# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_November 1856_S350 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 350 Vermischte kirchliche Nachrichten. Pastor K. Wolff in Meseritz. Von diesem, so viel wir wissen, manchem Gliede unserer Synode bekannten treuen Arbeiter in der Preußisch-luth. Kirche, meldet das „Kirchenblatt“, daß derselbe aus Gottes wunderbarem unerforschlichem Verhängniß plötzlich in Wahnsinn verfallen und nach Breslau in ein dortiges Spital gebracht worden ist und später in einer Anstalt in der Provinz Posen Aufnahme erhalten soll. Friedensgedanken unserer Preußischen Brüder in Deutschland. Folgendes lesen wir im „Kirchenblatt für die ev.-luth. Gem. in Preußen“: „Während die Pastoren der Militzscher lutherischen Diöcese vor einiger Zeit in Posen zu einer Diöcesansynode versammelt waren, tagte dort gleichzeitig der „„luth. Provinzial-Verein der Provinz Posen.““ Von diesem wurde eine Deputation an unsere Versammelten gesendet, sie zu begrüßen und den Schmerz der landeskirchlichen Lutherisch-Gesinnten über die zwischen ihnen und uns bestehende Trennung und ihren Wunsch und Sehnsucht nach Vereinigung mit uns auszusprechen. — Unsere Pastoren hatten kurz vor dem Erscheinen der Deputation einen Antrag an unsere bevorstehende General⸗Synode beschlossen, dahin gehend, daß die Synode erwägen wolle, ob von unserer Seite etwas zu thun sei, um eine Vereinigung mit den Lutheranern in der Landeskirche anzubahnen. — — Indem wir diese Thatsache mittheilen, sprechen auch wir unsern herzlichen Wunsch aus, daß eine wahre, Gott wohlgefällige kirchliche Vereinigung zwischen den landeskirchlichen Lutheranern und uns zu Stande kommen möchte. Der Grund einer wahren kirchlichen Vereinigung ist Einheit in der Lehre. Ist die nun zwischen den Lutherischgesinnten in der Landeskirche und uns da, so können nur falsche Rücksichten, so kann nur die Sünde (denn wie es Sünde ist, ohne Einheit in der Lehre sich kirchlich einigen zu wollen, so ist es auch Sünde, kirchlich getrennt zu bleiben, wenn diese Einheit da ist), uns ferner kirchlich getrennt halten und die kirchliche Vereinigung wird erfolgen, sobald wir beiderseits uns von allem losmachen und alles fahren lassen, was bisher nothwendig ein Hinderniß unseres kirchlichen Einsseins werden mußte.“ — Wir knüpfen an diese goldenen Worte des hochverehrten Mannes, Herrn Pastor Ehlers, keine sanguinischen Hoffnungen; wir wissen recht gut, welch eine hohe Scheidewand noch immer zwischen unseren Preußischen Kirchengenossen und den Lutherisch-Gesinnten in der Preußischen Landeskirche zum Himmel starrt: allein, wir gestehen es gern, mit jubelndem Herzen haben wir diese Worte gelesen. Sie sind uns theure Zeugen, daß auch in unserem Vaterlande, in Folge des Lautwerdens so vieler Stimmen für die alte lutherische Wahrheit in den verschiedensten Lagern, immer mehr unter denen, die sich von dem HErrn zu gleicher Erkenntniß geführt sehen, die innigste Sehnsucht auch nach äußerlicher Einigung sich regt. Diese Sehnsucht kommt nicht aus Fleisch und Blut; sie ist außer Zweifel eine Wirkung des Geistes der Wahrheit, der zugleich ein Geist des Friedens ist; und der Gott, der dieses Verlangen geweckt hat, hat es — wer wollte es leugnen — ohne Zweifel darum gethan, weil er in Gnaden vorhat, dieses Verlangen zu stillen, drüben wie hüben. O, daß Er uns hülfe, daß Er einst von unser Keinem klagen müßte: „Wie oft habe ich euch versammeln wollen, aber ihr habt nicht gewollt.“ Die Reformirten in Deutschland und Amerika. Auch unter diesen regt sich die Sehnsucht nach Vereinigung. Aus der reformirten Kirchenzeitung von Chambersburg erfahren wir, daß bei Gelegenheit des in Lübeck versammelten ev. Kirchentags die deutsch-reformirten Glieder desselben eine specielle Conferenz abgehalten und eine allgemeine Versammlung von deutsch-reformirten Predigern und Laien bestimmt haben, die kommendes Jahr in Bremen abgehalten werden soll. Es heißt a. a. O.: „Die übrigen ausschließlich reformirten Gemeinden in Deutschland haben keine kirchliche Organisation. Sie haben keine Synode und keine Predigerversammlungen irgend einer Art. Die Versammlung in Bremen soll eine Organisation bezwecken und diesem Mangel abhelfen.“ — Wir lesen ferner in dem genannten Blatt: „Die dreijährige Convention der deutsch-reformirten Kirche (der Vereinigten Staaten) versammelte sich am 3. Oktober in Winchester, Va. Drei Committeen wurden ernannt. Die dritte bestand aus dem Ehrw. Dr. Schaff, Schuford und dem Aeltesten