# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S316 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 316 — daß ſolcher Leute Mund ſo große, treffliche Macht zurichten ſoll? Petrus tritt am Pfingſttage auf zu Jeruſalem, fürchtet ſich weder vor Hannas noch Caiphas, noch ganzem Rath, thut ſeinen Mund auf, ſchlägt ins Teufels Reich, und mit einer Predigt bekehrt er aus des Teufels Reich zu Chriſto dreitauſend Seelen. Die andern Apoſtel desgleichen fahen ſolche Macht an durch ihren Mund und Wort, daß die Synagoge und jüdiſch Reich darüber zu Boden geht. Darnach kommen ſie gen Rom, greifen an die höchſte Ge⸗ walt auf Erden, ſtrafen ihr heidniſch, abgöttiſch Weſen, und richten durch ihren Mund ſolche Macht an, welcher niemand widerſtehen kann. Weiter zerſtreuen ſie ſich in die Welt, ſtürmen durchs Wort des Teufels Reich, pflan⸗ zen und bauen Chriſti Kirche: Da gehet die Macht an, welcher weder Kaiſer noch Könige, weder Fürſten noch Gewaltige widerſtehen können. Sie ſträu⸗ ben ſich wohl darwider, gehen greulich um mit denen Apoſteln und Chriſten, aber es hilft nicht. Die Macht aus der jungen Kinder und Säuglinge Munde ſchneidet durch, und behält den Sieg. Kaiſer, Könige und Gewal⸗ tige auf Erden müſſen die Köpfe hängen, und bekennen, daß ſie es nicht ver⸗ mögen zu wehren. In Summa, Gottes Natur iſt, daß er ſeine göttliche Majeſtät und Kraft erzeiget durch Nichtigkeit und Schwachheit. Er ſpricht ſelbſt zu Paulo 2 Cor. 12, 9.: Meine Kraft iſt in den Schwachen mächtig. Kaiſer und Könige, Fürſten und Herren auf Erden, verfahren mit Gewalt, brauchen all ihr Geld und Gut, wider Chriſtum und ſein Reich. Der Teufel ſtürmet auch dawider mit Vernunft, Weisheit und Klugheit durch die Ketzer, Rotten und Secten. So ſpricht Gott: Ich vermöchte auch aus Steinen ſtarke, mächtige Kaiſer, Könige und Gewaltige zu ſchaffen, ver⸗ nünftige, weiſe und kluge Leute zu machen, und durch dieſelben meine Herr⸗ ſchaft und Reich anzurichten; alſo, daß Macht ginge wider Macht, Gewalt wider Gewalt, Vernunft wider Vernunft, Weisheit und Klugheit wider Weisheit und Klugheit; aber ich will das nicht thun, ſondern will es närriſch anfahen, daß ſie in ihrer großen Klugheit zu Thoren und Narren werden, auf daß ſie ſehen und erkennen, wie alle ihr Reichthum, Gewalt, Vernunft, Weisheit und Klugheit vor mir lauter Nichts ſei. Darum, gleichwie ſie mit Gewalt, Vernunft, Weisheit und Klugheit daher fahren, trotzen und pochen; ſo kehre ich es ſtracks um, und ſtoße denen Reichen, Gewaltigen, Klugen und Weiſen, eitel arme, ſchwache, alberne Leute für die Naſen, welche nicht haben Haus und Hof, ſondern Fremdlinge und Pilgrime ſind in der Welt. Und daran habe ich Luſt und Wohlgefallen; weil ſie pochen auf Gewalt und Weisheit, daß ich ihnen begegne mit eitel Schwachheit und Thorheit. ..... Was geſchicht zu unſerer Zeit? Dem Pabſt fehlet es nicht an gelehr⸗ ten, klugen, verſtändigen Leuten, ſondern übertrifft uns weit mit Kunſt, Witz und Verſtand. Dennoch richtet er nichts aus wider uns. Wir thun nichts mehr, denn daß wir den Mund aufthun, und das Wort getroſt trei⸗ ben. Solche Schlacht halten wir mit dem Pabſt. Wir zucken kein Schwert, ſchießen keine Büchſen ab; ſondern mit dem Wort, Vater Unſer, Kin⸗ derglauben, Evangelio richten wir eine Macht zu, welche ſo ſtark und kräftig iſt, daß ſie Pfafferei, Möncherei, Nonnerei, und das ganze Pabſt⸗ thum darnieder legt. Er hält unſer Evangelium für Narrenpredigt, ja für Ketzerei; aber er muß dafür erſchrecken, und zu Boden gehen. Denn der HErr unſer Herrſcher iſt viel ſtärker, denn der Teufel, Pabſt und Welt. Der kann die Kunſt, wenn er ſich ſchwach ſtellet, ſo iſt er am ſtärkſten. Mit Schwachheit und Unkräften fähet er's an, läſſet ſein Wort predigen, welches die Welt für Kinderwerk, Narrheit und Thorheit hält. Aber durch ſolche