# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S329 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 329 — Herr Paſtor Heinrich König, der auf unchriſtliche und unkirchliche Weiſe ſeinen Beruf in einer zu ſeinem Kirchſpiele gehörenden Gemeinde niederlegte, die andern Gemeinden, ohne einen andern Beruf empfangen zu haben, verließ und ſpäter den Beruf von einer Gemeinde annahm, die, wie er wußte, in einem unverſöhnten Verhältniſſe mit einem von unſern Paſtoren lebte, der ſie vor mehreren Jahren Gewiſſenshalber verlaſſen mußte, und ohne dieſen Paſtor auch nur einmal über den Stand der Sache brieflich zu befragen, zeigte dem Diſtrictspräſes ſeinen Austritt aus unſerer Synode an, und ließ ſich von dieſem nicht von der Ungerechtigkeit ſeiner obigen Handlungsweiſe überzeugen. Demzufolge konnte ihm ſpäter auf ſein Erſuchen um eine ehrenvolle Entlaſſung aus unſerm Synodalverband, um ſich der Ohio⸗Synode anzu⸗ ſchließen, dieſelbe nicht gewährt werden und zwar um ſo weniger, als er ſich nach dieſem Anſuchen der neuen Sünde ſchuldig machte, in einem andern Kirchſpiele der Unſrigen Leute zu bedienen, denen böswilliger Selbſtaus⸗ ſchluß bereits vermeldet war und über deren Bosheit er genau in Kenntniß geſetzt war. W. Sihler. Verhandlungen über die Lehre von den letzten Dingen, ſonderlich den Chiliasmus. Der Präſes eröffnete die Verhandlungen der zweiten Sitzung mit folgenden einleitenden Bemerkungen: Ehe die Synode zu ferneren Berathungen übergeht, muß ſie wiſſen, wie es unter ihren Gliedern um die Einigkeit in der Lehre ſteht. Ehe nicht die Differenzen gehoben ſind, iſt keine fröhliche Berathung möglich. Daher habe ich die Reihenfolge der zu verhandelnden Gegenſtände dahin ver⸗ ändert, daß die Lehre von den letzten Dingen der erſte Gegenſtand der Berathung ſein wird. Der ehrwürdigen Synode iſt bekannt, daß die Synode des Weſtlichen Diſtricts· bei ihrer letzten Sitzung wider ihr Erwarten von der Gemeinde in Altenburg aufgefordert wurde, ein Gutachten zu geben über folgende Fragen: 1. Welche Lehre hat die Synode über die an die zweite Zukunft Chriſti geknüpften Ereigniſſe, inſonderheit über die Hoffnung von einer noch bevorſtehenden Bekehrung Israels, Herrſchaft Chriſti über alle Völ⸗ ker, tauſendjähriges Reich ꝛc.? 2. Sieht die Synode einen Diſſenſus in dieſen Dingen für einen ſolchen Diſſenſus des Glaubens an, der die kirchliche Einigkeit aufhöbe? In Bezug hierauf ſind folgende Beſchlüſſe von der Synode gefaßt: ad 1. a. Wir verwerfen die Lehre, daß eine allgemeine oder doch noch nie dageweſene, beſonders zahlreiche Bekehrung der Juden vor dem jüng⸗ ſten Tage nach Röm. 11, 25. u. 26. u. a. Stellen bevorſtehe und gehofft werden müſſe, als eine unbibliſche und zu falſchen chiliaſtiſchen Vorſtellungen von der Kirche führende Lehre. b. Wir verwerfen und verdammen jede Art des Chiliasmus, nach welchem gelehrt wird, daß noch vor dem jüngſten Tage eine Zeit zu erwarten ſei, in welcher der Teufel nicht mehr auf Erden Gewalt und Einfluß haben, Chriſtus ſichtbar wieder kommen, alle Völker chriſtianiſirt und alle verſtorbenen Gläubigen, oder eine Anzahl der⸗ ſelben, leiblich auferſtehen und mit Chriſto in einer neuen bis dahin nicht ſtattgefundenen Weiſe über alle Heiden regieren werden; wir erkennen jede Auslegung folgender und ähnlicher Schriftſtellen: