# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1857_S314 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 314 — Synodalſitzungen werden es uns und der Kirche, wie ihren Feinden, offen⸗ bar machen, ob, und wie weit es uns ein Ernſt iſt mit dem vor⸗ gegebenen Eifer für das Bekenntniß der Kirche, und mit dem Widerſpruch, welchen wir um desſelben willen gegen alle erhoben haben in Wort und That, die ſich in Lehre oder Praxis wider dasſelbe aufgelehnt, mochten ſie innerhalb oder außerhalb der ſichtbaren Gemeinſchaft derſelben ſtehn. Der HErr helfe uns, daß wir nicht weichen, ſondern in ſeiner Furcht, und im gläubigen Aufſchauen auf ſeinen Beiſtand und Durchhülfe auf dem Grund zuſammenſtehn, den er uns angewieſen, welcher kein andrer iſt, deß ſind wir göttlich gewiß, als der ſeines ewigen Wortes, wodurch er allein der Welt Licht und Leben gibt. Schauen wir freilich von unſerm geringen Häuflein auf die Zahl und das Anſehen derer, die, namentlich im alten Vaterlande, unter dem Namen der lutheriſchen Kirche längſt verworfene Irrthümer in dieſelbe einzuführen ſuchen; vergleichen wir die Kräfte und Gaben, die uns zu Gebote ſtehen, mit dem Reichthum, womit der andere Theil ausgeſtattet iſt; ſehen wir namentlich, wie die Irrthümer, gegen welche wir zu ſtreiten haben, faſt den ganzen Boden auch unſerer Kirche überwuchert, und wie tief ſie ſich der An⸗ ſchauungsweiſe ſelbſt der Gläubigen bemächtigt haben; da möchte uns ja der Muth entſinken, da möchte einen die Luſt anwandeln, den gemeinſamen Kampf aufzugeben, und das Feld dem Gegner zu überlaſſen. Aber, meine verehrten Brüder, ſo lange der HErr das Wort nicht zurück genommen: „Wer mich bekennet vor den Menſchen, den will ich auch bekennen vor meinem himm⸗ liſchen Vater, und wer mich verleugnet vor den Menſchen, den will ich auch verleugnen vor meinem himmliſchen Vater“, ſo lange dürfen wir nicht, — und ſo lange es in dem Herzen eines Chriſten heißt: „Die Liebe Chriſti dringet mich alſo“, ſo lange können und mögen wir nicht weichen, es werde daraus, was da wolle. Doch wir wollen lieber nicht auf das ſehen, was uns den Muth nehmen will, ſondern auf das, was uns Muth machen muß, das heißt, auf das Wort des HErrn: „Meine Hand hat alles ge⸗ macht, was da iſt, ſpricht der HErr. Ich ſehe aber an den Elenden, und der zerbrochenes Geiſtes iſt, und der ſich fürch⸗ tet vor meinem Wort.“ Jeſ. 66, 2. „HErr, unſer Herrſcher, wie herrlich iſt dein Name in allen Landen, da man dir dan⸗ ket im Himmel! Aus dem Munde der jungen Kinder und Säuglinge haſt du eine Macht zugerichtet um deiner Feinde willen, daß du vertilgeſt den Feind und den Rachgie⸗ rigen.“ Pſalm 8. Erlauben Sie mir, daß ich Ihr und mein Herz erfreue, und unſern Muth auffriſche, indem ich Ihnen die Auslegung dieſer Stelle von unſerm geiſtlichen Vater, dem theuren Gottesmann Luther, im Auszuge vorleſe, der ja von andern Kämpfen und andern Gegnern zu ſagen wußte, obgleich frei⸗ lich im Grunde es immer ein und derſelbe Feind iſt, der ſich wider Gott und ſein Reich legt, wie auch Gottes Kampfweiſe im Grunde immer dieſelbe iſt. Luther ſpricht wie folgt: „Unmündige nennt er nicht junge Kinder, ſo nicht reden können (denn ſollen ſie das Wort führen und predigen, ſo müſſen ſie können reden); ſondern ſchlechte, einfältige, alberne Leute, die denen unmündigen Kindern gleich ſind; das iſt, die alle Vernunft hintenan ſetzen, das Wort mit einfältigem Glauben faſſen und annehmen, und ſich von Gott führen und leiten laſſen, wie Kinder. Solche ſind auch die beſten Schüler und Lehrer in Chriſti Reiche. . . . Säuglinge nennt er nicht, die an ihrer Mutter Brüſten lie⸗