderer Gegenſtand der Berathung war der Vorſchlag der Synode von Buffalo, ein allgemeines chriſtliches Schiedsgericht aufzurichten, durch deſſen Erkenntniß und Urtheil der zwiſchen jener und unſerer Synode ob⸗ ſchwebende Streit beigelegt werden ſolle. — Es waren von Herrn Paſtor Grabau, als Senior Ministerii jener Synode, mehrere auf dieſen Gegenſtand ſich beziehende Schreiben an unſern Allgemeinen Präſes, Hrn. Paſtor Wyneken, eingegangen, dieſe Sache unſerer Allgemeinen Synode vorzulegen. Auch Herr Paſt. Großmann, als Senior Ministerii der Synode von Jowa, hatte in einem Schreiben vom 12. October unſere Synode dringend ermahnt, um des Frie⸗ dens willen dieſem Vorſchlage der Buffalo⸗Synode Gehör zu geben. So ſah ſich denn die Synode genöthigt, dieſen alten Handel mit der Buffalo⸗Synode aufs neue aufzunehmen und den Urſprung, Verlauf und gegenwärtigen Stand unſers Streits mit derſelben zu erörtern und zu beleuchten. Es wurde zunächſt ein im Auftrage des Allgemeinen Präſes von Herrn Paſtor Fürbringer verabfaßtes Referat über dieſen Gegenſtand vorgeleſen, woran ſich dann die weitere Beſprechung und Erwägung des erwähnten Vorſchlags knüpfte. (Cf. Beilage D im Anhang.) Die Summa und das Reſultat der Verhandlung dieſes Gegenſtandes iſt in folgenden Erklärungen und Beſchlüſſen der Synode zuſammengefaßt: Da unſer Streit mit der Synode von Buffalo ſeinen Grund in nichts anderem als in der falſchen Lehre derſelben hat, und wir, als Synode, der Buffalo⸗Synode gegenüber, nur den unantaſtbaren Grundſatz aufgeſtellt und befolgt haben, daß Glieder unſers Miniſteriums ſolche geweſene Glieder von Gemeinden der Buffalo⸗Synode aufnehmen und mit Wort und Sacrament bedienen könnten und ſollten, welche ſich von derſelben um deren falſcher Lehre willen getrennt haben und ſich nicht in einem verdienten Bann befinden, oder, die ungerecht gebannt worden ſind und ſich zu unſerer reinen Lehre bekennen; ſo ſei hiemit einſtimmig [SCAN: Die erſte Textzeile dieſer Seite iſt im Original oben beſchnitten; nur die untere Hälfte der Buchſtaben ſteht. Der Name „Schieferdecker“ iſt bei 900 dpi mit Contraſt⸗Streckung aus den erhaltenen Unterlängen geleſen und durch den Zuſammenhang beſtätigt (vgl. S. 4 der Namensliſte: „G. A. Schieferdecker“).]