# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S350 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 350 — Deputirten aus den vier Diſtrictsſynoden, welche der Synode Vorſchläge mache über das endliche Verfahren, welches ſie mit Herrn Paſtor Schiefer⸗ decker einzuſchlagen habe. Achtzehnte Sitzung. Der von der Committee eingereichte Vorſchlag über das gegen Herrn Paſtor Schieferdecker einzuſchlagende endliche Verfahren wurde verleſen; er lautet wie folgt: „Da Herr Paſtor Schieferdecker in den gegenwärtigen Verhandlungen geoffenbaret hat, daß er ſeine eigene chiliaſtiſche Auslegung gewiſſer prophe⸗ tiſcher Schriftſtellen dem gewiſſen und klaren Worte Gottes ſelbſt gleichſtellet, und dieſelbe und ſeine daraus geſchöpften Vermuthungen dazu mißbraucht, mehrere Artikel des heiligen chriſtlichen Glaubens, als: Von dem Reiche Chriſti auf Erden, von Chriſti Wiederkunft zum jüngſten Gericht, vom jüngſten Tage, ungewiß zu machen; einen derſelben aber, nämlich von der allgemeinen Auferſtehung der Todten am jüngſten Tage, geradezu zu verleug⸗ nen, und da alle wiederholten Verſuche, den Genannten von ſeinem Irrſal zurückzuführen, ſich als vergeblich erwieſen haben: ſo erkennt die Synode hieraus, daß Herr Paſtor Schieferdecker mit ihr auf Einem Glaubensgrunde nicht mehr ſtehe, und ſieht ſich daher genöthigt, demſelben die fernere Syno⸗ dalgemeinſchaft aufzuſagen.“ Nach einer kurzen Discuſſion wurde der Bericht der Committee ange⸗ nommen und Beſchloſſen: Die Synode habe erkannt, daß Herr Paſtor Schiefer⸗ decker nicht mehr mit ihr auf Einem Glaubensgrunde ſtehe, und ſie ſei darum genöthigt, ihm die Synodalgemeinſchaft aufzuſagen. Der Herr Präſes wandte ſich dann in einer ernſten und herzlichen An⸗ ſprache an Herrn Paſtor Schieferdecker und, indem er ihm bezeugte, welch eine traurige und ſchmerzliche Pflicht es für ihn ſei, als Vorſitzer der Verſamm⸗ lung ihm dieſen Synodalbeſchluß anzukündigen, drückte er zugleich ſeinen herzlichen Wunſch aus, daß dieſer ernſte Schritt, den die Synode um Chriſti und ſeines Wortes willen habe thun müſſen, durch Gottes Gnade einen ſolchen Eindruck auf ſein Herz mache, daß er noch einmal von Neuem be⸗ denke, wohin er gerathen ſei. Denn das ſei doch gewiß etwas Entſetzliches, daß ein Chriſt, und ein Diener des Evangeliums, der ſo lange, ſo treu, und früher mit ſo viel Segen in dem Weinberge des HErrn gearbeitet habe, nun dahin gekommen ſei, daß er in die einfältigen, von Gott für die Un⸗ mündigen in ſeinem Worte geſtellten Glaubensſätze der chriſtlichen Kirche nicht mehr einſtimmen könne. — Auch die Synode ſolle an dieſem traurigen und ſchrecklichen Falle demüthig erkennen, was wir für ein elend Gemächte, und welch ein geſchwinder und verderblicher Geiſt der Satan ſei. Der gnä⸗ dige und barmherzige Gott wolle doch um Chriſti willen uns um ſo mehr den Geiſt der Gnaden und des Gebetes ſchenken, daß wir ihn anſchreien mit herzlichem Wachen, daß er uns nicht in Verſuchung führe, und uns darin⸗ nen umkommen laſſe. Der HErr wolle namentlich uns Predigern dies zur Warnung dienen laſſen, und auch in den Gemeinden den rechten Ernſt ſchaffen, daß wir durch dies bejammernswerthe Beiſpiel bewogen werden, Gott anzurufen, daß er es an dieſer Einen ſchweren Züchtigung laſſe genug ſein, und uns in ſeinem Wort und Glauben wolle feſthalten. Der gnädige und barmherzige Herr der Kirche wolle uns doch für alle Zukunft vor einem ſolchen Jammer bewahren, wie wir ihn in dieſer Synodalſitzung hät⸗ ten erfahren müſſen ꝛc.