# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S317 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 317 — Schwachheit und Unkraft iſt er ſo kräftig, daß er alles andre Wort, Gewalt und Weisheit in der Welt zu Schanden macht.“ — So weit Luther. Vertrauen auch wir auf den Zuſpruch dieſes trefflichen Streiters Chriſti der alten bewährten Kriegsweiſe des „HErrn unſers Herr⸗ ſchers“. Wollen wir nur nichts mehr ſein, als Unmündige und Säuglinge, und uns nicht gelüſten laſſen, den in der Rüſtung der Wiſſenſchaft anſtatt der des einfältigen „Kinderglaubens“ Einhertretenden ebenbürtig werden zu wollen, ſo werden wir wohl bleiben. Laſſet uns als ſolche nur mit feſtem Glauben am HErrn unſerm Herrſcher hangen, der wird uns wohl ſtärken und erhalten. Ueberhaupt, meine verehrten Brüder, es kommt ja alles nur darauf an, daß wir treu erfunden werden in dem, welches der HErr uns als ſeinen Knechten zu thun aufgetragen. Dem laſſet uns in aller Demuth nachkom⸗ men. Der HErr wird dann ſchon thun und laſſen, was ihm wohlgefällt; treu zu ſein, das ſei unſere Sorge; was wir ausrichten werden, das iſt ſeine Sache. Unſere Aufgabe iſt freilich diesmal eine weit ſchwerere, als je vorher. Unſer Kampf und Zeugniß iſt bisher nur gegen ſolche Irrthümer gerichtet geweſen, die außerhalb unſerer Synode ſich geltend gemacht haben. Wir ſtanden alle einmüthig zuſammen, und wenn auch hie und da bei dem Ein⸗ zelnen dieſes oder jenes berichtet wurde, und wir Alle in dem Kampfe und durch denſelben in der Wahrheit feſter gegründet und an Erkenntniß gewach⸗ ſen ſind, ſo hat doch der HErr nach ſeiner großen Barmherzigkeit bis dahin uns die Trübſal erſpart, Zwieſpalt in der Lehre innerhalb der Synode auf⸗ tauchen zu ſehen. Dieſe Demüthigung iſt aber nun auch über uns verhängt. Leider Gottes hat der Chiliasmus in einigen Gemeinden unſers Synodal⸗ kreiſes ſein Haupt erhoben, und was die Sache noch ſchlimmer macht, nicht bloß unter der Zuhörerſchaft das Werk der Verblendung angehoben, ſondern hält auch ſelbſt einige Brüder gefangen, die im Amte ſtehen. Die Synode weſtlichen Diſtricts, von einer der betreffenden Gemeinden dazu aufgefordert, hat ſich bereits genöthigt geſehen, ihr Urtheil abzugeben. Möge der HErr auch der allgemeinen Synode ſeinen Gnadenbeiſtand ſchenken, daß ſie ſich nicht ſcheue, nach der alleinigen Richtſchnur des Wortes Gottes einer Lehre mit Entſchiedenheit entgegenzutreten, die um ſo mehr und ſicherer Verderben verbreiten wird, je mehr ſie geeignet iſt, bei dem irdiſchen Sinn und leicht⸗ fertigen Weſen dieſer ganzen Zeit, ſo wie bei der krankhaften Lüſternheit, die, verbunden mit dem ſatten Ueberdruß an der lautern Milch des Evangeliums, auch bei den Gläubigen dieſer Zeit ſich vielfach findet, ſich der Herzen zu be⸗ mächtigen, und den an ſich ſchon geringen Ernſt in der Gottſeligkeit gänzlich aufzuzehren. Der HErr helfe hier beſonders, daß wir in ſeiner Furcht han⸗ deln! O daß es ihm gefallen möchte, durch die Zurechtbringung der irren⸗ den Brüder die Sache ſo zu wenden, daß wir Treue beweiſen dürften, ohne es mit blutendem Herzen thun zu müſſen. Eine andere Angelegenheit, die der Ehrw. Synode vorliegt, wäre an ſich geeignet, uns mit großer Freude und Dank gegen den HErrn der Kirche zu erfüllen, aber durch des Teufels Haß und Neid iſt ſie zugleich eine Urſache großer Betrübniß geworden. Es betrifft die Errichtung einer bekenntnißtreuen Engliſchen Gemeinde in Baltimore, die ſich zum Theil aus frühern Gliedern der Gemeinde des Hrn. Paſtor Keyl geſammelt, und den Hrn. Paſtor Müller, der Einigen unter uns als ein bekenntnißtreuer, ernſter und frommer Mann bekannt und als Bruder lieb und werth iſt, zum Paſtor berufen hat. Welch eine Freude würde es uns Allen ſein, und wie ſollte es den Teufel verdrießen,