# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S344 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 344 — Da nun Herr Paſtor Schieferdecker im Verlauf der Verhandlungen mehrmals bekannt hatte, daß der HErr jeden Augenblick kommen könne, daß das Gegentheil zu ſagen Vermeſſenheit ſei, und doch auch wiederum be⸗ kannte, daß er ſeine Anſicht von einem noch bevorſtehenden tauſendjährigen Reiche in der Schrift begründet finde, ſo wurde ihm noch einmal vom Prä⸗ ſes die Frage von der Wiederkunft Chriſti zum endlichen Gericht vorgelegt. Seine Antwort lautete: Ich ſage, Er kann alle Tage kommen zum letzten Gericht, das muß ich lehren, weil ich nicht mit abſoluter Gewißheit beweiſen kann, daß dieſe prophetiſchen Stellen ſo zu verſtehen ſeien, wie ich und Andere ſie verſtanden haben. Frage: Können Sie mit abſoluter Gewißheit aus der Schrift beweiſen, und wollen und müſſen Sie es, daß der HErr JEſus Chriſtus zum endlichen Gericht jeden Augenblick kommen könne? Denn nur das können und ſollen wir lehren, was wir mit abſoluter Gewißheit aus der Schrift wiſſen, und beweiſen können. Antwort: Ja, das kann ich; nach den Stellen, welche den jüngſten Tag und die Wiederkunft des HErrn JEſu Chriſti zum endlichen Gericht darſtellen als plötzlich und unvermuthet. Hierauf erfolgte die Aeußerung: Da er zugeſtanden, daß nur das ge⸗ glaubt und gelehrt werden könne, was klar und unwiderſprechlich aus Got⸗ tes Wort zu erweiſen ſei, auch zugegeben habe, daß er die Lehre von der Wiederkunft Chriſti zum endlichen Gericht, als eine ſtets zu erwartende, aus Gottes Wort klar beweiſen wolle, könne und müſſe — ſo müſſe auch die Lehre vom tauſendjährigen Reich von ihm verworfen werden. Herr Paſtor Schieferdecker antwortete darauf: Ich bin nicht im Stande, dieſe Hoffnung gänzlich hinzugeben. Mein Gewiſſen iſt noch gefangen. Ich bin nicht im Stande, ſo darauf zu antworten, daß die Synode befriedigt würde. Die Synode verlangt etwas von mir, was zu leiſten ich nicht im Stande bin. — — Die Synode beſchloß: damit nichts übereilt werde, die öffentlichen Verhandlungen mit Herrn Paſtor Schieferdecker für eine Zeit lang zu ſuspen⸗ diren, ihm Zeit zu laſſen, ſich zu beſinnen und mit einer Committee, die er ſelbſt nach ſeinem Belieben zuſammenſetzen möge, außer den Sitzungen zu beſprechen. Herr Paſtor Schieferdecker erklärte, daß er gern auf dieſen Be⸗ ſchluß der Synode eingehe. Dann wurde das Schreiben des Herrn Paſtor Gruber zu Ende geleſen, und nach einigen Bemerkungen beſchloſſen, daß unter Handleitung der Pro⸗ tokolle ein Antwortſchreiben an den Herrn Paſtor Gruber im Namen der Synode verabfaßt werde. (cf. Beilage C.) Vierzehnte und fünfzehnte Sitzung. Der Synode wurde angezeigt, daß Herr Paſtor Schieferdecker ſeine Antwort auf die an ihn gerichtete Frage ſchriftlich eingeſandt. Sie wurde verleſen und lautet wie folgt: „Geehrte und geliebte Brüder! Da ich von Ihnen veranlaßt worden bin, heute meine ſchließliche Er⸗ klärung über meine Stellung zu der betreffenden eſchatologiſchen Lehre abzu⸗ geben, ſo komme ich dieſer Aufforderung in Folgendem nach: Ich bekenne mich zu den Fundamentalartikeln des chriſtlichen Glaubens von der Wieder⸗ kunft des HErrn JEſu Chriſti zum letzten allgemeinen Weltgericht und von der damit verbundenen allgemeinen Auferſtehung der Todten, wie ſie in dem