# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S318 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 318 — wenn dieſe beiden Brüder mit ihren Gemeinden in herzlicher Eintracht, in Einem Geiſte mit brünſtigem Eifer zuſammen arbeiteten in einer Stadt, wo das falſche Lutherthum der Generalſynode ſeinen Hauptſitz und Herd hat? So gut ſollte es uns nicht werden. Im Gegentheil: Prediger und Gemein⸗ den liegen zum großen Aergerniß der Schwachen und Ungläubigen und zur Schmach unſers gemeinſamen Bekenntniſſes mit einander im Streit, der leider Gottes durch den Druck auch noch in die Oeffentlichkeit getreten iſt. Der Gott des Friedens ſteure allen Aergerniſſen, und trete den Satan unter unſere Füße. Ueber Recht und Unrecht der ſtreitenden Parteien ein Urtheil abzugeben, ſteht mir natürlich nicht zu, ich vermöchte es auch nicht. Nur hinſichtlich der Errichtung bekenntnißtreuer Engliſcher Gemeinden überhaupt kann ich nicht unterlaſſen, den Wunſch meines Herzens hier öffentlich auszuſprechen, daß doch Gott aus Gnaden verhüten wolle, daß die Synode bei dieſer ſich von Neuem der Kirche darbietenden Gelegenheit nicht die Schuld auf ſich lade, womit leider die Lutheriſche Kirche dieſes Landes in früherer Zeit zum Theil ſich belaſtet hat, daß nämlich Tauſende und Hunderttauſende von engliſch⸗ redenden Nachkommen deutſcher Lutheraner vernachläſſigt und aus Kurzſich⸗ tigkeit oder einer Engherzigkeit, die dem Geiſt der Lutheriſchen Kirche ſchnur⸗ ſtracks entgegen iſt, den Secten oder dem Unglauben als eine willkommene Beute überlaſſen ſind. Wenn wir uns, und mit Recht, durch Gottes Gnade des reinen Bekenntniſſes der Wahrheit rühmen, ſo wird Gott es ſicherlich doppelt von uns fordern, wenn wir aus unevangeliſcher Engherzigkeit die Kinder der Kirche verabſäumen, die durch die Umſtände dieſes Landes leider der Fähigkeit beraubt ſind, die theure Mutterſprache zu ſprechen und zu ver⸗ ſtehen, aber darum nicht der Schätze der Kirche beraubt ſein ſollen. Wollte Gott, wir könnten in allen Zungen der Welt predigen und Gemeinden aus allen Völkern, die hier in dieſem Lande zuſammenfließen, um unſer theures Bekenntniß ſammeln. Er ſchenke uns doch auch die Gnade, den Ihm wohl⸗ gefälligen Weg zu finden, dieſen ärgerlichen Streit zur Freude der Kirche und namentlich auch der betreffenden Gemeinden, und dem Teufel zum Verdruß, beizulegen, und eine herzliche Eintracht zwiſchen den Brüdern zu Stande zu bringen. Die übrigen Gegenſtände, die der Synode zur Berathung und reſpective zur Beſchlußnahme vorliegen, ſind ja freilich auch von großer Wichtigkeit; ich glaube aber nicht nöthig zu haben, ſie gerade hier ſchon zu erwähnen. Der HErr gebe uns vor allen Dingen bei allen Berathungen ſeine Furcht ins Herz; denn ſolche haben die Verheißung, daß Er ſie anſehe, und mit ſeiner Hülfe ihnen nahe ſei. Denn der HErr hat nicht Luſt an der Stärke des Roſſes, noch Gefallen an Jemandes Beinen; der HErr hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf ſeine Güte hoffen! Preiſe, Jeruſalem, den HErrn, lobe, Zion, deinen Gott. Denn Er macht feſt die Riegel deiner Thore, und ſegnet deine Kinder darinnen. Pſalm 147, 10—13. Halleluja Amen! — Bericht. Indem ich der Ehrw. Synode den durch die Conſtitution geforderten Bericht abſtatte, kann ich nicht umhin, des ſchweren Verluſtes zu erwähnen, den die Synode nach dem unerforſchlichen Rathſchluſſe des HErrn in den verfloſſenen Jahren erlitten hat. Drei treue, eifrige Prediger und zwei Schullehrer ſind vom HErrn aus dem trübſalsvollen Arbeitsfelde, wie wir zu ſeiner Barmherzigkeit hoffen, in die ewige Ruhe verſetzt. Warum der