# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Dezember 1856_S354 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 354 Zu der Lehre von der Gnadenwahl und einigen damit zusammenhängenden ꝛc. Calvin, Beza ꝛc. Absolutisten sind im strengsten Sinne, nach ihnen der Sündenfall im ewigen von Gott gewollten Rathschluß selbst mit enthalten ist, um durch Gnaden- oder Zorneswahl Seine unbedingte Machtvollkommenheit zu erweisen; wenn auf der Dordrechter Synode hingegen die infralapsarische Ansicht siegte, nach welcher erst in Bezug auf den vorausgesehenen Fall und die durch ihn entstandene Verderbniß der Menschen die Abwendung seiner Folgen für einige, ihre Zulassung für andere in Gott beschlossen worden ist: so stimmen die Anhänger dieser Kanones mit dem oben genannten Lehrer insofern überein, als derselbe besonders in späteren Schriften vertheidigt, daß Gott denjenigen, welche Er übergehe und sonach verdamme, niemals Unrecht thue, weil es Seiner überschwenglichen Barmherzigkeit gefalle, Andere zu retten, in dem Glauben an die Prädestination auch zu einem aeterno interitui werde die unendliche Majestät Gottes und die unbedingte Ergebung unter dieselbe auf das stärkste vielmehr ausgesprochen. Hier tritt nun auch die Abweichung von dem lutherischen Lehrbegriffe ein, daß, wenn sie gleich das ewige Gottesdekret auf die Adamitische Sünde als auf seine Voraussetzung beziehen und rücksichtlich derselben die einzige Vermittlung für sie, wie für die Konkordienformel, nur in dem keineswegs zum ursächlichen Prinzip gemachten Vorherwissen des Falles liegen kann, diese mit der Schärfe und Gründlichkeit, die sich einer Bekenntnißschrift geziemt, im weitern Fortgang das irrationale Verhältniß zwischen jenen beiden gleich wahren Bestimmungen, einmal der reinen Unmöglichkeit für den Menschen ohne die göttliche Gnadenwirkung zu Glauben und Seligkeit zu gelangen, und wiederum der alleinigen Schuld desselben, wenn er verloren gehe, einfach neben einander stellt und sich beugend vor den Tiefen des Geheimnisses göttlicher Wege dennoch der Vereinigung unzweifelhaft gewiß ist; die Dordrechter Theologen aber die oberste prädeterminirende Ursache der Verdammniß wie Seligkeit der im sündhaften Zustand nun Geborenen schlechterdings in Gott und Sein beneplacitum absolutum setzen, ohne mit den Lutherischen die Wahl in Voraussicht eines beharrlichen Glaubens geschehen d. h. durch diese die erstere in Gott bedingt sein zu lassen, und mit Augustin die beunruhigende Härte der Annahme einer allen Widerstand *) [unleserlich] sind, Gott; d. h. sie sind deswegen, weil Gott ist und ihre essentia ist, Luc. 18. 19., Röm. 11, 36. — Was sie sind, sind sie in Gott und durch Gott. Woraus auf's Klarste kann abgenommen werden, daß Gott, wie Er Allen das Sein und Bestehen ist, so auch das Leben und die Bewegung Aller ist, welche leben und bewegt werden, Apg. 17.“ — (Er legt die Idee von der ausschließenden Unendlichkeit Gottes zu Grunde, die Schöpfung aber Emanation.) „Wer sagen würde, den Dingen habe von der Gottheit ein neues Sein können geschenkt werden, welches sie weder aus dem ihrigen genommen habe, noch von einem andern entlehnt, das neue Sein der Dinge sei ein anderes, als das Sein der Gottheit; der nehme Folgendes zum Bescheid, daß nur ein einziges von Natur Unendliches sei —; da aber das Unendliche deshalb so heißt, weil es nach seiner essentia et existentia unendlich ist, so ist klar, daß außer diesem Unendlichen kein Sein sein kann.“ De provid. c. 3. (Ueberraschend ähnlich Hegel Encykl. §. 95. Aufl. 2.) In seinem Buch de vera et falsa relig. art. de Deo fin. nennt er Gott einen cumulus expositus — gratis distrahi cupiens. Die Personen in der Gottheit nennt er notiones, art. de rel. chr. init.