# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S349 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 349 — ten am jüngſten Tage, hie oder da ein Todter könnte auferwecket werden. Aber bei der 4ten Frage berufe er ſich darauf, er wiſſe nicht, was es für eine Auferſtehung ſei, die Offenbarung 20. gelehrt werde. Es können alſo nach ſeiner Meinung noch Millionen auferſtehen vor dem jüngſten Tage. Er müſſe bekennen, da er mit der chriſtlichen Kirche glaube, die Auferſtehung der Todten geſchieht am jüngſten Tage, ſo könne unmöglich von einer Aufer⸗ ſtehung des Fleiſches vor dem jüngſten Tage in Offenbarung 20. die Rede ſein. Hier ſtehe „Seelen“. Es ſei ein Frevel, das zu erklären vom Fleiſch, wo „die Seelen“ ſtehe, und zwar die Seelen der Enthaupteten ꝛc. Die Synode einigte ſich dahin: daß Herrn Paſtor Schieferdecker noch einmal die Frage vorgelegt werde, ob er mit dieſen Zuſätzen zu ſeinem „Ja“ dasſelbe habe beſchränken wollen, oder ob er glaube, daß in den Worten, wie ſie ihm vorgelegt ſeien, wirklich die von ihm bekannte Wahrheit liege, und er die Zuſätze nur darum gemacht habe, damit wir nur nicht glaubten, er wolle mehr zugeben, als wir von ihm verlangen. Herr Paſtor Schieferdecker erklärte ſich darauf: Er habe nur mit den Zuſätzen andeuten wollen, daß er nicht glaube, daß ſie dem Glauben ent⸗ gegen, ſondern wohl damit in Uebereinſtimmung zu bringen ſein; daß er „Ja“ ſagen könne, aber dennoch dabei glauben, was er in den Zuſätzen ausge⸗ ſprochen habe. Wenn er aber gar nichts hinzugeſetzt hätte, ſo hätte er den lieben Brüdern den Schein gegeben, als ließe er nun hiemit alles Das fallen, was er aus dem prophetiſchen Worte erkannt zu haben glaube, und das wäre wider die Aufrichtigkeit und Redlichkeit. Die Brüder erkenneten, daß ſeine Ueberzeugung in dieſen Dingen nicht mit der Ueberzeugung der Synode ſtimme; ſonſt müſſe er das Urtheil billigen, welches die Weſtliche Diſtricts⸗ ſynode abgegeben habe, und in Anbetracht, daß die Brüder der Ueberzeugung ſeien, ſie könnten eine ſolche Hoffnung, wie er ſie ausgeſprochen, nicht in ihrer Mitte dulden, ſie ſei der Reinheit der Lehre entgegen, verdenke er den Brüdern nicht, wenn ſie ihm die kirchliche Gemeinſchaft aufſagten, wiewohl er gerne im Verhältniß zur Synode bliebe, wenn ſie das tragen könnten, was er in den Zuſätzen ausgeſprochen und bekannt habe. Es wurde dem Herrn Paſtor Schieferdecker dagegen bemerkt: Die ihm vorgelegten Fragen beträfen die einfachſten Stücke unſers chriſtlichen Glau⸗ bens. Welcher einfältige Chriſt, der wirklich im Glauben der Kirche ſtehe, könne ſich z. B. noch beſinnen, auf die Frage: glaubſt du, daß die Kirche Chriſti bis zum jüngſten Tage unter dem heiligen Kreuze verborgen bleibe? mit einem runden „Ja“ zu antworten, ohne weitere Verclauſulirungen? wer würde daran denken, dieſes „Ja“ durch allerlei Zuſätze beſchränken zu wol⸗ len, wenn er nicht eben nicht glaubte, daß die Kirche Chriſti, die Gemein⸗ ſchaft der Gläubigen und Heiligen, bis zum jüngſten Tage unter dem Kreuze ſtehen werde. Denn das könne ja kein Chriſt leugnen, daß auch jetzt ſchon der Sieg über alle antichriſtlichen Weltmächte gefeiert werde, wiewohl ver⸗ borgen vor der Welt. Der Zuſatz müſſe daher dem Kreuzreiche entgegen⸗ geſetzt ſein, d. h. er könne nicht mehr mit der chriſtlichen Kirche bekennen, daß das Reich unſers HErrn JEſu Chriſti bis an den jüngſten Tag ein Kreuzreich bleibe. So ſei es auch mit den übrigen Fragen: ſie beträfen gleichfalls die einfachſten Artikel des Glaubens; ſo daß es leider nur zu klar ſei, daß er, wie er auch ſelbſt ausgeſprochen, einen andern Glauben habe, als den die Synode mit der chriſtlichen Kirche bekenne. Da Herr Paſtor Schieferdecker hierauf nichts erwiderte, Beſchloſſen: Daß eine Committee ernannt werde, beſtehend aus den Herrn Diſtrictspräſidenten, den Profeſſoren unſerer Anſtalten, und je einem