# LCMS Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1853_S265 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 265 — weichen, das Bedürfniß nach dem Segen kirchlicher Gemeinſchaft immer ſtärker hervortreten und ſomit ein kirchlicher Zuſammenfluß des größern Theils der eingewanderten und einwandernden preußiſchen Lutheraner her⸗ beigeführt und damit ein ſtarker Damm gegen Atheismus, Romanismus und Unionismus erbaut wird. Unter dieſen Leuten hat Herr Pfau zum großen Theile gearbeitet und ſo groß auch erſt ſeine Hoffnungsloſigkeit in Folge früherer gemachten Erfahrungen unter den preußiſchen Lutheranern war, ſo ſehr wurde er im Verlauf ſeiner Arbeit unter dieſen unſern Glaubens⸗ brüdern mit den beſten Hoffnungen für die Zukunft erfüllt. Hier hat er auch die meiſten und beſten ſeiner Bücher abgeſetzt, beſonders Luthers Po⸗ ſtillen und Katechismen, Löhe's Samenkörner ꝛc., und würde namentlich von des Herrn Profeſſor Walthers Buch von Kirche und Amt eine nicht ge⸗ ringe Zahl verkauft haben, hätte er damit von Anfang an verſehen werden können. Mehrere Glaubensgenoſſen haben ſchon in Folge der Wirkſamkeit des Herrn Pfau um Prediger gebeten und ſie erhalten, und Herr Pfau würde ſicher mehr gewirkt haben, wenn nicht Hinderniſſe mancherlei Art zu über⸗ winden geweſen wären. Im Ganzen unbekannt mit den Niederlaſſungen, konnte er keinen beſtimmten Operationsplan entwerfen; dazu kam, daß ſein Terrain ſo groß war, während von den amerikaniſchen Colporteuren nur immer kleine Strecken bereiſ't werden, in deren Mittelpunkt ſie ihre Woh⸗ nung und ihre Bücherniederlage haben. Ferner fehlte es im Anfange dem Colporteur an dem nöthigen Vorrath von Büchern, das Pferd des Colpor⸗ teurs war in ſchlechtem Zuſtande u. ſ. w. Daher iſt dem HErrn zu danken für Das, was bisher geleiſtet worden iſt. Näheres über dieſe Sache ſoll im „Lutheraner“ mitgetheilt werden. Herr Pfau befindet ſich gegenwärtig auf ſeiner letzten Tour in Wisconſin. Nach Beendigung derſelben gedenkt er, ſo Gott will, das nördliche Illinois zu durchziehen, und dann bei Heran⸗ nahung des Winters ſich nach St. Louis zu wenden. Damit wird er wahrſcheinlich ſeinen Colporteurberuf beſchließen und das Amt einem An⸗ dern laſſen, da er nach ſeiner Natur nicht im Stande iſt, demſelben länger vorzuſtehen. Wünſchenswerth wäre es, wenn Herr Pfau ſich dann noch zum heiligen Predigtamte vorbereiten wollte, da ſeine eigenthümliche Lebens⸗ führung, in welcher ſeine Berufung zur Colportage wie ein Durchgangs⸗ punkt dazu erſcheint, und ſeine natürliche Befähigung und Vorbildung dazu ꝛc. zu Solchem berechtigen. Die Synode hält dies für Herrn Pfau für's Beſte, wird durchs Präſidium (dem überhaupt die Sorge für die Col⸗ portage übertragen worden) ſeine bisherige Stelle beſetzen und ſeine bisher gehabten Auslagen ihm ſämmtlich erſetzen laſſen. Auch ſoll derſelbe, in Berückſichtigung ſeiner großen Sparſamkeit und Aengſtlichkeit, die Synode mit Ausgaben für ſeine Bedürfniſſe zu verſchonen, für ſeine Perſon außer⸗ dem eine Gratification von 54 Dollars 20 Cts. erhalten, welche Summe Herr Bergmann aus der Bücher⸗Caſſe der Synodal⸗Caſſe offerirt hat. Auch ſoll Herr Pfau ſein jetziges, nicht gut für ſeinen Zweck paſſendes Pferd verkaufen und ein geeignetes anſchaffen, in Hinſicht der Koſten für ſeinen eigenen Bedarf aber nicht ſo ängſtlich ſparſam ſein. Concordia⸗College und⸗Seminar in St. Louis, Mo. Die Anſtalt wurde bis daher nur von drei Lehrern bedient, Herrn Prof. Walther, Herrn Rector Gönner und Herrn Prof. Biewend. Die nach⸗ folgenden theologiſchen Disciplinen im Seminar wurden ausſchließlich vom Herrn Profeſſor Walther gelehrt, nämlich: Dogmatik, Kirchengeſchichte,