# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S321 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 321 — immer theuer geweſene Katechismusübung je länger je mehr in geſegneten Schwang kommen wird. Einzelne Gemeinden zeichnen ſich jedoch auch jetzt ſchon in dieſer Hinſicht auf das Vortheilhafteſte vor andern aus. Daß das Schulweſen unter uns einer Verbeſſerung fähig und ſehr be⸗ nöthigt iſt, brauche ich nicht erſt zu verſichern. Wo eigene Schullehrer ſind, da verbeſſern ſich von Jahr zu Jahr die Schulen, und es ſtellt ſich heraus, daß auch da der dem deutſchen Volke einwohnende Sinn für die Schulen leicht wieder geweckt werden kann, indem ſolche Schulen dermaßen von Kindern ſolcher Eltern beſucht werden, die nicht zur Gemeinde gehören, daß die Zahl der fremden Kinder meiſtens die der Gemeindekinder überſteigt, wo⸗ für namentlich die größern Städte den Beweis liefern, wo, Gott ſei Dank! nach und nach die Gemeinden eben durch den Schulbeſuch fremder Kinder von Jahr zu Jahr faſt getrieben werden, neue Schulen zu gründen, und auch immer mehr bereit ſich finden laſſen, die nicht unbedeutenden Koſten aufzubringen. Mögen die Gemeinden immer mehr bedenken, welch ein wich⸗ tiges Werk der Miſſion durch Schulen unter dem Theil unſerer deutſchen Landsleute, die dem Unglauben zur Beute geworden ſind, ausgerichtet wird, und wie der HErr uns namentlich die lieben Kindlein an das Herz gelegt hat. Er wolle der Ehrw. Synode recht bald zu einem tüchtigen Schullehrer⸗ Seminar verhelfen, und uns Leute zuführen, die mit Luſt, Liebe und Treue ſich dieſem heiligen Beruf und ſeinen ſchweren Pflichten unterziehen. Zu ſeiner Gnade ſteht ja zu hoffen, daß er auch den Eltern, wie ſie überhaupt im Glauben wachſen, je länger je mehr den gemein irdiſchen Sinn nimmt, der ſich leider auch in dieſer Hinſicht vielfach zeigt, und ſie nur des Gewinn⸗ ſtes willen abhält, die Kinder regelmäßiger und länger zur Schule zu ſchicken. Der HErr hat unſere Kinder hier zu Lande ſicherlich zu etwas Anderem be⸗ ſtimmt, als bloße Holz⸗ und Waſſerträger für den Speculationsgeiſt abzu⸗ geben. Wenn wir bedenken, wie ſehr das bürgerliche Weſen hier im Argen liegt, da doch Gott auch ſein Weltregiment ordentlich beſtellt und geführt haben und das Gegentheil mit ſchweren Gerichten ſtrafen will, und da doch anzunehmen iſt, daß ſolche Leute, die von Jugend auf in Gottes Wort unterrichtet und in Gottesfurcht aufgebracht ſind, auch im Weltregiment ihrem etwaigen Poſten gewiſſenhafter vorſtehen werden: ſo ſollten wir auch um deswillen ſchon danach trachten, daß wir unſere Kinder Gott ſo zurich⸗ ten, daß er ſie auch dazu gebrauchen könne. Ein erfreuliches Zeichen für den Anbruch einer beſſern Zeit iſt in meinen Augen die Schullehrer⸗Conferenz, die in Milwaukee abgehalten, ſo wie auch die Ausſicht, daß endlich die Akade⸗ mie in Fort Wayne wird ins Werk geſetzt werden. Leider Gottes werden in den meiſten Gemeinden die Schulen noch von den Predigern gehalten, und ehe nicht die Ehrw. Synode es in Ausführung bringt, daß nicht jede, auch die kleinſte Gemeinde ihren eigenen Paſtor erhält, vielmehr größere Diöceſen etwa mit mehreren Schulen eingerichtet werden, wird es immer ein halbes Weſen bleiben ſowohl mit der Ausführung des Predigt⸗ wie des Schulamtes. Die Sache liegt zu ſehr am Tage, als daß ich die Ehrw. Synode noch mit Mehrerem aufzuhalten für nöthig erachten ſollte. Sehr mangelhaft ſteht es noch mit der Gottesdienſtordnung. Selbſt⸗ verſtändlich ſind nur rechtgläubige Agenden im Gebrauch. Indeſſen, wo nicht die Altſächſiſche oder die Löhe'ſche ganz gebraucht wird, da iſt oft die Zuſammenſtellung der einzelnen Stücke, am gelindeſten ausgedrückt, ohne gehörigen Zuſammenhang und Takt vorgenommen. Viel könnten nach meiner Meinung die Prediger beim Antritt wenigſtens neuer Gemeinden thun, wenn ſie nicht willkürlich, ſondern nach dem Vorbilde der Kirche aus 21