# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1854_S295 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 295 — An mehreren Wochenabenden, ſowie an den beiden Sonntagen, fanden ſowohl in der „untern“ als „obern“ Kirche öffentliche Gottesdienſte ſtatt, an den Sonntagen mit Beichte und Feier des heiligen Abendmahls; — wozu ſich an einem Nachmittage, nach Gottes unerforſchlichem Rathe, auch noch eine Leichenfeier geſellen mußte. Wir laſſen hier nun die öffentlichen Gottesdienſte, nebſt Angabe der Prediger und ihrer Predigten, was Text, Thema und Dispoſition derſelben betrifft, ſoweit uns von den Brüdern Notizen darüber mitgetheilt worden ſind, der Reihe nach folgen: Am Mittwoch, den 21. Juni, als am erſten Tage der Synodalſitzun⸗ gen, Abends, predigte Paſtor O. Fürbringer über Hebr. 12, 22—24.; Thema: „Eine Vergleichung der ſtreitenden Kirche hier auf Erden mit der triumphirenden Kirche in dem Himmel.“ 1) Ihre Einheit; 2) ihr Unterſchied. Am Freitag, den 23. Juni, Abends, predigte Paſtor J. P. Kalb über Hebr. 13, 9.; Thema: „Von der Gewißheit und Beſtändigkeit der Chriſten in der rechten Lehre und im rechten Glauben.“ Am Sonntag, den 25. Juni, als am 2ten Sonntag p. Trinit., pre⸗ digten die Paſtoren Röbbelen und Schaller. Paſtor Röbbelen predigte Vor⸗ mittags in der untern Kirche über das Evangelium des Tages, Luc. 14, 16—24. Einleitung, Offenb. 19, 9. Thema: „Die Gnadengüter der ſeligen Ewigkeit werden in der Zeit dargeboten.“ 1) So hat es Gott in ſeinem Rath verordnet, weil er die Menſchenkinder prüfen will, ob ſie von Herzen annehmen, was er ihnen in den Schooß legt. 2) Das gereicht denen, die ihrer Sünden wegen bekümmert ſind, zu hohem Troſte. 3) Darin liegt eine ernſte Warnung, die Gnadenfriſt nicht unbenutzt vorübergehen zu laſſen. — Nachmittags predigte derſelbe über denſelben Text in der obern Kirche. Einleitung: Das Evangelium des 1ſten Sonntags p. Trinit. als ein Spiegel des Zornes Gottes; während das heutige als ein Spiegel ſeiner Gnade. Thema: „Die thörichten Entſchuldigungen derer, welche nicht in Gottes Reich kommen wollen.“ 1) Worin ſie beſtehen; 2) wohin ſie führen. Von Paſtor Schaller ſind dem Secretär keine Notizen zugekommen. Am Mittwoch, den 28. Juni, Abends, predigte Paſtor F. Sievers in der untern Kirche über die Bitte des heiligen Vaterunſers: „Dein Reich komme.“ 1) Warum ſollen wir dieſe Bitte mit beſonderm Hinblick auf die heidniſche Welt beten? a. Weil die Noth der Heiden ſo groß iſt. b. Weil wir mit den Heiden und durch die Arbeit an ihnen im Glauben wachſen und mit ihnen in das Himmelreich eingehen ſollen. 2) Was haben wir zu thun, damit das Reich Gottes wirklich zu den Heiden komme? a. Wir ſollen zu Gott darum flehen. b. Wir ſollen durch Wort und That mithelfen, daß die Heiden ſelig werden. Am Donnerstag, den 29. Juni, Nachmittags, folgten ſämmtliche Synodale, ſowie viele Glieder der dortigen Gemeinde, der Leiche des aus ihrer Mitte ſo ſchnell dahingeſchiedenen theuren Bruders, weiland Paſtor O. Eißfeldt, zur ſtillen Grabſtätte auf den Gottesacker der Gemeinde, unweit des Seminars, wo derſelbe unlängſt ſeine theologiſchen Studien vollendet hatte. — Prof. C. F. W. Walther hielt dem Seligentſchlafenen die Grabrede, welche in No. 26 des 10. Jahrgangs des „Lutheraner“ mitgetheilt worden iſt. Thema: Was predigt uns Gott aus dem Grabe unſeres plötzlich dahin⸗ geſchiedenen jungen Mitknechts und Mitbruders? und zwar 1) was predigt Gott zunächſt uns den Mitknechten und 2) was predigt Gott allen Gegen⸗ wärtigen, als den Mitbrüdern desſelben?