# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S320 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 320 — meinde hat ſich ſogleich unter die Seelſorge des Herrn Paſtor Vollert begeben. Dem armen Gefallenen aber ſchenke der HErr, der Luſt hat zum Leben, aufrichtige Buße. Ein gleiches Zeugniß kann ich meinen Brüdern geben, die dem HErrn an der lieben Jugend dienen. Wer weiß, unter welchen ſchwierigen Umſtän⸗ den dieſes, menſchlich geredet, undankbare Amt hier zu Lande geführt wird, muß dem HErrn um ſo mehr danken, daß ſich immer noch Männer finden, die dem HErrn zu Liebe dieſen Beruf erwählen und treulich ausüben. Was den Zuſtand der Gemeinden betrifft, ſo muß unter ihnen ja frei⸗ lich eine bedeutende Verſchiedenheit und Abſtufung ſowohl in der Erkenntniß, wie des chriſtlichen und kirchlichen Gemeindelebens ſtattfinden, je nachdem ſie kürzer oder länger ſich der rechten kirchlich ſeelſorgeriſchen Leitung und Pflege erfreut, und mit größerer oder geringerer Treue die ihnen dargebotene Gnade und Gabe entgegengenommen haben, obgleich nicht immer, wo Er⸗ kenntniß, in gleicher Maße ein derſelben angemeſſenes Leben ſich findet. Wir haben Gemeinden, die, ſchwach in der Erkenntniß, dennoch treu mit dem, was ſie haben, umgehen, und darum die Verheißung für ſich haben: Wer da hat, dem wird gegeben. Andere, die ſo zu ſagen eine gute und gründ⸗ liche Erkenntniß zeigen, möchte man dringend daran erinnern, daß das Reich Gottes nicht in Worten ſtehet, ſondern in Kraft. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß dies von den Gemeinden geſagt iſt, wie ſie im Allgemeinen ſich anſehen laſſen, und nicht von den einzelnen Gliedern in denſelben. Ueberhaupt kennt der HErr nur allein die Seinen. Im Ganzen müſſen wir Gott zur Ehre bekennen, daß ſein Wort ſich immer mehr Bahn bricht, offener Wider⸗ ſtand möchte ſich nur noch ſehr einzeln finden und wird ſchwerlich in einer einzigen geduldet; ſelbſt in früher ſchwierige Gemeinden dringt chriſtliche Zucht und Ordnung, ſo daß Widerſpenſtige ſich entweder dem Ernſt der Gemeinden fügen müſſen, oder durch denſelben hinausgedrängt werden. Der Gottes⸗ dienſt wird im Ganzen fleißig beſucht; nur über den Beſuch des Nachmit⸗ tags⸗Gottesdienſtes, namentlich des Examens, wurden vielfach Klagen laut. Gott der HErr gebe den Predigern und Gemeinden, daß ſie immer mehr die unendliche Wichtigkeit der Katechismusübung erkennen, und von beiden immer mehr Fleiß im Lehren und Lernen angewandt werde. Ich will namentlich diejenigen meiner lieben Amtsbrüder, die meine brüderliche Er⸗ mahnung, doch den gewiſſenhafteſten Fleiß auf die Vorbereitung zum Examen zu verwenden, brüderlich liebevoll aufgenommen haben, hier nochmals ernſt⸗ lich gebeten haben. Wollen wir in der Erkenntniß recht gegründete Gemein⸗ den haben, ſo muß nach dem Vorbilde Luthers, und der Lutheriſchen Kirche überhaupt in ihrer Blüthezeit, mit rechtem Ernſt und genauer Sorgfalt unter Flehen und Seufzen zu Dem, der das Gedeihen gibt, der Katechismus getrieben werden. Und ich habe auch faſt immer gefunden: wo es dem Prediger damit ein rechter Ernſt iſt, da ſammelt ſich nach und nach auch die Gemeinde. Wenigſtens werden ſich immer einzelne regelmäßige Beſucher finden, die dann den rechten Kern der Gemeinde bilden. Vor allen Dingen ſollten wir es uns zur dringenden Gewiſſenspflicht machen, daß die Jugend, auch die confirmirte, ſich fleißig einfände, und, wo ſie den Ermahnungen nicht Raum gäbe, mit ernſter Zucht einſchreiten. Es wäre freilich vielfach hier den Eltern ein größerer Ernſt zu wünſchen. Beiſpiel würde auch hier mehr wirken, als alle Ermahnungen. Die Ausarbeitung eines Katechismus, welche nach der Beſtimmung der Synode der St. Louiſer Conferenz übertragen, und welcher vorgelegt werden wird, wie die trefflichen Arbeiten des Herrn Paſtor Keyl, werden, das hoffe ich zu Gott, mithelfen, daß die der Lutheriſchen Kirche